Ukraine

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Україна

Ukrajina
Ukraine
Flag of Ukraine.svg
Lesser Coat of Arms of Ukraine.svg
Flagge 22 Wappen
Amtssprache Ukrainisch
Hauptstadt Kiew
Staats- und Regierungsform semipräsidentielle Republik
Staatsoberhaupt Präsident
Wolodymyr Selenskyj
Regierungschef Ministerpräsident
Denys Schmyhal
Fläche de jure: 603.700 km²
de facto, ohne die von Russland annektierte Krim: 576.800 km²
Einwohnerzahl 41.830.619, ohne AR Krim und die Stadt Sewastopol (1. April 2020)[1]
Bevölkerungsdichte 77 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung - 0,6 % (Schätzung für das Jahr 2020)[2]
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nom.)
  • BIP/Einw. (KKP)
2020[3]
  • 155 Milliarden USD (55.)
  • 546 Milliarden USD (40.)
  • 3.751 USD (120.)
  • 13.196 USD (97.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,773 (77.) (2021) [4]
Währung Hrywnja (UAH)
Gründung 7. November 1917:
Ukrainische Volksrepublik

29. April 1918:
Ukrainischer Staat


1. November 1918: Westukrainische Volksrepublik


10. März 1919:
Ukrainische SSR


24. August 1991: Unabhängigkeit von
der Sowjetunion

Unabhängigkeit 24. August 1991
(von der Sowjetunion)
National­hymne Schtsche ne wmerla Ukrajina (Ще не вмерла Україна)
Nationalfeiertag 24. August (Unabhängigkeitstag)
Zeitzone UTC+2
UTC+3 (März bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen UA
ISO 3166 UA, UKR, 804
Internet-TLD .ua
Telefonvorwahl +380
ÖsterreichBelgienBulgarienRepublik ZypernTschechienDeutschlandDänemarkDänemarkEstlandSpanienFinnlandFrankreichFrankreichVereinigtes KönigreichVereinigtes KönigreichGriechenlandGriechenlandUngarnIrlandItalienItalienItalienLitauenLuxemburgLettlandNiederlandePolenPortugalRumänienSchwedenSlowenienSlowakeiIslandMontenegroNordmazedonienKroatienTürkeiTürkeiMaltaSerbienGrönlandFäröerNorwegenNorwegenIsle of ManGuernseyJerseyAndorraMonacoSchweizLiechtensteinVatikanstadtSan MarinoAlbanienKosovoBosnien und HerzegowinaRepublik MoldauBelarusRusslandUkraineAutonome Republik KrimKasachstanAbchasienSüdossetienGeorgienAserbaidschanAserbaidschanArmenienIranLibanonSyrienIsraelJordanienSaudi-ArabienIrakRusslandTunesienAlgerienMarokkoUkraine (claims hatched) in Europe.svg
Über dieses Bild
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Übersichtskarte der Ukraine mit allen Städten über 100.000 Einwohnern

Die Ukraine ([Ukrajina [ukrɑˈjinɑ]) ist ein Staat in Osteuropa mit mehr als 40 Millionen Einwohnern. Mit einer Fläche von 603.700 Quadratkilometern[6] ist sie nach Russland der zweitgrößte Staat Europas und der größte, dessen Gebiet zur Gänze innerhalb des Kontinents liegt. Das Land grenzt im Osten und Nordosten an Russland, im Norden an Belarus, im Westen an Polen, die Slowakei und Ungarn sowie im Südwesten an Rumänien und Moldau. Im Süden grenzt die Ukraine an das Schwarze und das Asowsche Meer. Die Hauptstadt und größte Metropole des Landes ist Kiew, weitere Ballungszentren sind Charkiw, Dnipro, Donezk und Odessa.

Ihre staatliche Tradition führt die Ukraine, ebenso wie ihre Nachbarländer Russland und Belarus, auf das mittelalterliche Kiewer Reich zurück. Seit dessen Untergang im Mongolensturm des 13. Jahrhunderts gehörte das Gebiet der Ukraine abwechselnd ganz oder teilweise zu den Herrschaftsgebieten der Goldenen Horde, Polen-Litauens, des Russischen Zarenreichs und der Habsburgermonarchie. Die nach der Oktoberrevolution 1917 im russischen Bürgerkrieg gegründete Ukrainische Volksrepublik war der erste Versuch, die Ukraine als Gemeinwesen zu konstituieren und staatliche Unabhängigkeit zu erlangen, kontrollierte aber längst nicht alles Gebiet der späteren Ukraine. Schon ab Ende Januar/Anfang Februar 1918 befand sich Kiew in den Händen der Roten Armee. Fast ein Jahr später wurde im Januar 1919 die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik ausgerufen, territorial bestehend aus dem südwestlichen Kraj der Zarenzeit (westlich des Dnepr) und Kleinrussland mit den Gouvernements Charkow / Charkiw, Poltawa und Tschernigow / Tschernihiw. Bei der Konstituierung der Sowjetunion 1922 war sie eines der Gründungsmitglieder. Bei der Gründung der Vereinten Nationen wurden auf Betreiben Stalins auch die Sowjetrepubliken Belarus und Ukraine deren Mitglieder. 1954 unterstellte Nikita Chruschtschow die bis dahin zur RSFSR gehörende Krim der Ukraine. Erst nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 wurde die Ukraine erneut souverän, erstmals mit internationaler Anerkennung. Als Gegenleistung für den Verzicht der Ukraine auf die auf ihrem Territorium stationierten sowjetischen Nuklearwaffen garantierten Russland, die USA und Großbritannien im Budapester Memorandum von 1994 die Eigenständigkeit und die bestehenden Grenzen des Landes.

Im Februar 2014 brach infolge der Annexion der Krim durch Russland und des Kriegs im Donbas ein bis heute andauernder Konflikt zwischen beiden Ländern aus. Die Krim und Teile des Donbas befinden sich seither unter russischer Kontrolle. Russland erkannte am 21. Februar 2022 die von prorussischen Separatisten proklamiertenVolksrepublikenDonezk und Lugansk als eigenständige, von der Ukraine unabhängige Staaten an.[7] Der seit Jahren schwelende Grenzkonflikt eskalierte am 24. Februar 2022 mit dem Überfall auf die Ukraine. Militär drang sowohl von Russland als auch von Belarus, dem Schwarzen Meer und den zuvor besetzten Gebieten ein.[8] Präsident Wolodymyr Selenskyj rief den Kriegszustand und das Kriegsrecht aus.

Seit dem 24. Februar 2022 wird unter anderem die Hauptstadt Kiew angegriffen.[9][10][11] Nach Schätzungen des UNHCR waren am 1. Juni 2022 4,7 Millionen Menschen aus der Ukraine als Flüchtlinge in Europa registriert.[12]

Etymologie

Die erste Erwähnung des Wortes ukraina findet man in der Kiewer Hypatiuschronik für das Jahr 1187 mit Bezug auf das Fürstentum Perejaslawl.[13] Danach findet man dieses Wort in Chroniken in Bezug auf unterschiedliche geographische Regionen der Rus, auch weit außerhalb des Gebietes der heutigen Ukraine.

Die traditionelle etymologische Deutung des Landesnamens verweist auf das altostslawische Wort ukraina, das die Bedeutung „Grenzgebiet, Militärgrenze“ hatte und dem westlichen Begriff Mark entsprach.[14][15] Diese Sichtweise ist sowohl in der internationalen Geschichtsschreibung als auch in der ukrainischen dominierend, da sie unter anderem vom Nationalhistoriker Mychajlo Hruschewskyj[16] und von der Enzyklopädie der Ukraine unterstützt wird.[17] Die meisten Autoren sind sich einig, dass dieser Name, der zunächst das Grenzgebiet zum sogenannten Wilden Feld mit seinen turkstämmigen Reiternomaden bezeichnete, lange Zeit ohne einen ethnischen Bezug existierte. Darüber, wann das Wort Ukraine zum Parallelbegriff für den kirchlichen und im Russischen Reich offiziell benutzten Namen Kleinrussland wurde, gibt es allerdings verschiedene Auffassungen.

Da die ostslawische Wurzel krai jedoch sowohl „Rand, Grenze“, als auch „Gebiet, Land“ bedeuten kann, hat in der nationalukrainischen Geschichtsschreibung die Sichtweise an Popularität gewonnen, dass das Wort ukraina in Chroniken seit dem 12. Jahrhundert in der Bedeutung „selbständiges Herrschaftsgebiet, Fürstentum“ benutzt wurde.[18] Die damit einhergehende Behauptung, wie etwa bei Hryhorij Piwtorak, dass es stets eine strikte Unterscheidung zwischen ukraina „Fürstentum“ und okraina „Grenzland“ gab, steht jedoch im Widerspruch zu einer Vielzahl der Primärquellen; ihr wird auch von zahlreichen anderen Autoren widersprochen.[14]

Geographie

Hauptartikel: Geographie der Ukraine
Der eurasische Steppengürtel, kultureller und ökonomischer Austauschkorridor der Menschheit
Das Krimgebirge ca. 1.200 m über dem Meeresspiegel

Etwa 95 % der Ukraine liegt auf dem Gebiet der Osteuropäischen Ebene, weshalb sie fast ausschließlich zu Osteuropa gezählt wird. Die restlichen 5 % zählen je nach Definition zu Mitteleuropa (die Karpaten und Lwiw) und Südosteuropa (Odessa und der Budschak).

Andere Landschaftsräume außerhalb der großen Ebene finden sich in der südlichen Westukraine, wo das Land Anteil an den Waldkarpaten und an der Pannonischen Ebene hat, sowie im äußersten Süden. Der höchste Berg des Landes ist die Howerla in der Tschornohora, die eine Höhe von 2061 m erreicht. Die höchste Erhebung der Krim ist der Roman Kosch mit 1545 Metern Höhe.

Auf dem zur osteuropäischen Ebene gehörenden Teil erstrecken sich insbesondere im Norden und Süden des Landes große Tiefländer (ukrainisch Низовина) wie etwa das Dneprtiefland und die Schwarzmeersenke. Das Gelände erreicht dort Höhen zwischen 0 und 200 m. Aufgrund der geringen Höhenunterschiede fließen die Flüsse dieses Gebiets sehr langsam. Im Bereich der Tiefländer gibt es insbesondere in der zentralukrainischen Oblast Poltawa kleinere Gas- und Erdölvorkommen, die aber für eine Eigenversorgung des Landes nicht ausreichend sind. Hoffnungen werden in die Erschließung von Feldern im Schwarzen Meer gesetzt.

Im zentralen Landesteil erstrecken sich von Westen nach Osten höherliegende Gebiete mit Geländehöhen zwischen 200 und 470 m (Kamula), die Platten (ukrainisch Височина) genannt werden. Zu diesen gehören etwa die Podolische Platte, das Dneprhochland oder die Donezplatte. Diese Platten bestehen überwiegend aus Gestein aus dem Erdaltertum, das durch die Entstehung des alpidischen Gebirgsgürtels in den letzten 10 Millionen Jahren wieder angehoben worden ist. Sie sind reich an Rohstoffen wie etwa Eisenerz und Kohle. Die größten Erzvorkommen finden sich im Krywbass um die Stadt Krywyj Rih im Westen der Oblast Dnipropetrowsk, während die Kohlelager sich überwiegend im Gebiet des Donezbeckens um die Stadt Donezk befinden. Die Platten sind von zahlreichen kleineren und größeren Flüssen durchschnitten, die sich teilweise tief ins Gelände eingeschnitten haben.

Der Nordwesten der Ukraine wird als Wolhynien bezeichnet.

Der geografische Mittelpunkt des Landes befindet sich in der Nähe der Siedlung Dobrowelytschkiwka in der Oblast Kirowohrad.

Österreichische Ingenieure kamen Ende des 19. Jahrhunderts zu dem Ergebnis, dass der geographische Mittelpunkt Europas im Dorf Dilowe in der Oblast Transkarpatien liege. Da es verschiedene Verfahren zur Berechnung des Mittelpunktes gibt und die Ostgrenzen Europas willkürlich und somit nicht eindeutig festgelegt sind, beanspruchen jedoch auch mehrere andere Orte den Titel für sich.

Klima und Böden

Kiew
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
48
 
-3
-8
 
 
46
 
-1
-7
 
 
39
 
4
-2
 
 
48
 
14
5
 
 
53
 
21
11
 
 
73
 
24
14
 
 
88
 
25
15
 
 
69
 
24
14
 
 
47
 
19
10
 
 
35
 
12
5
 
 
51
 
5
0
 
 
52
 
0
-5
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: Ukrainian Hydrometeorological Center, Daten: 1961–1990[19]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Kiew
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) −2,6 −1,1 4,3 13,6 20,5 23,5 24,5 24,0 19,1 12,3 4,8 0,1 Ø 12
Min. Temperatur (°C) −8,2 −6,8 −2,1 4,8 10,7 13,8 15,1 14,4 10,0 4,8 0,0 −4,6 Ø 4,4
Niederschlag (mm) 47,7 46,0 38,9 48,3 52,5 72,5 88,0 69,2 46,7 35,1 51,3 51,7 Σ 647,9
Regentage (d) 16,7 14,2 12,9 11,6 11,8 13,1 13,3 10,8 10,2 9,9 14,8 17,4 Σ 156,7
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
−2,6
−8,2
−1,1
−6,8
4,3
−2,1
13,6
4,8
20,5
10,7
23,5
13,8
24,5
15,1
24,0
14,4
19,1
10,0
12,3
4,8
4,8
0,0
0,1
−4,6
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
47,7
46,0
38,9
48,3
52,5
72,5
88,0
69,2
46,7
35,1
51,3
51,7
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Ukrainian Hydrometeorological Center, Daten: 1961–1990[19]

Abgesehen von den Berggebieten und den südwestlichen und südlichen Küstenregionen lässt sich die Ukraine hinsichtlich des Klimas, der Böden und der Vegetation in drei Großzonen gliedern. Im Nordwesten hat es Anteil an den Prypjatsumpfgebieten, die insbesondere durch frühere Gletschervorstöße aus Skandinavien während der Eiszeiten geprägt wurden. Hier finden sich die schlechtesten Böden des Landes. Hinzu kommt, dass diese Region besonders stark von der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl 1986 betroffen ist. Das Gebiet erhält relativ viel Niederschlag (500–750 mm), die Sommer sind, mit Durchschnittstemperaturen im Monat Juli von 17 bis 19 °C, mild.

An diese Zone schließt sich nach Süden und Südosten die sogenannte Waldsteppenzone an, in der ehemals bestehende Waldbestände aber überwiegend schon abgeholzt wurden. Hier befinden sich weit ausgedehnte Lössebenen, die im Eiszeitalter unter periglazialen Bedingungen entstanden sind. Aus dem Löß haben sich überwiegend sehr fruchtbare Schwarzerdeböden entwickelt, die zu den ertragreichsten der Welt gehören. Die Niederschlagsmengen liegen zwischen 350 und 400 mm, die Juli-Durchschnittstemperaturen bei 20 °C. Insgesamt bietet dieses Gebiet sehr gute Bedingungen für eine landwirtschaftliche Nutzung. Allerdings sind die Böden sehr erosionsanfällig, wenn sie, wie oft in Sowjetzeiten geschehen, falsch bestellt werden.

Im Südosten liegt die Steppenzone, die nur über relativ geringe Niederschläge von teilweise unter 250 mm im Jahr verfügt. Auch hier sind die Sommer relativ heiß mit Durchschnittstemperaturen im Juli von teilweise über 23 °C. Die fruchtbaren Schwarz- und Kastanienbraunerden dieses Gebietes konnten überwiegend erst ab Mitte des 20. Jahrhunderts in Wert gesetzt werden, nachdem durch den Bau von Staudämmen an den großen Flüssen ausgedehnte Bewässerungsanlagen entstanden waren (Siehe auch: Stauseen in der Ukraine).

Die Küstenregionen auf der Halbinsel Krim und im südwestlichen Bessarabien, dem Budschak, sind sehr fruchtbar und werden aufgrund der günstigen klimatischen Bedingungen mit milden Wintern insbesondere für den Obst- und Weinanbau genutzt.

Gewässer

Dnepr in Kiew

Zu den zahlreichen Flüssen, die das Land durchkreuzen und fast alle ins Schwarze Meer münden, zählen der Pruth, der Dnister, der Südliche Bug, die Horyn (nach Norden in den Prypjat), die Desna und der Dnepr sowie der Siwerskyj Donez. Weitere kleinere Flüsse sind oft von versumpften Ufern mit Schilfbestand geprägt.

Im Westen bildet die Donau die 54 km kurze Grenze zwischen Rumänien und der Ukraine. Hier liegt auch der Jalpuhsee, der größte natürliche See der Ukraine. Von ihm nach Osten folgen im Land die Flusssysteme Pruth, Dnister, Südlicher Bug, Dnepr und Siwerskyj Donez.

Der Dnepr, ukrainisch Дніпро Dnipro, im Deutschen ist auch Dnjepr verbreitet, hat eine Länge von 2201 km. Er fließt durch Russland, Belarus und durch die Landesmitte der Ukraine. Er ist nach Wolga und Donau der drittlängste Fluss in Europa und auf rund 1700 km schiffbar. Danach hat auch die Landschaft den Namen: Dneprbecken. In der Ukraine ist er zu sechs künstlichen Seen (Fläche, Volumen) angestaut: Kiewer Meer (922 km², 3,73 km³), Kaniwer (582 km², 2,62 km³), Krementschuker (2.252 km², 13,5 km³), Kamjansker (567 km², 2,45 km³), Saporischja- (410 km² bei einer Länge von 65 bzw. mit Samara 85 km) und Kachowkaer Stausee (2.155 km², 18,2 km³). Die DniproHES-Staumauer bei Saporischschja war zur Zeit der Fertigstellung nach Hoover Dam und Wilson Dam das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt (fertiggestellt 1932; HES steht für ukrainisch Dniprowska HidroElektroStanzija).

Die 2782 km lange Südküste der Ukraine liegt am Schwarzen Meer und dessen nordöstlichem Nebenmeer, dem Asowschen Meer.

Die Straße von Kertsch, eine 40 km lange Meerenge, verbindet das Schwarze Meer mit dem Asowschen Meer und trennt die Halbinsel Krim von der Halbinsel Taman (Russland). Über Polesien erstreckt sich mit einer Größe von 90.000 km² das größte Sumpfgebiet Europas.

Im Nordwesten des Landes liegt der Nationalpark Schazk mit dem Switjas-See.

Inseln und Halbinseln

Zu den Schwarzmeerinseln zählen Dscharylhatsch, Tusla und die Schlangeninsel (gehört seit 1948 der Ukraine) im Süden des Landes. Die mit Abstand bekannteste Halbinsel ist die Krim, die seit 1954 zur Ukraine gehört, seit 2014 aber von Russland beansprucht und faktisch kontrolliert wird – aus der Sicht des ukrainischen Staates und der großen Mehrheit der Generalversammlung der Vereinten Nationen zu Unrecht. Die Insel Chortyzja im Stadtgebiet von Saporischschja ist die größte Dnepr-Insel. Zahlreiche weitere Flussinseln des Dnepr befinden sich bei Kiew und in seinem Mündungsdelta am Schwarzen Meer.

Die Landschaft in den ukrainischen Karpaten
Przewalski-Pferde in der Askanija-Nowa (Naturschutzgebiet)

Vegetation, Flora

In den Karpaten existieren die letzten warmgemäßigten Urwälder Europas. Sie zählen seit Juli 2007 zum Weltnaturerbe der UNESCO. Knapp 16 % der Fläche des Landes sind bewaldet (hauptsächlich mit Buchen, Kiefern, Birken, Espen, Eichen, Erlen, Eschen und Ahorn). Neben den Karpaten bilden das Dnepr-Bassin und das Prypjat-Bassin die wichtigsten Ökosysteme. Gurken, Tomaten, Paprika, Zwiebeln, Hülsenfrüchte und Auberginen sind das am häufigsten angebaute Gemüse. Zu den typischen Obstsorten zählen Trauben, Birnen, Melonen, Pfirsiche, Pflaumen und Aprikosen. Die wichtigste Nutzpflanze ist der Weizen. Neben ihm wird aber auch viel Roggen, Gerste, Kartoffeln, Mais und vor allem Buchweizen angebaut. Die Sonnenblume ist die Nationalpflanze.

Fauna

Neben der natürlichen Artenvielfalt gibt es Fasane, Kraniche und Pfauen. Zudem wurden im Naturschutzgebiet Askanija-Nowa auch Exoten wie der Afrikanische Strauß eingewildert. Auch kleine Affen leben dort. Zu den traditionellen Zuchttieren der Krim gehört das Kamel. In den Meeren um die Halbinsel sind einige Delfin- und Walarten beheimatet. Wasserschildkröten, Eidechsen und Schlangen sind im gesamten Land vertreten. Wisente, Wildschweine, Bären, Wölfe, Luchse, Hirsche und eingeschleppte Waschbären sind Waldbewohner und daher am häufigsten im Westen und Norden der Ukraine anzutreffen. In Askanija-Nowa gibt es über 100 Exemplare des vom Aussterben bedrohten Przewalski-Pferdes, das um 1900 aus der Mongolei nach Europa eingeführt wurde. Bis vor 200 Jahren lebte in der Ukraine der Tarpan in freier Wildbahn, bis er schließlich ausgerottet wurde. Weit verbreitet in der Ukraine war bis Anfang des 20. Jahrhunderts das Ukrainische Steppenrind.

Naturschutz

Nach schweren Umweltkatastrophen wie der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl 1986 und dem Tankerunglück im Schwarzen Meer 2010 hat sich die Regierung zum Ziel gesetzt, Reformen für den Naturschutz durchzuführen. In der Ukraine gibt es 18 Nationalparks sowie die Ukrainische Naturschutzgesellschaft.

Bevölkerung

Bevölkerungspyramide Ukraine 2016

Demografie

Ukraine hatte 2020 44,1 Millionen Einwohner.[20] Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug - 0,6 %. Dieses wurde durch einen Sterbeüberschuss beeinflusst. 2020 stand einer Geburtenziffer von 7,8 pro 1000 Einwohner[21] eine Sterbeziffer von 15,9 pro 1000 Einwohner gegenüber.[22] Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2020 statistisch bei 1,2.[23] Die Lebenserwartung der Einwohner der Ukraine ab der Geburt lag 2020 bei 71,2 Jahren[24] (Frauen: 76,2[25], Männer: 66,4[26]). Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2020 bei 41,2 Jahren und damit unter dem europäischen Wert von 42,5.[27]

Im Jahr 2017 lebten 5,9 Millionen Personen, die in der Ukraine geboren wurden, im Ausland. Die meisten davon lebten in Russland (3,3 Mio.), den Vereinigten Staaten (380.000), Kasachstan (350.000), Deutschland (260.000), Italien (240.000) und Tschechien (196.875 Ende 2021[28], mit 30 % höchster Anteil unter den Ausländern). In der Ukraine selbst waren im Jahre 2017 11,2 % der Bevölkerung im Ausland geboren, die meisten davon in Russland.[29][30]

Historische Bevölkerungsentwicklung der Minderheiten
Bevölkerungsentwicklung 1950–2019 mit einer Spitze 1990–1991

Vor dem Ersten Weltkrieg lebte eine deutschsprachige Minderheit von mehreren hunderttausend Menschen auf dem Gebiet der heutigen Ukraine (Galizien, Bukowina, Wolhynien, Schwarzmeerküste); heute sind es noch etwa 30.000 bis 40.000.

Siehe auch: Ukrainedeutsche

Bis 1944 lebten mehrere Millionen Polen in den heute zum Westen der Ukraine gehörenden Gebieten Galizien, Bukowina und Wolhynien. 1944 kam es vor allem in Wolhynien durch Ukrainer zu Massakern an der polnischen Bevölkerung, denen über 40.000 Polen zum Opfer fielen. Nach dem Krieg wurde die polnische Bevölkerung im Zuge der Annexion der polnischen Gebiete östlich des Bug vertrieben.

Bis zum Zweiten Weltkrieg lebten in der Ukraine viele Juden (z. B. in Schtetl-Siedlungen), die jedoch zu großen Teilen während der Besatzung durch das Deutsche Reich von SS-Einsatzgruppen ermordet wurden. Die Ukraine war eines der Hauptverbreitungsgebiete der jiddischen Sprache. Die Überlebenden wandern seitdem in die USA, nach Israel und zum kleinen Teil nach Deutschland aus. 2001 lebten noch rund 100.000 Juden in der Ukraine. Ihre Zahl nimmt wegen der Auswanderung und des allgemeinen Geburtenrückgangs weiterhin ab.[31][32]

Frau in Tracht, sie trägt das „Wyschywanka“, eine Bluse mit aufwendiger ukrainischer Kreuzstich-Stickerei, und den traditionellen Blumenkranz, 1916.
Anteil der ethnischen Ukrainer an der Gesamtbevölkerung in den Regionen der Ukraine (2001)[33]
Anteil der russischen Muttersprachler an der Gesamtbevölkerung in den Regionen der Ukraine (2001)
Ruschnyk – ein gewebtes Leinentuch mit ukrainischer Kreuzstich-Stickerei, ein Symbol der Gastfreundschaft und fester Bestand der Volkskunst.[34][35] Jede Region hat eigene Motive, Besonderheiten der Komposition und der Farben, die von Generation zu Generation, von der Mutter zur Tochter tradiert werden. Rushnyk Museum in Perejaslaw.
Mehrheitsethnien in den Rajonen der Ukraine (2001)
Ensemble für traditionelle ukrainische Tänze

Ethnien

Nach der offiziellen Volkszählung von 2001 leben in der Ukraine 77,8 % Ukrainer, 17,3 % Russen und über 100 weitere Ethnien. Eine staatlich nicht anerkannte Minderheit sind die Russinen Transkarpatiens. Neben den zehn größten Ethnien gibt es noch kleinere Minderheiten mit weniger als 100.000 Einwohnern, darunter hauptsächlich Griechen, Roma, Aserbaidschaner, Georgier und Deutsche.[33] Die Ukrainer stellen in allen Regionen mit Ausnahme der Autonomen Republik Krim und der Stadt Sewastopol den größten Teil der Bevölkerung. In diesen beiden Regionen sind Russen die bei weitem überwiegende Volksgruppe, weitere Gebiete mit hohem russischen Bevölkerungsanteil von 39,0 bzw. 38,2 % (Volkszählung von 2001) sind die Oblaste Luhansk und Donezk im Südosten der Ukraine. Russen leben in der Ukraine vorwiegend in Städten. In ländlichen Regionen sind nur 6,9 % der Bevölkerung Russen, während Ukrainer dort einen Anteil von 87,0 % stellen.[36]

Ethnie Anzahl im Jahr 2001 Anteil im Jahr 2001 Anteil im Jahr 1989
Ukrainer 37.541.700 77,8 % 72,7 %
Russen 8.334.100 17,3 % 22,1 %
Rumänen/Moldauer 508.600 00,8 % 00,9 %
Belarussen 275.800 00,6 % 00,9 %
Krimtataren 248.200 00,5 % 00,0 %
Bulgaren 204.600 00,4 % 00,5 %
Magyaren 156.600 00,3 % 00,4 %
Polen 144.100 00,3 % 00,4 %
Juden 103.600 00,2 % 00,9 %
Armenier 99.900 00,2 % 00,1 %

Sprachen

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung der Ukraine beherrscht sowohl die ukrainische als auch die russische Sprache. Das Russische verlor nach der Unabhängigkeit der Ukraine im Jahr 1991 den Status einer Amtssprache. Beide Sprachen sind ostslawische Sprachen. Eine weit verbreitete mündliche Mischform von Ukrainisch und Russisch ist Surschyk.

Bei der Volkszählung von 2001 wurden die Bürger der Ukraine nach ihrer Muttersprache gefragt. 67,5 % gaben Ukrainisch, 29,6 % Russisch als Muttersprache an. Beide Werte entsprechen nicht dem Anteil der Ukrainer bzw. Russen an der Bevölkerung des Landes. Der Unterschied erklärt sich daraus, dass 14,8 % der Ukrainischstämmigen Russisch und 3,9 % der Russischstämmigen Ukrainisch als ihre Muttersprache bezeichnen. (Ein prominentes Beispiel dafür, dass Nationalität und Zugehörigkeit zu einer Sprachgruppe nicht übereinstimmen müssen, ist die ukrainischstämmige Politikerin Julija Tymoschenko, deren Muttersprache Russisch ist.)[37] Die Angehörigen der kleineren Nationalitätengruppen erklärten überwiegend Russisch zu ihrer Muttersprache, lediglich bei den Polen dominierte das Ukrainische.[33]

Einen ukrainischen Muttersprachleranteil von mehr als 90 % ermittelte die Volkszählung in den meisten west- und zentralukrainischen Gebieten. In der Oblast Ternopil erreichte der Anteil ukrainischer Muttersprachler sogar 98,3 %, während in den meisten südukrainischen Oblasten etwa zwei Drittel der Bevölkerung Ukrainisch als Muttersprache angaben. Im Süden erreichte nur in der Autonomen Republik Krim und Sewastopol der ukrainische Muttersprachleranteil lediglich 10,1 bzw. 6,8 %. Im Osten der Ukraine bilden ukrainische Muttersprachler die Mehrheit der Bevölkerung in den Oblasten Charkiw, Dnipropetrowsk und Saporischschja (50,2 bis 67 %). Minoritär sind sie im Osten in den Oblasten Donezk und Luhansk (24,1 bzw. 30 %).[38][39]

Russische Muttersprachler bilden in der Autonomen Republik Krim und Sewastopol die Mehrheit (77,0 bzw. 90,6 %). Viele russische Muttersprachler auf der Krim sind ukrainischstämmig oder gehören anderen Minderheiten an. In der Oblast Donezk und der Oblast Luhansk beträgt der russische Muttersprachleranteil 74,9 bzw. 68,8 %. In der Südukraine (ohne die Halbinsel Krim) liegt der russische Muttersprachleranteil um 30 %. In der nördlichen und zentralen Ukraine liegt er zwischen 1,2 % (Oblast Ternopil) und 10,3 % (Oblast Tschernihiw). In der Stadt Kiew und der Oblast Sumy weichen die Werte ab; hier sind 25,4 bzw. 15,6 % russischsprachige Muttersprachler.[38][39]

Eine Statistik der Akademie der Wissenschaften der Ukraine von 2011 weist 42,8 % der gesamtukrainischen Bevölkerung als zu Hause Ukrainisch sprechend aus, während dort 38,7 % Russisch und 17,1 % beide Sprachen verwenden.[40] Eine Umfrage aus dem Jahr 1993 hatte ergeben, dass 53 % der Bevölkerung in Gesprächen bevorzugt Russisch sprach,[41] eine Zahl, die auch 2013 in einer Statistik auftauchte.[42] Mehrere Befragungen ergaben eine russischsprachige Mehrheit in Regionen, in denen laut offizieller Volkszählung das Ukrainische überwog, darunter etwa die Oblaste Charkiw und Odessa.[43] Im Westen sprechen demnach 94,4 % Ukrainisch, 2,5 % Surschyk und 3,1 % Russisch, während z. B. im Süden, zu dem auch die Halbinsel Krim gehört, 82,3 % Russisch, 12,4 % Surschyk und 5,2 % Ukrainisch sprechen.[41]

Seit der Unabhängigkeit haben sich die Sprachverhältnisse zugunsten des Ukrainischen verschoben. 1989 betrug laut offizieller Statistik der ukrainische Muttersprachleranteil 64,7 %; bis 2001 stieg er auf 67,5 %. Der Anteil russischer Muttersprachler betrug 1989 32,8 % an der Gesamtbevölkerung und sank bis 2001 auf 29,6 %.[38] Seit 1991 ist das Ukrainische die einzige Amtssprache des Landes, obwohl große Teile der Bevölkerung fordern, Russisch wieder als zweite Amtssprache einzuführen.[44] Seit 1991 ist Ukrainisch Pflichtfach in allen Schulen und zunehmend auch Unterrichtssprache. An vielen ukrainischen Hochschulen, insbesondere im technischen Bereich, findet der Unterricht mangels ukrainischer Fachliteratur überwiegend oder ausschließlich in russischer Sprache statt.

Die Sprachenfrage ist in der ukrainischen Politik ein heikles Thema. Die nach Russland orientierte Partei der Regionen sowie die Kommunistische Partei treten für die völlige Gleichberechtigung des Russischen als zweiter Amtssprache ein. Die „orangen“, westlich orientierten Parteien rund um den ehemaligen Präsidenten Juschtschenko und Julija Tymoschenko sowie nationalistische Parteien lehnten dies jedoch ab.

Unter Wiktor Juschtschenko wurde eine aktive Ukrainisierungspolitik betrieben. So wurde das Russische in Schulen und im Alltag zurückgedrängt, und es wurden zahlreiche Maßnahmen durchgeführt, die den Gebrauch der ukrainischen Sprache förderten. Der 2010 gewählte Präsident Janukowytsch hob jedoch viele dieser Maßnahmen wieder auf, wogegen die Opposition um Julija Tymoschenko vehement protestierte.[45] Janukowytsch trat zunächst auch gegen die Einführung des Russischen als zweite Staatssprache ein; hierfür wäre eine Zweidrittelmehrheit im Parlament erforderlich gewesen, die nicht erreichbar schien. Auch fürchtete Janukowytsch Proteste aus dem nationalistischen Lager.[46] Im Frühjahr 2012 griff seine Partei der Regionen die Sprachenfrage dennoch wieder auf. Trotz heftiger, zum Teil handgreiflicher Proteste der Opposition im Parlament wurde ein Gesetz verabschiedet, wonach in einer Region, in der mindestens zehn Prozent der Bevölkerung eine andere als die ukrainische Sprache als Muttersprache haben, diese den Status einer regionalen offiziellen Sprache erhalten soll.[47] Damit ist Russisch in 13 der 27 Regionen, darunter in der Hauptstadt Kiew, dem Ukrainischen gleichgestellt. Eine regionale Aufwertung erhielten zudem Ungarisch (Transkarpatien), Rumänisch (Bukowina) und Krimtatarisch (Krim).

Im Jahr 2005 ratifizierte die Ukraine die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen. Ein von der Werchowna Rada 2012 bzw. 2013 beschlossenes Gesetz erkannte folgende 18 Sprachen offiziell als Minderheitensprachen an: Russisch, Belarussisch, Bulgarisch, Armenisch, Gagausisch, Jiddisch, Krim-Tatarisch, Moldauisch (Variante des Rumänischen), Deutsch, Griechisch, Polnisch, Romani, Rumänisch, Slowakisch, Ungarisch, Ruthenisch, Karäisch, Krimtschakisch.[48] Im Februar 2018 wurde dieses Gesetz allerdings vom Verfassungsgericht als verfassungswidrig befunden und damit für nichtig erklärt.[49]

Im September 2017 verabschiedete das ukrainische Parlament ein Gesetz, das den Gebrauch von Minderheitensprachen als Unterrichtssprache in den Schulen einschränkt. Da Rumänen und Ungarn zu den größten ethnischen Minderheiten der Ukraine zählen, verurteilten Rumänien und Ungarn dieses Gesetz, und der rumänische Präsident, Klaus Johannis, sagte aus Protest einen geplanten Besuch in Kiew ab.[50]

Religion

Hauptartikel: Religionen in der Ukraine
Vorherrschende Religion in den Regionen (nach Anteil der registrierten religiösen Gemeinden)
  • 50–66 % katholisch (großenteils griechisch katholisch)
  • > 66 orthodox
  • 50–66 % orthodox
  • 33–50 % orthodox (mehrheitlich)
  • Klosterkirche St. Michael, Kiew
    Rosenberg-Synagoge, Kiew. Bereits im 10. Jahrhundert lebten Juden in Kiew.
    Dschuma-Dschami-Moschee, Jewpatorija

    Die Ukraine ist ein konfessionell gemischtes Land. Ca. 75 % der Ukrainer gehören den orthodoxen Kirchen an. Bis 2018 bestand eine Spaltung in eine als kanonisch anerkannte Ukrainisch-Orthodoxe Kirche Moskauer Patriarchats,[51] ein autonomer Teil der Russisch-Orthodoxen Kirche und eine nicht anerkannte, nach 1991 entstandene Ukrainisch-orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchats. Zwischen den beiden Kirchen tobte ein erbitterter Streit um Legitimität und um Besitzansprüche an Immobilien. Die Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche galt als dritte östlich-orthodoxe Kirche des Landes. Auch ihre Legitimität war umstritten. Im Oktober 2018 erkannte der ökumenische Patriarch gegen den Widerstand der russisch-orthodoxen Kirche die Kirchen als kanonisch an und unterstellte das Gebiet der Ukraine seiner direkten Zuständigkeit mit dem Ziel einer Vereinigung der drei Kirchen.[52] Am 15. Dezember 2018 fusionierte die Ukrainisch-orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchats mit der ukrainischen autokephalen orthodoxen Kirche zur Orthodoxen Kirche der Ukraine. Die dem Moskauer Patriarchen unterstehende Kirche boykottierte die Synode, auf der die Fusion beschlossen wurde. Dem orthodoxen Ritus folgt auch die 1596 entstandene Ukrainische griechisch-katholische Kirche, die allerdings die Suprematie des Papstes anerkennt und mit Rom uniert ist. Ihr gehören ca. 5,5 Mio. Gläubige an, hauptsächlich im Westen des Landes.

    Daneben gibt es in der Ukraine ca. 2 Mio. Muslime (4 %, davon 1,7 % Tataren), 1,1 Mio. römisch-katholische Christen (2,4 %, vor allem Polen und Deutsche) sowie 1,2 Mio. evangelische Christen (2,7 %), darunter als größte protestantische Gruppe die Baptisten, und etwa 56.000 bis 140.000 Juden.[53]

    Gesundheit

    Die Lebenserwartung bei Männern liegt in der Ukraine bei 67,1 Jahren, Frauen werden durchschnittlich 76,9 Jahre alt.[54] In der Ukraine gibt es keine obligatorische oder staatliche Krankenversicherung, daher können sich viele keine kostspielige Operation leisten.

    Entwicklung der Lebenserwartung[55]
    Zeitraum Lebenserwartung Zeitraum Lebenserwartung
    1950–1955 61,8 1985–1990 70,6
    1955–1960 67,1 1990–1995 68,7
    1960–1965 69,7 1995–2000 67,4
    1965–1970 70,7 2000–2005 67,5
    1970–1975 70,7 2005–2010 67,9
    1975–1980 69,7 2010–2015 71,1
    1980–1985 69,2
    Aids-Epidemie
    Hauptartikel: Aids in der Ukraine

    Ende 2006 waren nach Angaben der WHO 0,2 % der Gesamtbevölkerung mit dem HI-Virus infiziert.[56] Nach Schätzungen waren Anfang 2008 1,7 % der erwachsenen Bevölkerung (von 15 bis 49 Jahren) infiziert.[57] Ungeklärt ist, wieweit dies eine schon lange bestehende Krankheitshäufigkeit ist. Die Ukraine ist somit das am stärksten von Aids betroffene Land in Europa.[58] Nach einer Schätzung von UN-AIDS lebten im Jahr 2016 etwa 240.000 Menschen in der Ukraine mit HIV, von denen jedoch der NGO Gesamtukrainisches Netzwerk von Menschen, die mit HIV/AIDS leben nach nur etwa 139.000 offiziell registriert sind.[59]

    Geschichte

    Antike

    Das skythische goldene Pektorale aus dem Kurgan Towsta Mohyla, viertes Jahrhundert v. Chr.

    Auf dem Gebiet der heutigen Ukraine hielten sich in der Frühzeit meist indogermanische Völker (unter anderem Kimmerier, Skythen und Sarmaten) auf. Darüber hinaus entstanden im siebten bis sechsten Jahrhundert v. Chr. mehrere griechische Kolonien an der Schwarzmeerküste, die im fünften Jahrhundert v. Chr. das Bosporanische Reich bildeten. Im dritten und vierten Jahrhundert ließen sich im Süden zwischen den Flüssen Dnestr und Dnepr und auf der Krim Goten nieder. 375 wurden sie von Hunnen unterworfen. Das Wilde Feld, die ausgedehnten Steppengebiete im Süden des Landes, diente als Durchgangsgebiet für Bulgaren, Awaren, Magyaren und andere Völker.

    Mittelalter

    Die Ausdehnung der Kiewer Rus um 1000 n. Chr.
    Heutiges ukrainisches Territorium in den Grenzen Polen-Litauens als Teil der Polnischen Krone

    Die Region Polesien im Nordwesten der Ukraine gilt als eine mögliche Urheimat der Slawen. Die heutige Ukraine hat ihren Ursprung, genau wie Russland und Belarus, im ersten ostslawischen Staat, der Kiewer Rus. Ab dem 8. Jahrhundert befuhren Wikinger die osteuropäischen Flüsse und vermischten sich mit der slawischen Mehrheitsbevölkerung. Diese auch Waräger oder Rus genannten Kriegerkaufleute waren maßgeblich an der Gründung der Kiewer Rus mit Zentren in Kiew und Nowgorod beteiligt.

    Die Kiewer Rus erreichte ihre Blütezeit im 10. und 11. Jahrhundert, nachdem sie durch militärische Feldzüge Handelsprivilegien in Byzanz durchgesetzt und das Chasarenreich zerstört hatte. Mit der 988 erfolgten griechisch-orthodoxen Christianisierung der Rus begann ein bemerkenswerter kultureller Aufschwung. Allerdings setzten im 12. Jahrhundert feudale Spaltungsprozesse ein. Aufgrund der politischen Zersplitterung erlag das altrussische Reich in den Jahren 1237 bis 1240 der Invasion der Mongolen, die die Rus ihrem Reich der Goldenen Horde tributpflichtig machten. Der nordöstliche Teil der Rus (Fürstentum Wladimir-Susdal, Rjasan, Twer) blieb bis 1480 unter ihrer Herrschaft, während südwestliche Gebiete und Galizien-Wolhynien in Folge der Schlacht am Irpen (1321) und der Schlacht am Blauen Wasser (1362) unter die Herrschaft des Großfürstentums Litauen kamen, das später mit Polen eine gemeinsame Republik Polen-Litauen bildete. Gebiete der heutigen Ukraine gelangten hierbei ab dem 16. Jahrhundert in den polnischen Herrschaftsbereich. Im Osten wurde aus dem Fürstentum Wladimir-Susdal das Großfürstentum Moskau, das nach und nach alle russischen Nachbarfürstentümer um sich konsolidierte und schließlich das tatarische Khanat Kasan unterwarf. Die Ukraine wurde durch dessen Ausdehnung zum russisch-polnischen Rivalitätsgebiet und Grenzland. In dieser Epoche bekam der Landstrich am mittleren Dnepr den festen inoffiziellen Eigennamen Ukraina (Grenzland), der zuvor sowohl in der altrussischen, als auch in der altpolnischen Sprache unterschiedlichste Grenzgebiete bezeichnete. Im Schwarzmeergebiet hielt noch lange die Herrschaft des Krimkhanats unter osmanischer Oberhoheit an, bis die Krim im 18. Jahrhundert vom Russischen Kaiserreich annektiert wurde. In den Grenzregionen zwischen der bewaldeten sesshaften Welt und den nomadisch geprägten Steppenlandschaften (historisch Wildes Feld genannt) lebten die slawischen Kosaken, die sich der Lebensweise als Steppenreiter angepasst hatten, in ständigem Kleinkrieg mit den einfallenden Krimtataren. In Russland waren das die Donkosaken und in der Ukraine die Saporoger oder Dneprkosaken.

    Neuzeit

    Rechtliche Diskriminierung, wirtschaftliche Ausbeutung und religiöser Druck auf die orthodoxe Bevölkerung der südwestlichen Rus seitens der polnischen Krone und der polnischen Magnaten führten immer wieder zu blutigen Aufständen gegen die polnische Herrschaft, die von der oktroyierten Kirchenunion von Brest 1596 weiter angefeuert wurden. Im Jahre 1648 befreite sich die Ukraine in einem Volksaufstand unter Führung des Kosakenhetmans Bohdan Chmelnyzkyj von der Herrschaft Polens und die Saporoger Kosaken begründeten einen unabhängigen Staat, das Hetmanat. 1654 unterstellten sich die Kosaken im Vertrag von Perejaslaw der Oberherrschaft des Moskauer Zaren, und in der Folge kam die Linksufrige Ukraine (in Bezug auf den Fluss Dnepr) mit Kiew unter russische Herrschaft. Das Hetmanat der Kosaken bestand als autonomer Teil des Russischen Kaiserreiches bis in die Regierungszeit Katharinas der Großen.

    Die Rechtsufrige Ukraine, darunter Wolhynien und Podolien, verblieb zunächst bei Polen-Litauen. Das rechtsufrige Hetmanat wurde bereits im 17. Jahrhundert von den Polen aufgelöst. Bei den Teilungen Polens am Ende des 18. Jahrhunderts fiel auch der rechtsufrige Teil der Ukraine an Russland, die im Westen der Ukraine gelegenen Gebiete Galizien und die Bukowina an das Habsburgerreich. Als Resultat mehrerer Russisch-Türkischer Kriege wurden im 18. Jahrhundert weite Teile der heutigen Südukraine den unter osmanischer Vasallität stehenden Krimtataren abgerungen. Diese Gebiete wurden als Neurussland unter der Leitung von Grigori Potjomkin erschlossen und mit Saporoger Kosaken und Siedlern aus der Ukraine und aus Russland besiedelt. Die Ukrainer wurden im Russischen Reich als Kleinrussen bezeichnet, in Anlehnung an eine alte Einteilung der orthodoxen Kirchenprovinzen in Klein-Russland (historisches Kernland um Kiew) und Groß-Russland (die Gebiete im Norden). Zwischen den Teilungen Polens und der russischen Revolution war die Ukraine zudem Teil des jüdischen Ansiedlungsrayons.

    Im 19. Jahrhundert begann sich auf dem Gebiet der heutigen Ukraine eine Nationalbewegung zu entfalten. Sie lehnte die von der zaristischen Regierung präferierte Vorstellung vom dreieinigen russischen Volk aus Großrussen, Kleinrussen und Belarussen ab und strebte die Formierung einer „ukrainischen“ Nation und als Endziel einen Nationalstaat an. Wichtige nationale Vordenker waren der Nationaldichter Taras Schewtschenko und die Historiker Mykola (Nikolaj) Kostomarow und Mychajlo Hruschewskyj. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die ukrainische Nationalbewegung von den Behörden unterdrückt, indem Schulen und bestimmte politische Druckwerke in ukrainischer Sprache (damals bekannt als kleinrussischer Dialekt) verboten wurden. Deshalb verschob sich der Schwerpunkt der Nationalbewegung auf das österreichische Galizien, wo die Ukrainer (unter dem Überbegriff „Ruthenen“) im Unterschied zu Russland als Nationalität anerkannt wurden. Auch wenn in Galizien deutlich mehr Freiheiten der kulturellen und politischen Entfaltung als in Russland bestanden, war die Situation der Ukrainer auch in Galizien nicht unproblematisch, da die Bevölkerungsmehrheit aus ethnischen Polen bestand und die politische Macht vollständig in den Händen polnischer Politiker lag, die eine konsequente Politik der Polonisierung betrieben. Die polnische Sprache wurde zur alleinigen Amtssprache erhoben. Auch in Reaktion darauf formierte sich eine russophile Bewegung in Galizien, die die kulturellen Verbindungen mit Russland betonte und die von den österreichischen und polnisch-galizischen Autoritäten mit Misstrauen beobachtet wurde.

    In Konkurrenz zur „ukrainischen“ Identität stand eine „kleinrussische“ Identität, die stärker auf Russland hin orientiert war.

    Erster Weltkrieg, Bürgerkrieg und frühe Sowjetherrschaft

    Sonderdepesche vom 9. Februar 1918
    West-Ukrainische Volksrepublik (1918)

    Der Erste Weltkrieg führte zu einer Internationalisierung der ukrainischen Frage, brachte die Ukraine aber zwischen die Fronten. Ein Oberster Ukrainischer Rat erklärte am 1. August 1914 seine Loyalität zu Österreich-Ungarn, russische Truppen eroberten jedoch im September 1914 im Rahmen der Schlacht in Galizien den Osten Galiziens einschließlich der Hauptstadt Lemberg (heute Lwiw), in der Folge wurden nationale Institutionen und die ukrainische Sprache verboten. Im Rahmen der Bug-Offensive kam es bis September 1915 zum „Großen Rückzug“ der russischen Armee auf der gesamten Frontlinie. Damit wurde das Gebiet der heutigen Ukraine bis Ende 1917 zum Kriegsgebiet. Die Mittelmächte konnten bis unmittelbar westlich von Tarnopol und Dubno vordringen sowie Kolomyja und Czernowitz erobern; Czernowitz mussten sie jedoch während der Brussilow-Offensive im Juni 1916 zunächst wieder aufgeben, in deren Verlauf Russland im Bereich der heutigen Ukraine wieder bis zu 60 Kilometer westlich vorstoßen konnte und u. a. Iwano-Frankiwsk eroberte. Nach einem kurzzeitigen Erfolg der russischen Kerenski-Offensive in der ersten Julihälfte 1917 (u. a. Einnahme von Kalusch) führte der deutsche Gegenstoß im Rahmen der Tarnopol-Offensive zu einer massiven Beschleunigung des Auflösungsprozesses der demoralisierten russischen Armee. Am 25. Juli 1917 fiel Tarnopol in die Hände deutscher und österreich-ungarischer Truppen, bis Ende August konnten die Truppen der russischen Südwestfront auf die Linie des heute in der Ukraine liegenden Flusses Sbrutsch (ca. 45 Kilometer östlich Tarnopol, vor dem Krieg Grenzfluss zwischen Österreich-Ungarn und Russland) zurückgedrängt werden. Infolge Lenins Dekret über den Frieden kam es am 5. Dezember 1917 zum Waffenstillstand. Schon zuvor, nach der Februarrevolution 1917, hatte sich in Kiew die Zentralna Rada gebildet, die am 25. Januar 1918 die Unabhängigkeit und Souveränität der Ukrainischen Volksrepublik verkündete und damit den ersten ukrainischen Nationalstaat begründete. Am 8. Februar 1918 eroberten die Bolschewiki Kiew. Im Verlauf der Operation Faustschlag im Februar und März 1918 fiel nahezu die gesamte heutige Ukraine in die Hände der Mittelmächte. Am 9. Februar 1918 schloss die Volksrepublik Ukraine mit dem „Brotfrieden“ einen Separatfrieden mit den Mittelmächten. In Berlin setzte man zunächst auf die Förderung der nationalen Bestrebungen als Kampfmittel gegen Russland. Emigrantenorganisationen wie der „Bund zur Befreiung der Ukraine“ fanden Unterstützung im Deutschen Reich, das auch Werbung unter den Kriegsgefangenen betrieb. Vorsichtiger blieb Österreich-Ungarn wegen den damals in Galizien konkurrierenden Nationalbestrebungen der Polen; die Unterstützung seitens der polnischen Eliten erschien Wien wichtiger. Die Mittelmächte setzten die Rada wieder ein und sorgten dafür, dass Sowjetrussland im Friedensvertrag von Brest-Litowsk die Ukraine anerkannte. Da die Mittelmächte mehr Lebensmittellieferungen erwarteten, setzten sie am 29. April 1918 die Regierung ab und verhalfen am 29. April 1918 in einem Umsturz dem früheren zaristischen General Pawlo Skoropadskyj als Hetman an die Macht. Skoropadskyj versuchte eine konservative Restauration des Staatswesens, vor allem wollte er die enteigneten Großgrundbesitzer wieder einsetzen. Dies wurde auch durch Umbenennung des Staatswesens in „Ukrainischer Staat“ unterstrichen. Mit Hilfe des Verwaltungsapparats und der Unterstützung der Besatzer konnte Skoropadskyj zum ersten Mal in der Geschichte einen ukrainischen Staat von Don bis Bug begründen. Die Innenpolitik von Skoropadskyj führte jedoch zur Opposition der Rada und der großen Mehrheit der Bauern. Das harte Besatzungsregime und die Ausbeutung der Ukraine brachte viele Ukrainer gegen die Deutschen auf, am 30. Juli 1918 fiel Oberbefehlshaber Hermann von Eichhorn zusammen mit seinem Adjutanten in Kiew einem Bombenattentat zum Opfer. Drei Tage nach dem Waffenstillstand von Compiègne, am 14. November 1918, bildete sich in Kiew aus oppositionellen Kreisen eine „Direktorium“ genannte Exekutive. Ukrainische Verbände bedrohten Kiew, ließen aber die deutschen Truppen abziehen, denen sich Skoropadskyj anschloss. Das Direktorium bildete am 14. Dezember 1918 in Kiew eine neue Regierung.[60]

    Am 22. Januar 1919 wurde die Vereinigung der Ukrainischen Volksrepublik und der Westukrainischen Volksrepublik beschlossen. Das Gebiet der Westukrainischen Volksrepublik wurde jedoch auch von Polen beansprucht und im Rahmen des Polnisch-Ukrainischen Krieges bis Juli 1919 vollständig besetzt; jedoch wurden im Polnisch-Sowjetischen Krieg die polnischen Truppen kurz darauf zurückgedrängt. In der Folge fielen die westukrainischen Gebiete an Polen, Rumänien und die Tschechoslowakei, die Zentral-, Ost- und Südukraine an die Russische Sowjetrepublik. Parallel dazu gelang es der überwiegend bäuerlichen Machno-Bewegung im Südosten des Landes, eine anarchistische Revolution durchzuführen. Zunächst halfen die Anarchisten den sowjetischen Bolschewiken gegen die konservativ-monarchistischen „Weißen“ von Anton Denikin, dann wurden sie jedoch selbst von den Bolschewiken vernichtet. Im Verlauf des sehr wechselvollen und blutigen Russischen Bürgerkriegs wurden die meisten Gebiete der Ukraine von der Roten Armee erobert und unter Leo Trotzki Sowjetrussland angeschlossen. Mit der Gründung der Sowjetunion im Dezember 1922 wurde die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik (USSR) gegründet. Die frühe bolschewistische Nationalitätenpolitik der Korenisazija zielte darauf ab, die Minderheiten für die sozialistische Idee zu gewinnen und gleichzeitig die reaktionären einheitsrussischen Kräfte zu schwächen. Es begann eine bis 1931 anhaltende[61] staatliche Politik der Ukrainisierung, die die ukrainische Sprache förderte und den Anteil von Ukrainern in der Kommunistischen Partei und den Behörden vergrößerte.

    Das allgemeine Frauenwahlrecht bestand seit dem 10. März 1919.[62]

    Für die junge Sowjetunion war die Ukraine die „Kornkammer“. Als unter Josef Stalin seit 1929 die Landwirtschaft zwangsweise kollektiviert wurde, kam es in der Ukraine zu einer unter dem Namen Holodomor bekannten Hungersnot, die in der Ukraine nach neuesten Schätzungen ca. 3,5 Millionen Menschenleben forderte, mehr als in den anderen Gebieten der Sowjetunion zusammen (andere Schätzungen liegen zwischen 2,4 Millionen und bis zu 14,5 Millionen Opfern).[63] Ukrainische Geschichtswissenschaftler gehen davon aus, dass sie absichtlich herbeigeführt wurde.[64] Lasar Kaganowitsch gilt als Hauptverantwortlicher für den Terror im Zusammenhang mit der Zwangskollektivierung. Die Bewertung der historischen Ereignisse ist jedoch umstritten.

    Zweiter Weltkrieg

    Infolge des Hitler-Stalin-Pakts wurden nach dem deutschen Überfall auf Polen und der sowjetischen Invasion Ostpolens im Sommer 1939 zunächst, wie im Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag verabredet, die seit 1921 zu Polen gehörenden westukrainischen Gebiete von der Sowjetunion annektiert. Nach Beginn des Deutsch-Sowjetischen Krieges wurden jene im August 1941 Teil des deutschen Generalgouvernements. Der größere Teil des Territoriums der Ukraine unterstand nach seiner Besetzung durch die deutsche Wehrmacht von 1941 bis 1943/44 als Reichskommissariat Ukraine einer Zivilverwaltung durch das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete.

    Teile der ukrainischen Bevölkerung führten einen Partisanenkrieg gegen die deutschen Besatzer, andere, vor allem in Galizien, arbeiteten mit den Deutschen zusammen. Im Westen des Landes kämpfte die Ukrainische Aufständische Armee gegen die vorrückenden Sowjets und die polnische Bevölkerung. Da die Angehörigen dieser Untergrundarmee wussten, dass sie in der Hand sowjetischer Behörden dem Tod geweiht waren, dauerte ihre Niederschlagung durch Einheiten des NKWD weit über das Ende des Zweiten Weltkrieges hinaus.

    Die Ukraine war Schauplatz zahlreicher Massenmorde an Juden, Polen, Roma und sowjetischen Kriegsgefangenen (u. a. Massaker von Babyn Jar). Über zwei Millionen Ukrainer wurden als Ostarbeiter nach Deutschland verschleppt. Der Zweite Weltkrieg forderte in der Ukraine etwa vier Millionen zivile Todesopfer, davon etwa eineinhalb Millionen jüdische Ukrainer. Fast die gesamte jüdische Bevölkerung, sofern nicht geflohen, wurde ausgelöscht. Dörfer und Städte wurden mit der Taktik der verbrannten Erde erst von der Roten Armee, dann von den deutschen Besatzern auf ihren jeweiligen Rückzügen zerstört. Es gab 1945 in der Ukraine etwa zehn Millionen Obdachlose.

    An einige Opfer erinnern die Stolpersteine in der Ukraine.

    Nachkriegszeit

    Im Zuge der Westverschiebung Polens wurde nahezu die gesamte polnische Bevölkerung aus den ehemals polnischen Gebieten der heutigen Westukraine ausgesiedelt, teilweise auch gewaltsam vertrieben. Im Gegenzug wurde die ukrainische Minderheit Polens in die Ukraine, zum Teil auch in den Westen Polens zwangsumgesiedelt.

    Nach dem Krieg war erstmals die gesamte Ukraine in einem Staat, der Sowjetunion, vereint. Am 24. Oktober 1945 trat die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik als Gründungsmitglied den Vereinten Nationen bei. Im Jahr 1954 wurde anlässlich des 300-jährigen Jubiläums der Vereinbarung von Perejaslaw der Oblast Krim aus der Russischen (RSFSR) in die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik (USSR) überführt. Die Nachkriegszeit war in der Ukraine vom Wiederaufbau und starker Industrialisierung sowie von einem raschen Bevölkerungswachstum gekennzeichnet. Die Einwohnerzahl der Ukrainischen SSR stieg von rund 36,5 Millionen im Jahr 1950 auf 51,7 Millionen im Jahr 1989.[65]

    Unabhängigkeit

    Das Kiewer Höhlenkloster gehört zu den nationalen Heiligtümern der drei ostslawischen Nationen.

    Mit dem Zerfall der Sowjetunion erlangte die Ukraine im Dezember 1991 nach einem Referendum mit 90,3 % Zustimmung ihre staatliche Unabhängigkeit.[66] Eine Alternative zur Unabhängigkeit der Ukraine war faktisch nicht vorhanden, was massiv zu dem eindeutigen Wahlergebnis beitrug.[67] Das bereits im Jahr 1919 eingeführte Frauenwahlrecht wurde in dem Referendum bestätigt. Seit der Unabhängigkeit sucht die Ukraine ihre nationale Identität und ihre internationale Rolle zwischen einer westlichen Orientierung, beispielsweise einer Ukraine und die Integration in die Europäische Union, und einer östlichen Orientierung, d. h. einer politischen Orientierung zu Russland hin.[68] Die Ukraine leidet seit ihrer Unabhängigkeit unter schweren wirtschaftlichen und demografischen Problemen. Seit ihrer Unabhängigkeit sank die Einwohnerzahl um mehr als 6,25 Millionen Menschen.[65] Das Bruttoinlandsprodukt der Ukraine erreichte im Jahr 2012 nur noch 69,3 % des Wertes von 1990.[69]

    Über Atomwaffen verfügten nach dem Zerfall der Sowjetunion neben Russland auch drei weitere Nachfolgestaaten der UdSSR: die Ukraine, Belarus und Kasachstan. In der Ukraine befand sich mit insgesamt 1832 Nuklearsprengköpfen das zu diesem Zeitpunkt weltweit drittgrößte Kernwaffenarsenal. Zudem wurde das Potential von Nuklearwissenschaftlern in der Ukraine von russischer Seite auf etwa 1000 Personen eingeschätzt. Die Ukraine lieferte 1991 die meisten taktischen Atomwaffen an Russland ab, behielt jedoch die strategischen Atomwaffen und forderte für ihre Auslieferung vom Westen Geld und Sicherheitsgarantien.[70] Sie erhielt US-Finanzhilfe und Sicherheitsgarantien auf der Basis eines trilateralen Abkommens mit Russland und den USA im Januar 1994 (Budapester Memorandum), trat Ende 1994 dem Atomwaffensperrvertrag und dem Start-I-Vertrag bei und erklärte sich 1996 für atomwaffenfrei.[71]

    Bei der Präsidentschaftswahl 2004 und der anschließenden Protesten, der sogenannten orangen Revolution, setzte sich der westlich orientierte Präsidentschaftskandidat, Wiktor Juschtschenko, gegen den von Russland unterstützten Wiktor Janukowytsch durch. Das galt vielen politischen Beobachtern als richtungsweisend für die künftige Orientierung der Ukraine. Die wichtigsten Protagonisten des orangen Lagers, Juschtschenko und Julija Tymoschenko, konnten sich aber in den folgenden Jahren nicht auf einen gemeinsamen Weg einigen, und viele Hoffnungen der Bevölkerung blieben unerfüllt. Die Unzufriedenheit aufgrund der politischen Stagnation mündete in der Präsidentschaftswahl 2010, bei denen der russlandfreundliche Janukowytsch ins Präsidentenamt gewählt wurde.[72]

    Es folgten mehrere Schritte zur Konsolidierung eines Autoritarismus, welche allenfalls auf sporadischen Widerstand trafen. Die Opposition war durch die vorangegangenen Wahlen weitgehend gelähmt und die Zivilgesellschaft zu fragmentiert. Insbesondere das Verfassungsgericht wurde zum Befehlsempfänger der Präsidialadministration und verwarf die Verfassungsänderung von 2004 und deren Beschneidungen der Kompetenzen des Präsidenten. Für eine Preisreduktion von 100 Dollar je 1000 Kubikmeter Gas erhielt Russland ein neues Abkommen für die Schwarzmeerflotte bis ins Jahr 2042.[72]

    Für die Parlamentswahlen 2012 schränkte das Regime die Möglichkeiten der Opposition ein, Stimmenkauf und Manipulation bei der Auszählung ließen die Menschen desillusioniert zurück. Vor dem Hintergrund der vermeintlich gesicherten autoritären Präsidialherrschaft war die folgende Protestbewegung um so unerwarteter.[72]

    Jüngste Vergangenheit

    Im November 2013 begannen die Euromaidan genannten Proteste, als die Unterzeichnung einer EU-Assoziierung der Ukraine unter dem Druck Russlands ausgesetzt wurde.[73] Die Proteste richteten sich auch gegen die verbreitete Korruption.[74] Im Februar 2014 wurde eine Einigung erzielt, die die Rückkehr zur bis September 2010 gültigen Verfassung vorsah und die faktische Absetzung Wiktor Janukowytschs beinhaltete; dieser tauchte unter und flüchtete nach Russland.[75] Die rechtliche Bewertung der Absetzung und Flucht Janukowytschs, den ein Kiewer Gericht 2019 des Hochverrats schuldig sprach, ist umstritten.[76]

    Am 27. Februar 2014 wurde eine Übergangsregierung unter Arsenij Jazenjuk gebildet. Im weiteren Verlauf annektierte Russland noch im selben Jahr völkerrechtswidrig die Krim, und es kam zu sezessionistischen Bewegungen im Osten der Ukraine, die in einem bewaffneten Konflikt eskalierten, der seither andauert. Am 15. Februar 2015 wurde ein Minsk II genanntes Abkommen geschlossen, das auf eine Befriedung des Konflikts in der östlichen Ukraine abzielt.

    In den beiden folgenden Jahren musste die Ukraine laut dem polnischen Wirtschaftswissenschaftler Leszek Balcerowicz Schocks aus dem Erbe des vormaligen Präsidenten sowie der russischen militärischen und ökonomischen Aggression (durch ein Embargo) verkraften. Die ausstehenden Reformen sollten Privatisierungen umfassen, da der Staat noch viele defizitäre Unternehmen besitze, aus denen Geld abgezweigt würde.[77] Im Frühjahr 2017 sollte nach einem Urteilsspruch des Stockholmer Schiedsgerichts die latente Drohung einer Milliardenklage seitens Gazprom entfallen, die ein Relikt des seit 2009 schwelenden russisch-ukrainischen Gasstreits war.[78]

    Am 26. November 2018 verhängte das ukrainische Parlament einen auf 30 Tage befristeten Ausnahmezustand.[79] Es reagierte damit auf die massiven Übergriffe der russischen Küstenwache auf ukrainische Schiffe sowie die Gefahr einer großflächigen Invasion durch die Russische Föderation[80] aufgrund massiver russischer Truppenkonzentrationen entlang der ukrainischen Grenze.[81] Die Gefahr einer russischen Invasion bestand erneut seit Frühjahr 2021 aufgrund von Truppenkonzentrationen entlang der ukrainischen Grenze.[82] Wladimir Putin unterzeichnete am 21. Februar 2022 ein Dekret zur Anerkennung der Unabhängigkeit der besetzten ukrainischen Gebiete.[83] Nicht einmal diese Anerkennung habe die vom Westen immer wieder mit Erstaunen konstatierte Gelassenheit der Ukrainer stören können, so der ukrainische Intellektuelle Jurij Andruchowytsch, jedoch die „wahnsinnige“ Rede Wladimir Putins danach. Andruchowytsch stellte darin Orwell'sche Elemente fest; Putin nenne Krieg Frieden, Attacke nenne er Verteidigung und seine Ideologie stamme aus dem 19. Jahrhundert. Putin, der nur geopolitisch denke, habe jeglichen Kontakt zur Realität verloren und interessiere sich weder für die realen Probleme Russlands noch für die reale Ukraine.[84]

    Am 24. Februar 2022 griff Russland die Ukraine unter Verletzung des Gewaltverbotes der UN-Charta[85] von mehreren Seiten an, sowohl aus Russland als auch von der annektierten Halbinsel Krim und aus dem Nachbarstaat Belarus.[86] Bilder zeigen heftige Explosionen in mehreren ukrainischen Städten.[87] Schwere Bombenangriffe und Beschuss auf ukrainische Städte treffen auch die Zivilbevölkerung, vor allem in den Städten Kiew, Charkiw, Schytomyr und Mariupol.[88][89][90] Infolge der Angriffe verhängte der ukrainische Präsident den Kriegszustand im Land.[91]

    Politik

    Politisches System

    Politisches System der Ukraine

    Die Ukraine ist nach der Verfassung der Ukraine ein demokratischer, republikanisch, sozial- und rechtsstaatlich organisierter Einheitsstaat mit einem semipräsidentiellen Regierungssystem. Von Verfassung wegen ist eine Gewaltenteilung vorgesehen. Staatsoberhaupt ist der Präsident, die Regierung (Ministerkabinett der Ukraine) wird von einem Ministerpräsidenten geleitet. Einzig die Autonome Republik Krim hatte (und hat dies auch de jure noch immer) davon abweichend das Recht, über eine eigene Verfassung, Regierung und teilautonome Gesetzgebung zu verfügen.

    Verfassung

    Hauptartikel: Verfassung der Ukraine
    Die „erste Verfassung Europas“, auch Verfassung Pylyp Orlyks von 1710, die bereits die Gewaltenteilung von Legislative, Exekutive und Judikative vorsah, noch vor Montesquieus Vom Geist der Gesetze (1748). Auf sie beziehen sich Ukrainer in ihren Begründungen und Ausformungen eigener demokratischer Staatlichkeit.

    Die Verfassung der Ukraine stammt vom 28. Juni 1996 und beansprucht als Staatsgrundgesetz höchste rechtliche Autorität. Alle Maßnahmen des Staates und seiner Einrichtungen, einschließlich der Gesetzgebung und völkerrechtlicher Verträge, müssen mit ihr im Einklang stehen.

    Für die Auslegung der Verfassung und die Prüfung der Verfassungsmäßigkeit staatlichen Handelns ist allein und ausschließlich das Verfassungsgericht der Ukraine zuständig.

    Änderungen der Verfassung obliegen dem Parlament und sind in einem besonderen Verfassungsänderungsverfahren im Rahmen einer regulären gesetzgebenden Sitzung mit Zweidrittelmehrheit der gesetzlichen Mitglieder der Werchowna Rada zu beschließen. Sie sind als verfassungsänderndes Gesetz vom Präsidenten der Ukraine auszufertigen. Änderungen hinsichtlich der Staatsgrundsätze, der Wahlen und Referenden, sowie der Bestimmungen über die Verfassungsänderung bedürfen darüber hinaus der Zustimmung in einem Referendum.

    Dies geschah mit dem Gesetz Nr. 2222-IV vom 8. Dezember 2004 erstmals, und beschnitt u. a. die damaligen Rechte des Präsidenten. Diese Änderungen wurden mit einer Entscheidung des Verfassungsgerichts der Ukraine vom 1. Oktober 2010 als verfassungswidrig verworfen und für nichtig erklärt.[92][93] Im Zuge der Staatskrise 2013/14 beschloss das Parlament getreu der „Vereinbarung über die Beilegung der Krise in der Ukraine“ am 21. Februar 2014 die Wiederinkraftsetzung der Änderungen von 2004. Allerdings fehlte diesem Parlamentsbeschluss zur verfassungsgemäßen Wirksamkeit die Unterschrift des damals noch amtierenden Präsidenten Wiktor Janukowytsch. Ob und, wenn ja, wann dies durch den neuen Präsidenten nachgeholt werden kann und wird, ist unklar. Bis dahin gilt die Verfassung in ihrer Urfassung von 1996 fort.

    Verfassungsorgane

    Präsident

    Hauptartikel: Präsident der Ukraine
    Zeremonieller Präsidentenpalast in Kiew

    Der Präsident der Ukraine (ukrainisch Президент України President Ukrajiny) ist Staatsoberhaupt und vertritt den Staat der Ukraine nach innen wie nach außen völkerrechtlich. Er soll die territoriale Integrität und Souveränität der Ukraine wahren und steht an der Spitze der Exekutive.

    Die Aufgaben des Präsidenten umfassen:

    • die Ernennung des Ministerpräsidenten mit Zustimmung des Parlaments sowie der Minister, der diplomatischen Vertreter des Landes, zwei Drittel der Mitglieder des Verfassungsgerichts und der Zentralbank, sowie den Generalstaatsanwalt,
    • Ausfertigung der Gesetze des Parlaments mit der Möglichkeit eines Vetos gegen Beschlüsse des Parlaments,
    • Recht zur Aufhebung von Maßnahmen der Regierung und Bestimmung des Zuschnitts der Ministerien,
    • Ausübung des Gnadenrechts für die gesamte Ukraine,
    • Errichtung oder Auflösung von Gerichten und Gerichtszweigen,
    • Vorsitz des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats der Ukraine
    • Oberbefehl über die Streitkräfte der Ukraine, Verhängung des Kriegsrechts sowie Ausrufung der Generalmobilmachung im Spannungs- oder Kriegsfall,
    • vorzeitige Auflösung des Parlaments,
    • Verordnungen und Dekrete an die Einrichtungen der Exekutive, einschließlich des Ministerkabinetts.

    Eine Delegation dieser Befugnisse ist ausdrücklich ausgeschlossen. Beraten wird der Präsident vom „Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine“.

    Der Präsident wird für eine Amtszeit von fünf Jahren in direkter Wahl durch das Staatsvolk der Ukraine gewählt. Dabei darf ein Kandidat nicht mehr als zwei Amtszeiten hintereinander das Amt ausfüllen. Wählbar ist, wer mindestens 35 Jahre alt ist, die ukrainische Staatsangehörigkeit besitzt, aktiv wahlberechtigt ist und seit mindestens 10 Jahren in der Ukraine lebt.

    Ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Amt ist durch eigenen Rücktritt, Feststellung der gesundheitsbedingten Amtsunfähigkeit, ein förmliches Amtsenthebungsverfahren oder den Tod des Amtsinhabers möglich.

    Parlament

    Hauptartikel: Werchowna Rada

    Die Werchowna Rada (ukrainisch Верховна Рада Oberster Rat) ist das unikameralistische Parlament der Ukraine. Es übt die alleinige legislative Gewalt des Staates aus. Es wird für eine Legislaturperiode von fünf Jahren vom Staatsvolk der Ukraine direkt gewählt, wobei Wahltermin und -verfahren vom scheidenden Parlament bestimmt werden. Abgeordnete der Rada genießen rechtliche Immunität für die Dauer der Legislaturperiode und dürfen während ihrer Zeit als Abgeordnete kein (anderes) Amt innerhalb der Ukraine ausüben, insbesondere nicht der Exekutive angehören. Die Rada kann außer durch Ablauf der Legislaturperiode nur im Ausnahmefall vom Präsidenten der Ukraine aufgelöst werden, wobei in diesem Falle unverzüglich Neuwahlen anzusetzen sind. Die Werchowna Rada wird von einem aus ihrer Mitte gewählten Präsidenten der Werchowna Rada geleitet und vertreten.

    Zu den Befugnissen des Parlaments zählen:

    • die Gesetzgebung,
    • der Beschluss über Verfassungsänderungen,
    • Beschluss des Staatshaushalts,
    • Beschluss zum Abhalten eines Referendums,
    • Zustimmung zur Ernennung des Ministerpräsidenten und der übrigen vom Präsidenten ernannten Beamten, sowie und Misstrauensanträge gegen diese,
    • Beschluss über die Rahmenbedingungen der Innen- und Außenpolitik von Ministerkabinett und Präsident,
    • Aufstellung der Streitkräfte der Ukraine,
    • Beschluss über den Kriegsfall und Kriegserklärungen,
    • parlamentarische Kontrolle des Präsidenten und des Ministerkabinetts,
    • Auflösung der Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim, sofern dies durch das Verfassungsgericht der Ukraine wegen verfassungswidrigen Verhaltens bestimmt wurde,
    • die Amtsenthebung des Präsidenten.

    Regierung

    Die Regierung der Ukraine wird vom Ministerkabinett (ukrainisch Кабінет Міністрів України Kabinet Ministriv Ukrajiny, „Kabinett der Minister der Ukraine“) wahrgenommen. Dieses setzt sich aus dem Ministerpräsidenten (ukrainisch Прем'єр-міністр України Prem’er Ministr Ukrajiny, „Premierminister der Ukraine“), dem Ersten Vize-Ministerpräsidenten, drei weiteren Vize-Ministerpräsidenten und den Ministern zusammen. Ersterer wird vom Präsidenten der Ukraine mit Zustimmung der Werchowna Rada ernannt. Die übrigen Mitglieder des Kabinetts werden auf Vorschlag des Ministerpräsidenten vom Präsidenten ernannt. Die Amtszeit des Kabinetts ist an die Amtszeit des Ministerpräsidenten gebunden. Die Werchowna Rada kann gegen den Ministerpräsidenten ein Misstrauensvotum abgeben mit der Folge, dass dieser und mit ihm das gesamte Kabinett durch den Präsidenten aus dem Amt zu entlassen sind. Das Ministerkabinett ist durch seine doppelseitige Ernennung und Entlassung für seine Arbeit auf Mehrheiten in der Werchowna Rada ebenso angewiesen wie auf die Unterstützung des Präsidenten.

    Zuletzt war die Regierung unter Ministerpräsident Mykola Asarow von der Partei der Regionen auf die Unterstützung der Kommunistischen Partei und unabhängiger Abgeordneter angewiesen. Asarow wurde noch von Janukowytsch auf dessen Rücktrittsersuchen vom 28. Januar 2014[94] hin vor der Werchowna Rada entlassen. Mit den Regierungsgeschäften bis zur Ernennung einer neuen Regierung wurde der bisherige Erste Vize-Ministerpräsident Serhij Arbusow, ebenfalls von der Partei der Regionen, kommissarisch bestimmt.[95] Am 22. Februar 2014 bestimmte die Werchowna Rada, ihn als geschäftsführenden Ministerpräsidenten zu entlassen und die Leitung des Ministerkabinetts bis zur Wahl eines neuen Ministerpräsidenten auf den Parlamentspräsidenten der Werchowna Rada, Oleksandr Turtschynow von der Vaterlandspartei zu übertragen.[96] Vom 27. Februar 2014 bis zum 2. Dezember 2014 war die Regierung Jazenjuk im Amt, deren angebotener Rücktritt vom Parlament verworfen wurde.[97][98][99] Vom 2. Dezember 2014 bis zum 14. April 2016 regierte eine Koalitionsregierung unter dem im Amt bestätigten Ministerpräsidenten Arsenij Jazenjuk, die sich nach der Parlamentswahl Ende Oktober gebildet hatte.[100] Sie wurde am 14. April 2016 nach Rücktritt Jazenjuks durch das Kabinett Hrojsman, eine von Wolodymyr Hrojsman gebildete Koalitionsregierung, abgelöst. Nach der vorgezogenen Parlamentswahl in der Ukraine 2019 trat die Werchowna Rada am 29. August 2019 erstmals zusammen und wählte Oleksij Hontscharuk zum neuen Ministerpräsidenten.[101] Nachdem das Parlament am 4. März 2020 ein Rücktrittsgesuch von Oleksij Hontscharuk angenommen hatte, wählte es am selben Tag Denys Schmyhal zum neuen Ministerpräsidenten.[102]

    Wahlen und politische Parteien

    Für die Organisation und Durchführung der Präsidenten- und Parlamentswahlen, der Kommunalwahlen und Referenden ist die Zentrale Wahlkommission der Ukraine, eine Behörde mit Sitz in Kiew zuständig. Die 15 Mitglieder der Kommission werden für den Zeitraum von 7 Jahren von der Werchowna Rada gewählt und vom Staatspräsidenten ernannt. Seit 2011 gilt für die Parlamentswahlen ein sogenanntes Grabenwahlsystem.

    Die Landschaft der politischen Parteien in der Ukraine befindet sich im Umbruch, neue Parteien entstehen, ältere schließen sich zusammen oder ändern ihre Namen. Somit ist die ukrainische Politik teils stärker durch die Kontinuität von einzelnen Spitzenpolitikern in wechselnden Konstellationen als durch einzelne Gruppierungen geprägt; die Wahlen von 2012, 2014 und 2019 zeigten je sehr unterschiedliche Ergebnisse. Als wichtiges Kriterium zur politischen Einordnung der Parteien zählt vor allem auch ihre Position gegenüber der EU beziehungsweise gegenüber Russland.

    Die Regionalwahlen 2020 zeigten eine Stärkung der Autonomie aufgrund der Dezentralisierungsreformen der Ukraine ab 2014 sowie föderaler finanzieller Unabhängigkeit. Auf lokaler Ebene gegründete politische Parteien waren bei den Bürgermeisterwahlen erfolgreich und nicht länger auf die Unterstützung nationaler Parteien angewiesen.[103]

    Im März 2022 verbot Präsident Selenskyj eine Reihe prorussischer Parteien, darunter zwei im Parlament vertretenen Parteien, Oppositionsplattform – Für das Leben und Oppositionsblock, weil deren Arbeit auf Spaltung oder Kollaboration abziele. Das Verbot solle so lange bestehen bleiben, wie in der Ukraine das Kriegsrecht gilt.[104]

    Politische Indizes

    Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes
    Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
    Fragile States Index 69,8 von 120 91 von 179 Stabilität des Landes: Warnung
    0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
    2021[105]
    Demokratieindex 5,57 von 10 86 von 167 Hybridregime
    0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
    2021[106]
    Freedom in the World Index 61 von 100 Freiheitsstatus: teilweise frei
    0 = unfrei / 100 = frei
    2022[107]
    Rangliste der Pressefreiheit 55,8 von 100 106 von 180 Erkennbare Probleme für die Pressefreiheit
    100 = gute Lage / 0 = sehr ernste Lage
    2022[108]
    Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 32 von 100 122 von 180 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2021[109]

    Verwaltungsgliederung

    Republik MoldauUngarnSerbienRumänienRusslandPolenSlowakeiBelarusOblast WolynOblast RiwneOblast SchytomyrKiewOblast KiewOblast TschernihiwOblast SumyOblast LwiwOblast TernopilOblast ChmelnyzkyjOblast TranskarpatienOblast Iwano-FrankiwskOblast TscherniwziOblast WinnyziaOblast OdessaOblast TscherkassyOblast PoltawaOblast CharkiwOblast LuhanskOblast DonezkOblast KirowohradOblast MykolajiwOblast ChersonOblast DnipropetrowskOblast SaporischschjaAutonome Republik KrimSewastopol
    Überblick über die Verwaltungsgliederung der Ukraine

    Oblaste (Verwaltungsregionen)

    Die Ukraine ist in 24 Oblaste (ukr. область, Bezirke, wörtl. Gebiete), die Autonome Republik Krim und zwei Städte mit Sonderstatus, Kiew und Sewastopol, gegliedert.

    1. Oblast Tscherkassy
    2. Oblast Tschernihiw
    3. Oblast Tscherniwzi
    4. Oblast Dnipropetrowsk
    5. Oblast Donezk
    6. Oblast Iwano-Frankiwsk
    7. Oblast Charkiw
    8. Oblast Cherson
    9. Oblast Chmelnyzkyj
    1. Oblast Kirowohrad
    2. Oblast Kiew
    3. Stadt Kiew
    4. Autonome Republik Krim
    5. Oblast Luhansk
    6. Oblast Lwiw
    7. Oblast Mykolajiw
    8. Oblast Odessa
    9. Oblast Poltawa
    1. Oblast Riwne
    2. Oblast Sumy
    3. Oblast Ternopil
    4. Oblast Winnyzja
    5. Oblast Wolyn
    6. Oblast Transkarpatien
    7. Oblast Saporischschja
    8. Stadt Sewastopol
    9. Oblast Schytomyr

    Die Autonome Republik Krim (ukrainisch Автономна Республіка Крим), zu Zeiten der UdSSR offiziell Oblast Krim, ist geographisch gesehen die Krimhalbinsel ohne die verwaltungsmäßig eigenständige Stadt Sewastopol und hat als Hauptstadt Simferopol.

    Seit der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 kann die Regierung in Kiew keine Gebietshoheit mehr über die Autonome Republik Krim und die Stadt Sewastopol ausüben.

    Die Ukraine ist ein Einheitsstaat, die Oblaste und Kommunen hatten lange Zeit nur sehr wenig Befugnisse. Am 28. Juni 2014 gab der ukrainische Präsident Poroschenko bekannt, dass es eine Verfassungsreform geben und die Macht dezentralisiert werden soll. Die Kommunen sollen deutlich mehr Befugnisse haben und ein Teil der Steuern bei den Oblasten verbleiben.[110]

    Größte Städte

    Der größten Städte in der Ukraine sind (Stand 2017):[111]

    Rang Name Name
    ukrainisch (kyrillisch)
    Einwohner
    01. Kiew (Kyjiw) Київ 2.925.760
    02. Charkiw Харків 1.439.036
    03. Odessa Одеса 1.010.783
    04. Dnipro Дніпро 0.976.525
    05. Donezk Донецьк 0.927.201
    06. Saporischschja Запоріжжя 0.750.685
    07. Lwiw (Lemberg) Львів 0.727.968
    08. Krywyj Rih Кривий Ріг 0.636.294
    09. Mykolajiw Миколаїв 0.490.762
    10. Mariupol Маріуполь 0.449.498
    11. Sewastopol Севастополь 0.382.878
    12. Luhansk Луганськ 0.413.370
    13. Winnyzja Вінниця 0.372.672
    14. Simferopol Сімферополь 0.341.155
    15. Makijiwka Макіївка 0.347.376

    Außenpolitik

    Staaten mit Botschaft oder Konsulat der Ukraine

    Die ukrainische Außenpolitik in den ersten Jahren der staatlichen Unabhängigkeit wurde von ukrainischen Politikern als „multivektoral“ bezeichnet und dabei von politischen Beobachtern im Ausland oft als uneinheitlich wahrgenommen. Einerseits strebte die Ukraine eine Annäherung an NATO und EU an, andererseits waren gute Beziehungen zum großen Nachbarn Russland für das Land von elementarer Bedeutung.[112] Erst Präsident Wiktor Juschtschenko erklärte bei seinem Amtsantritt im Januar 2005 die Westorientierung und damit verbunden die Mitgliedschaft des Landes in der EU zu seinem politischen Ziel.[113] Als sich in den folgenden Jahren immer deutlicher abzeichnete, dass für die Ukraine zu der Zeit keine realistische Beitrittsperspektive zur EU bestand, bemühte sich Juschtschenko im Jahr 2008 um einen raschen Beitritt zur NATO.[114] Trotz der Unterstützung der USA[115] wurde auf der Bukarester NATO-Ratstagung im April 2008 kein formaler Beschluss über einen sofortigen Beitrittsstatus für die Ukraine gefasst, was letztlich einer Ablehnung des Beitrittswunsches gleichkam.[116]

    Bei den Präsidentschaftswahlen 2010 sprachen sich die vier führenden Kandidaten Wiktor Janukowytsch, Julija Tymoschenko, Serhij Tihipko und Arsenij Jazenjuk für die Einführung „europäischer Standards“ in der Ukraine aus. Sie standen damit alle für eine schrittweise Annäherung an die EU und gleichzeitige strategische und gutnachbarschaftliche Beziehungen mit Russland.[117]

    Der neu gewählte Präsident Janukowytsch erklärte nach seinem Amtsantritt im Februar 2010, die Ukraine wolle ein blockfreies Land sein und verstehe sich als „eine Brücke zwischen Russland und der EU“. Einer NATO-Mitgliedschaft erteilte er eine klare Absage.[118] Janukowytsch hielt ein geplantes Assoziierungsabkommen mit der EU zurück und versuchte sich enger an Russland zu binden.[119] Am 8. Juni 2017 hatte das ukrainische Parlament die NATO-Mitgliedschaft wieder als außenpolitisches Ziel bestimmt.[120] Der ukrainisch-russische Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und Partnerschaft wurde am 1. Juni 1997 unterzeichnet, jedoch erst im April 1999 von den Parlamenten ratifiziert. Er sollte gemäß ukrainischen Verlautbarungen im September 2018 beim Auslaufen am 1. April 2019 von der Ukraine nicht verlängert werden.[121]

    Im Februar 2019 wurde das Ziel eines NATO- sowie eines EU-Beitritts in der Verfassung festgeschrieben.[122]

    Geopolitische Bedeutung der Ukraine

    Die Ukraine in der US-Geostrategie von Zbigniew Brzeziński

    Zbigniew Brzeziński präsentierte 1997 in seinem Werk Die einzige Weltmacht eine Geostrategie für die USA. Die Strategie zielte darauf ab, zunächst die globale Vormachtstellung der USA vor einem möglichen eurasischen Gegengewicht zu sichern und auf lange Sicht eine neue kooperative globale Ordnung zu etablieren.[123] Laut Brzeziński kam es darauf an, wichtige geostrategische Akteure in Eurasien zu bestimmen und diese im US-Interesse zu handhaben.[123] Er hielt die Russische Föderation für einen bedeutenden Akteur in Eurasien.[124] Er betrachtete die Ukraine als geopolitischen „Dreh- und Angelpunkt“,

    „[…] weil ihre bloße Existenz als unabhängiger Staat zur Umwandlung Rußlands beiträgt. Ohne die Ukraine ist Rußland kein eurasisches Reich mehr. […] Wenn Moskau allerdings die Herrschaft über die Ukraine mit ihren 52 Millionen Menschen, bedeutenden Bodenschätzen und dem Zugang zum Schwarzen Meer wiedergewinnen sollte, erlangte Rußland automatisch die Mittel, ein mächtiges Europa und Asien umspannendes Reich zu werden. Verlöre die Ukraine ihre Unabhängigkeit, so hätte das unmittelbare Folgen für Mitteleuropa und würde Polen zu einem geopolitischen Angelpunkt an der Ostgrenze eines vereinten Europas werden lassen.“

    Zbigniew Brzezinski: Die einzige Weltmacht. Amerikas Strategie der Vorherrschaft.[125]

    Die USA sollten darauf hinarbeiten, dass die Russische Föderation nicht imperialistisch agiert, sondern sich wandelt und sich schließlich für die USA und Europa entscheidet, auch wenn die NATO und die Europäische Union expandieren.[126] Um die Russische Föderation dazu zu bringen, sollte der Westen einerseits versuchen, enger mit der Russischen Föderation zu kooperieren, und andererseits die neuen post-sowjetischen Staaten unterstützen.[127] Brzeziński schätzte, der Westen werde zwischen 2005 und 2015 damit beginnen können, auch die Ukraine schrittweise in die NATO und in die EU zu integrieren.[128] Er rechnete damit, dass die Russische Föderation diesen Schritt nur schwer akzeptieren wird. Allerdings erblickte er darin den Prüfstein, ob die Russische Föderation sich neu bestimmt und sich für Europa oder für eine eurasische Außenseiterrolle entscheidet.[129] Sollte der Westen keine guten Beziehungen zur Russischen Föderation eingehen können, so empfahl Brzeziński, dass der Westen auch dann die Ukraine in seine Bündnisse eingliedern sollte, um einen gefährlichen russischen Imperialismus einzudämmen.[130]

    Stromintegration in die Europäische Union

    Im Jahr 2000 begannen die Europäische Union und die Russische Föderation einen Dialog darüber, das kontinentaleuropäische Netz und das IPS/UPS-Netz miteinander zu verbinden, um einen gemeinsamen Energieraum von Wladiwostok bis Lissabon zu schaffen.[131] Allerdings scheiterte dieses Projekt aus mehreren Gründen.[132] Stattdessen konkurrierten die Europäische Union und die Russische Föderation um osteuropäische Staaten, wie im Falle der Ukraine.

    Einerseits wurden 2008 die politischen Beziehungen zwischen der Ukraine und der Russischen Föderation sehr schlecht, so dass sie den Transit russischen Stroms durch ukrainisches Territorium gefährdeten. Andererseits arbeiteten die Europäische Union und die Ukraine seit 2005 darauf hin, die Ukraine in europäische Energiemärkte bzw. -systeme zu integrieren.[133] 2017 bestimmten Vertreter von ENTSO-E, des ukrainischen Netzbetreibers Ukrenergo und von moldawischer Seite Moldelectrica technische Schritte, um das ukrainische Stromnetz mit dem kontinentaleuropäischen Netz zu synchronisieren.[134] Vor dem Hintergrund russischer Aggressionen, der Energiesicherheit Europas und des Klimawandels sicherten die USA und die Bundesrepublik Deutschland 2021 zu, der Ukraine dabei zu helfen, ihren grünen Energie-Sektor auszubauen.[135] In diesem Zusammenhang versprach die Bundesrepublik Deutschland auch, die Ukraine bei der Synchronisierung zu unterstützen.[136]

    Die ukrainische Regierung unter Denys Schmyhal strebte an, 2021/22 das ukrainische vom russischen Stromnetz zu lösen und bis 2023 mit dem kontinentaleuropäischen Netz zu synchronisieren.[137] Die ukrainische Seite erwartete davon höhere Energiesicherheit, geringere Kosten und Treibhausgasemissionen sowie eine tiefere Verbindung mit der Europäischen Union.[137] Mit Blick auf das Ziel, Europa bis 2050 klimaneutral zu machen, betrachtete die Europäische Union die Ukraine als möglichen Anbieter von Ökostrom und Wasserstoff.[138]

    Die geplante Synchronisierung war geopolitisch brisant. Sie implizierte die Zunahme des europäischen bzw. die Abnahme des russischen Einflusses.[139] Zudem war die Stromversorgung der Ukraine in mehreren Hinsichten von Energieträgern aus der Russischen Föderation abhängig und somit anfällig für russische Gegenreaktionen.[139] Des Weiteren hatte die Russische Föderation 2014 die Krim annektiert und in das russische Stromnetz integriert.[140] Ebenso waren die sogenannten Volksrepubliken Lugansk und Donezk mit dem russischen Stromnetz verbunden.[140] Schließlich war es brisant, parallel zum ukrainischen auch das Netz der Republik Moldau mit dem kontinentaleuropäischen Netz verbinden zu wollen.[141] Das russische Unternehmen Inter RAO besaß nämlich einen Kraftwerkspark in Transnistrien, der mit russischem Gas betrieben wurde. Er versorgte einen großen Teil der Republik Moldau mit Strom und leitete Strom auch zur Ukraine. Die Russische Föderation forderte von der Republik Moldau, Schulden für russisches Gas in Höhe von etwa sieben Milliarden US-Dollar zu begleichen.[141]

    Mitgliedschaften

    Die Ukraine ist Mitglied in folgenden internationalen Organisationen:
    Organisation Beitritt / Austritt
    VereinteNationen
    Flag of the United Nations.svgUNO (Gründungsmitglied)1
    24. Oktober 1945
    UNESCO
    Flag of UNESCO.svgUNESCO
    12. Mai 1954
    IAEO
    Flag of IAEA.svgIAEO, Internationale Atomenergie-Organisation
    1957[142]
    GUS
    Flag of the CIS.svgGUS2
    1991–2014 (2018)
    OSZE
    Logo OSZE.svgOSZE, Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
    30. Januar 1992
    Interpol
    Flag of None.svgInterpol
    1992
    IOC
    Olympic flag.svgIOC, Internationales Olympisches Komitee
    September 1993[143]
    Europarat
    Flag of the Council of Europe.svgEuroparat
    1995
    GUAM
    GUAM logo.pngGUAM, Organisation für Demokratie und Wirtschaftsentwicklung
    10. Oktober 1997
    WTO
    Logo WTO-OMC.svgWTO, Welthandelsorganisation
    16. Mai 2008[144]
    rotesKreuzKomitee
    Flag of the ICRC.svgIKRK, Internationales Komitee vom Roten Kreuz
    Fernmeldeunion
    International Telecommunication Union logo.svgITU, Internationale Fernmeldeunion
    IWF
    Logo IWF.svgIWF, Internationaler Währungsfonds
    WHO
    Flag of WHO.svgWHO, Weltgesundheitsorganisation
    1 Obwohl die damalige Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik als Teil der Sowjetunion kein souveräner Staat war, erhielt sie 1945 den vollen Status unter den 51 Gründungsmitgliedern der Vereinten Nationen, wie die damals ebenfalls nicht unabhängigen Philippinen, Indien und die Weißrussische Sozialistische Sowjetrepublik.[145]


    2 Zwar gründete die Ukraine mit Russland und Belarus gemeinsam die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), ratifizierte deren Statut aber nicht und wurde deshalb nie Vollmitglied, sondern war lediglich „Teilnehmerstaat“.[146] Der ehemaligen Wirtschaftsunion des Staatenbundes war sie lediglich assoziiert und deren 2015 gegründeter Nachfolgeorganisation, der Eurasischen Wirtschaftsunion, trat sie nicht mehr bei. Auch war die Ukraine nicht Mitglied des im Vertrag von Taschkent geschlossenen Militärbündnisses. Nichtsdestoweniger hatte der damalige ukrainische Ministerpräsident Leonid Kutschma vom 29. Januar 2003 bis zum 16. September 2004, als ihn der damalige russische Ministerpräsident Wladimir Putin ablöste,[147] den GUS-Vorsitz inne.[148][149] Nach der Eingliederung der Krim in die Russische Föderation reagierte der Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine im Mai 2014 mit dem Beschluss des Austritts des Landes aus der GUS,[150] dieser wurde letztlich nicht vollzogen.[151] Stattdessen erfolgte der faktische Ausschluss aus dem Staatenbund zum 1. Januar 2015 durch einen Ukas des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der den Freihandel mit der Ukraine aufkündigte.[152] Schließlich schied die Ukraine 2018 aus Protest gegen die russische Besetzung der ukrainischen Halbinsel Krim aus der GUS aus.[153]

    Zusammenarbeit mit der EU

    Die Ukraine belegte 2007 den 4. Platz in Europa bei der Zahl der Menschen mit hohem Bildungsabschluss (Tertiärer Bildungsbereich) und lag hinter Russland, Großbritannien und Frankreich.
    Altersstruktur der Ukraine des International-Futures-Programms (2012)
    Die Universität Kiew ist eine der wichtigsten Ausbildungsinstitutionen der Ukraine.

    Die Europäische Union hat im Dezember 2004 einen „Aktionsplan“ für eine engere Zusammenarbeit mit der Ukraine im Rahmen ihrer sogenannten „Nachbarschaftspolitik“ gebilligt. Als Prioritäten werden im Aktionsplan unter anderem folgende Punkte genannt:

    • Förderung des Beitritts der Ukraine zur Welthandelsorganisation (WTO); stetiger Abbau von Hemmnissen im bilateralen Handel.
    • Ukrainische Gesetze, Normen und Standards werden schrittweise an die der EU angeglichen.
    • Verhandlungen über Beschäftigungsfragen, zum Beispiel Möglichkeiten für Bürger der Ukraine, in der EU zu arbeiten.
    • Verhandlungen über Erleichterungen bei der Erteilung von Reisevisa.
    • Erfüllung der Vereinbarungen zwischen der EU und der Ukraine über die Schließung des Kernkraftwerkes in Tschernobyl.
    • Verbesserung des Investitionsklimas, unter anderem durch Herstellung diskriminierungsfreier, transparenter Wirtschaftsbedingungen, Bürokratieabbau sowie Bekämpfung von Korruption, Menschenhandel, Folter und Rassismus.

    Benita Ferrero-Waldner, EU-Kommissarin für auswärtige Beziehungen und europäische Nachbarschaftspolitik, nannte darüber hinaus folgende Maßnahmen, um die Wirtschaftsbeziehungen zur Ukraine zu stärken:

    • Die Einfuhr von Textilien und Stahl aus der Ukraine soll erleichtert werden.
    • Die Vergabe von Krediten der Europäischen Investitionsbank an die Ukraine soll erleichtert werden.
    • Die Finanzhilfen für eine Angleichung des ukrainischen Rechtssystems an das Rechtssystem der EU sollen erhöht werden.
    • In den Bereichen Energie, Umwelt und Verkehr ist eine engere Zusammenarbeit vorgesehen.

    Grundlagen der Beziehungen der Ukraine zur EU sind:

    • das Partnerschafts- und Kooperationsabkommen (in Kraft seit 1. März 1998),
    • die vom Europäischen Rat am 14. Dezember 1999 in Helsinki verabschiedete „Gemeinsame Strategie EU-Ukraine“,
    • das von der EU-Kommission im März 2003 vorgelegte und von den EU-Mitgliedstaaten gebilligte Konzept für eine „Europäische Nachbarschaftspolitik“ („Größeres Europa – Nachbarschaft: ein neuer Rahmen für die Beziehungen der EU zu ihren östlichen und südlichen Nachbarn“).

    Seit 1994 leistet die EU außerdem im Rahmen des TACIS-Programms Beratungs- und Ausstattungshilfe in der Ukraine. Deutschland hat einen Anteil von fast 30 % an der Finanzierung dieses Programms.

    Ziel der „Europäischen Nachbarschaftspolitik“ der EU ist lediglich eine verstärkte Zusammenarbeit mit den EU-Nachbarstaaten, die durch „Aktionspläne“ konkretisiert wird. Für osteuropäische Nachbarstaaten wurde bisher neben dem Aktionsplan für die Ukraine im Dezember 2004 auch ein Aktionsplan für das Nachbarland Moldau beschlossen.

    Im Bereich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit soll den Nachbarstaaten langfristig eine Beteiligung am EU-Binnenmarkt und an einigen Gemeinschaftsprogrammen eröffnet werden. Eine Beitrittsperspektive, so EU-Kommissarin Ferrero-Waldner in einem Interview mit der Deutschen Welle am 21. Januar 2005, eröffnet die Nachbarschaftspolitik nicht.

    Demgegenüber hat der frühere ukrainische Staatspräsident Juschtschenko wiederholt betont, beispielsweise am 25. Januar 2005 vor dem Europarat in Straßburg, er strebe als „strategisches Ziel“ einen Beitritt der Ukraine zur EU an.

    Seit Anfang 2008 verhandelte die Ukraine mit der EU über ein Assoziierungsabkommen. Diese Verhandlungen verliefen bis zum Ende von Janukowytschs Amtszeit erfolglos.[154]

    Am 28. Juni 2014 unterzeichnete die EU mit der Ukraine[155] den wirtschaftlichen Teil eines Assoziierungsabkommen, der auch ein Freihandelsabkommen beinhaltet. Der politische Teil des Abkommens wurde bereits im März 2014 unterzeichnet.[156]

    Im Herbst 2018 stimmte das ukrainische Parlament für die Verankerung des Ziels des EU-Beitritts in der Verfassung. Das Verfassungsgericht sollte die Änderung danach prüfen, zu einem Zeitpunkt, als in der Bevölkerung gemäß Umfragen 58 Prozent der Befragten mit diesem Ziel übereinstimmten.[157] Am 7. Februar wurde dieses Ziel, zusammen mit jenem des NATO-Beitritts, festgeschrieben.[122]

    Sicherheitspolitik

    Justiz und Polizei

    Ukrainische Polizisten in Kiew

    Die Rechtsprechung ist den Gerichten der Ukraine anvertraut. Sie sind zwar von Verfassungs wegen formal unabhängig, praktisch ist die Trennung zwischen Rechtsprechung und Politik und Wirtschaftsinteressen aber nur schwach ausgeprägt.[158] Die Rechtsprechung der Ukraine gilt als sehr korruptionsanfällig.[159] Es besteht im Grundsatz ein Einheitsprinzip hinsichtlich der Einteilung der Rechtsprechungsgewalt: Die Gerichte sind grundsätzlich für alle gerichtlichen Verfahren zuständig, unabhängig von der zu behandelnden Materie. Die Gerichtsbarkeit verfügt über vier Instanzen: Lokalgerichte, Regionalgerichte, Berufungsgerichte und dem Obersten Gerichtshof der Ukraine als Revisionsgericht. Außer bei den Lokalgerichten bestehen eigene Kammern für Verwaltungs- und Handelssachen.

    Die Verfassungsgerichtsbarkeit wird vom Verfassungsgericht der Ukraine (ukrainisch Конституційний Суд України Konstitycijnyj Sud Ukraijny) wahrgenommen. Dieses hat die alleinige Verwerfungskompetenz für Gesetze, entscheidet über die Auslegung der Verfassung und wirkt bei der Amtsenthebung des Präsidenten und der Auflösung des Lokalparlaments der Krim mit.

    Für die Strafverfolgung ist ein (politischer) Generalstaatsanwalt (ukrainisch Генеральний прокурор України Heneralyj Prokuror Ukraijny) nach sowjetischem Vorbild zuständig, der den lokalen Staatsanwälten vorsteht. Seine Kompetenzen sind unmittelbar von der Verfassung bestimmt.

    Sowohl die ukrainische Polizei (früher „Miliz“ genannt)[160] als auch die Justiz[161] gelten als korrupt. Im Juni 2014 beschloss die EU, eine 40 Mitarbeiter umfassende Mission zur Durchsetzung des Rechts und zur Unterstützung der ukrainischen Polizei nach Kiew zu entsenden.[162]

    Emblem der Zentralen Wahlkommission

    Militär und Kriegszustand

    Hauptartikel: Ukrainische Streitkräfte
    Kampfpanzer T-64BV der Ukrainischen Streitkräfte

    Die Ukrainischen Streitkräfte (ukrainisch Збройні сили України Sukhoputni Viys’ka ZSU) hatten 2005 mit ca. 618 Millionen US-Dollar einen der kleinsten Militäretats in Europa, insbesondere bezogen auf die Truppenstärke von 191.000 aktiven Soldaten sowie einer Million Reservisten. Zwischenzeitlich ist der Verteidigungsetat auf 4,88 Mrd. USD angestiegen.[163] Die Ausrüstung ist meist noch sowjetischen Ursprungs.

    Die Streitkräfte gliedern sich in das Heer mit einer Mannstärke von ca. 88.500, Luftwaffe mit einer Stärke von ca. 51.500 Mann und Marine, die über ca. 17.500 Soldaten, davon 3.000 Marineinfanteristen verfügt.

    Des Weiteren gibt es noch 39.900 Mann in den Truppen des Innenministeriums, 45.000 Mann ukrainischer Grenzschutz (einschließlich 14.000 Mann Küstenwache) und über 9.500 Mann für die Zivilverteidigung und Katastropheneinsätze.

    Der Wehrdienst ist für Männer gesetzliche Pflicht, die mit Vollendung des 18. Lebensjahrs einsetzt, und dauert insgesamt neun Monate. Die Abschaffung der Wehrpflicht und der Übergang zu einer Berufsarmee sollte 2014 erfolgen.[164] Auf Grund der „Verschlechterung der Sicherheitslage im Osten und Süden des Landes“ müssen ab Mai 2014 Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren wieder ihren Wehrdienst leisten.[165] Im Juli 2018 erklärte der Präsident, die Ukraine gäbe sechs Prozent des Bruttoinlandproduktes für ihre Verteidigung aus aufgrund des Krieges in der Ostukraine.[166]

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach in der Nacht zum 24. Februar 2022 erfolgten Invasion der Ukraine durch Truppen der Russischen Föderation den Kriegszustand sowie das Kriegsrecht ausgerufen.[167]

    Staatshaushalt

    Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 31,6 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 29,8 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 6,5 % des Bruttoinlandsprodukt (BIP).[168]

    Betrug die Staatsverschuldung im Jahr 2009 35,1 Mrd. US-Dollar oder 30,0 % des BIP[168] erhöhte sich diese in den 2010er Jahren auf über 70 % des BIP, ehe sie in den ersten Jahren des 2020er Jahrzehnts auf unter 50 % des BIP gesenkt werden konnte.[169]

    Die Auslandsverschuldung sank in den Jahren vor 2022 von über 100 Prozent des BIP auf knapp über 50 Prozent.[169]

    2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des BIP) folgender Bereiche:

    Bis zum Jahr 2014 stieg die Verschuldung der Ukraine gegenüber dem Ausland auf ca. 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Im Januar 2015 lag immer noch kein konsistenter Haushaltsplan für das laufende Jahr vor. In einem im Januar 2015 veröffentlichten Plan[171] sollte, wenn Russland einen früher gewährten Kredit in Höhe von 3 Milliarden Euro an die Ukraine wegen Verletzung der Vertragsbedingungen, in denen eine Verschuldungsobergrenze von 60 Prozent des BIP festgeschrieben war, fällig stelle, der Paris Club diese Zahlungsverpflichtung übernehmen, um einen generellen Default und einen Kapitalverlust privater Gläubiger zu verhindern. Die zur Vermeidung eines finanziellen Zusammenbruchs der Ukraine notwendigen Sofortzahlungen, die vom IWF auf 15 Milliarden Dollar geschätzt werden, seien bei weitem nicht ausreichend.[172] Vor dem Hintergrund der drohenden Zahlungsausfälle verhandelte George Soros, dessen Fonds stark in der Ukraine investiert ist, in Kiew am 13. Januar 2015 mit Politikern und Parlamentariern u. a. über die Gründung eines staatlichen Fonds zur Absicherung privater Investoren.[173]

    Menschenrechte

    Amnesty International kritisiert die Polizeigewalt in der Ukraine. Die Menschenrechtsorganisation dokumentierte Folter durch Würgen und Stromschläge sowie die Vergewaltigung einer Frau durch Polizeibeamte.[174] Außerdem seien Gefängniszellen überfüllt, es sei kaum medizinische Versorgung vorhanden, und die hygienischen Bedingungen seien mangelhaft. Zahlreiche Menschen würden willkürlich verhaftet, insbesondere Asylsuchende, die des Öfteren von der Polizei diskriminiert würden.[175] Human Rights Watch kritisiert die Verurteilung der früheren Ministerpräsidentin Julija Tymoschenko und fordert eine Untersuchung von mutmaßlichen Misshandlungen im Gefängnis.[176]

    Im Ukrainekonflikt ab 2014 warf Amnesty International sowohl den bewaffneten Separatisten in der Ostukraine als auch Regierungssoldaten „gravierende Menschenrechtsverletzungen“ vor. Aktivisten, Demonstranten und Geiseln, die einer der Konfliktparteien in die Hände gerieten, seien misshandelt worden. Laut Amnesty International nahmen vor allem die Separatisten zahlreiche Geiseln, die „oft brutal geschlagen und gefoltert“ wurden. Es sei von Hunderten Entführungen in der Ostukraine auszugehen. Opfer seien oftmals Zivilisten. Die Erpressung von Lösegeld sei ebenfalls ein Motiv der separatistischen Gruppen.[177] Die Vereinten Nationen kritisierte die Menschenrechtslage sowohl unter der ukrainischen Regierung als auch in den Separatistengebieten.[178]

    Aufgrund der ausstehenden Reformen zur Verbesserung der Rechtsstaatlichkeit hatte der IWF 2017 Hilfskredite eingestellt. Dank der Marktöffnung konnte die frühere notorische Korruption beim Gashandel ausgetrocknet werden. Der Missbrauch von Banken durch Oligarchen war durch die Notenbank, welche die Hälfte aller Banken geschlossen hatte, eingeschränkt worden, womit gemäß Ivan Mikloš die noch nicht privatisierten Staatsbetriebe den größten Herd von Korruption darstellten. Ein neues Steuerrückerstattungs-System verringerte die Korruptionsmöglichkeiten von Beamten.[179] Durch Betrug beim Zoll verliere der Staat zudem mehrere Milliarden Dollar Einnahmen pro Jahr.[180]

    Wirtschaft

    Wachstumdynamik des BIP nach KKP.
    BIP pro Kopf (KKP-basiert) in US-Dollar
    Wachstumsraten des BIP seit 1990 – mit den großen Ausschlägen 1994 und 2009

    Die wichtigsten Außenhandelspartner waren im Jahr 2019 Russland (9,0 %), Volksrepublik China (8,0 %), Deutschland (6,0 %), Polen (6,0 %) die Türkei (5,0 %) und Italien (5,0 %).[169] Im Jahr 2007 waren die wichtigsten Außenhandelspartner Russland (21,1 %), Deutschland (8,0 %), die Türkei (6,9 %), Italien (6,3 %), gefolgt von den Vereinigten Staaten (4,0 %), Turkmenistan (3,8 %), Polen (3,4 %) und der Volksrepublik China (3,3 %).[181]

    Die wichtigsten Exportgüter der Ukraine sind Nahrungsmittel (vor allem Getreide (Weizen)), Metallurgieprodukte (vor allem gewalzter Stahl, Eisen) und chemische Produkte. Mit einem Außenhandelsanteil von mehr als 40 Prozent ist die Europäische Union der größte Handelspartner der Ukraine. Aus den EU-Staaten importiert die Ukraine vor allem Maschinen, Chemikalien und Industriegüter.[169]

    Zypern und Deutschland waren die größten Direktinvestoren für das Jahr 2008, von insgesamt 36,5 Milliarden US-Dollar entfielen auf Zypern 8,3 Milliarden und auf Deutschland 6,8 Milliarden (Stand 1. Juli 2008).[181]

    Bei Löhnen und Gehältern besteht in der Ukraine ein Gefälle zwischen dem reicheren industriellen Osten und dem ärmeren landwirtschaftlich geprägten Westen (Stand 2008).

    Im Jahr 2011 hatte die Ukraine mit Russland ein Freihandelsabkommen geschlossen, das per 1. Januar 2016 von Russland aufgehoben wurde. Grund war gemäß russischen Angaben das Inkrafttreten des Freihandelsabkommens mit der EU.[182][183]

    Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegte die Ukraine Platz 83 von 140 Ländern (Stand 2018).[184] Im Index für wirtschaftliche Freiheit belegte das Land 2018 Platz 150 von 180 Ländern.[185]

    Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2017 bei 9,2 %. 2014 arbeiteten 5,8 % aller Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, 26,5 % in der Industrie und 67,8 % im Dienstleistungssektor. Die Gesamtzahl der Beschäftigten wurde für 2017 auf 18 Millionen geschätzt.[186]

    Lebensstandard

    1 Mio. Kupon-Karbowanez entsprachen 1995 9,72 DM

    Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen zählt Ukraine zu den Ländern mit sehr hoher menschlicher Entwicklung.[187]

    In der Ukraine bestehen große soziale Unterschiede und ein großer Teil der 45,4 Millionen Ukrainer lebt in bescheidenen materiellen Verhältnissen oder in Armut. Die Hauptstadt der Ukraine Kiew hat bei einem Stundenlohn von 2,20 Euro den niedrigsten Stundenlohn und mit 17,6 % die mit Abstand niedrigste Kaufkraft aller europäischen Hauptstädte (Stand 2012).[188] Innerhalb des Landes ist das Gehalt tendenziell höher, je östlicher die Region liegt – mit der Spitze in der Oblast Donezk und dem Schlusslicht Oblast Ternopil im Westen.[189]

    Viele Einwohner auf dem Land betreiben Subsistenzwirtschaft, da Löhne und Rente verspätet und unvollständig ausbezahlt wurden und das Lohnniveau mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten nicht mithalten konnte. 1992 wurde eine Übergangswährung (Kupon-Karbowanez/купоно-карбованець) eingeführt, die wegen der wirtschaftlichen Krise in dieser Zeit unter einer Hyperinflation zu leiden hatte. So war der mittlere Jahreskurs 1992 135 Kupons für 1 Deutsche Mark, 1995 gab es für 1 DM 102.886 Kupons.[190] 1996 wurde der Karbowanez durch die Hrywnja abgelöst.

    Wirtschaftliche Entwicklung

    Transformation

    Schon in der ukrainischen Teilrepublik der UdSSR gab es privatwirtschaftliche Akteure. Allerdings agierten sie illegal in der Schattenwirtschaft.[191] Ende der 1980er Jahre erlaubte der Staat kleine private Unternehmen und Genossenschaften.[192] 1990 verabschiedete das ukrainische Parlament ein Gesetz über die wirtschaftliche Autonomie der ukrainischen Republik. Es umfasste Privatbesitz wie auch Wettbewerb und legte das Fundament für die Privatisierung der Volkswirtschaft in den 1990er Jahren.[193]

    Während der Staat im Jahre 1991 einen Anteil von 100 % am Bruttoinlandsprodukt hatte, sank dieser Wert und lag 2020 bei unter 10 %.[194] Bis 2005 wurden ca. 85 % der staatlichen Wohnungen (ca. 5,9 Millionen Einheiten) privatisiert.[195] Zwar privatisierte der Staat bereits in den 1990er Jahren Agrarland, aber 2001 beschränkte er den Handel damit. Erst 2020 verabschiedete das Parlament ein Gesetz, dass den Bodeneigentümern vollere Rechte einräumte und den Handel mit ukrainischem Agrarland legalisierte (Siehe auch: Aneignung von Agrarland).[196] Bis 1999 wurden fast alle kleinen Unternehmen des Staates bzw. der Kommunen privatisiert.[197] Dennoch besaß der Staat im Jahr 2020 über 3.300 Unternehmen, was im internationalen Vergleich sehr hoch war.[198] Unter Präsident Wolodymyr Selenskyj hielt die Regierung an der Privatisierungspolitik fest und setzte sich das Ziel, rund 600 Unternehmen zu behalten.[199] In den traditionellen Industriezweigen der Ukraine (Energieproduktion, Metallurgie, Maschinenbau) dominierten im Jahr 2020 private Unternehmen.[193]

    Die Privatisierung führte zu einer hohen Konzentration. Um 2007 erwirtschafteten die 75 größten ukrainischen Unternehmen über zwei Drittel des Bruttoinlandsproduktes.[192][200] Im Zuge der Konzernbildung entstanden sogenannte Finanz-Industrielle Gruppen. Diese Gruppen haben jeweils eigene Banken oder Versicherungsgesellschaften und ihr Aktienkapital ist hoch konzentriert.[192] Zudem ist die Beziehung zwischen Unternehmen und Aktionären intransparent. Sie integrieren eher selten horizontal oder vertikal, sondern gemischte Holdings bzw. Konglomerate fusionieren miteinander.[201] Die zentrale Instanz, die etwas entscheidet, ist nicht in den Finanzinstitutionen, sondern in den industriellen Unternehmen.[201]

    Die Art und Weise, wie der Staat die Privatisierung durchführte, begünstigte, dass einige Akteure den Prozess nutzen konnten, um sich zu bereichern, und zu Oligarchen wurden.[202] Nachdem bereits im Zuge der Perestroika einige Mitglieder der kommunistischen Führungsschicht Kapital angehäuft hatten, nutzten sie es in den 1990er Jahren, um sich Staatsunternehmen relativ günstig anzueignen.[203] Unter Präsident Leonid Kutschma festigte sich ein System oligarchischer Geschäftsgruppen bzw. Klans.[203] In den 2000er Jahren beeinflussten sie zu ihren Gunsten die Auktionen, auf denen der Staat einige seiner großen Unternehmen privatisierte.[204] Oligarchen wurden in vielen Wirtschaftsbereichen aktiv.[205] Indem sie sich Staatseigentum aneigneten, erhöhten sie in einigen Sektoren das Niveau der Konzentration, wie zum Beispiel im Energiesektor.[206] 2010 besaßen vier Finanz-Industrielle Gruppen, die Oligarchen gehörten, etwa ein Viertel der größten ukrainischen Unternehmen.[207] Die Oligarchen weiteten ihren Einfluss über die Wirtschaft hinaus auf das politische Geschehen aus wie auch auf weitere gesellschaftliche Bereiche, wie etwa Kultur und Sport.[208][209] Oligarchen beeinflussten entscheidend den institutionellen Wandel und viele Klans unterstützen die Orangene Revolution.[210] Aus wirtschaftlichen Motiven heraus interessierten sie sich dafür, die Ukraine an die Europäische Union anzunähern: Institutionen nach westlichem Vorbild boten mehr als die ukrainischen Strukturen die Möglichkeit, Vermögen zu schützen, und zudem stellte die Europäische Union sich als attraktiver Exportmarkt dar.[210]

    Wachstum und Krisen

    Zwar halfen die Weltbank und der Internationale Währungsfonds der ukrainischen Regierung bei der wirtschaftlichen Transformation, aber es kam in den 1990er Jahren dazu, dass im Vergleich zu anderen Staaten das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf stark sank und die Inflation stark anstieg.[211] Die ukrainische Volkswirtschaft erholte sich im Vergleich zu anderen Transformationsländern sehr langsam von dem Wandel zur Marktwirtschaft.[212] Laut Schätzungen der Weltbank erreichte die ukrainische Volkswirtschaft im Jahr 2020 noch nicht das Niveau, welches das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf im Jahr 1990 hatte, obgleich seitdem die Bevölkerung um etwa 10 Millionen Menschen abgenommen hatte.[212][213]

    Von 2000 bis 2008 stieg jedes Jahr das Bruttoinlandsprodukt.[214] Die ukrainischen Exporteure und vor allem die Metallproduzenten konnten viel Vermögen akkumulieren. Zwar war ihre Technologie veraltet, aber sie profitierten von steuerlichen Entlastungen, steigenden Warenpreisen auf dem Weltmarkt, niedrigen Gaspreisen und geringen Lohnkosten.[215] Vor allem aus Orten wie Zypern oder den Britischen Jungferninseln stiegen die ausländischen Direktinvestitionen, wobei es sich dabei um Gelder handelte, die Ukrainer auf Offshore-Konten akkumuliert hatten.[216] In den 2000er Jahren kamen auch viele ausländische Banken in die Ukraine, um dort von den relativ hohen Zinssätzen zu profitieren.[217] Die Arbeitslosigkeit war gering und die Reallöhne stiegen.[216]

    Im Zuge der Weltfinanzkrise sank das Bruttoinlandsprodukt der Ukraine im Jahr 2009 um etwa 14 % und damit stärker als in der Russischen Föderation oder in Belarus.[218] Die Wirtschaftsleistung hing sehr vom Außenhandel bzw. von der Stahlindustrie ab, auf die etwa 30–40 % der Exporte entfielen.[219] Zwar hatte die globale Stahlindustrie bis 2008 von der steigenden Nachfrage profitiert und ihre Kapazitäten erweitert, aber durch die Krise sank die Nachfrage. Die globale Stahlproduktion ging zunächst zurück und in den Folgejahren konnte die Industrie ihre Kapazitäten nicht genug auslasten.[220][221] In den Jahren 2008 und 2009 produzierte auch die ukrainische Stahlindustrie deutlich weniger.[222] Die Industrieproduktion brach ein.[223] Die Arbeitslosigkeit stieg und die Reallöhne sanken.[218] Der Bankensektor insgesamt machte in den Jahren 2009 und 2010 Verluste.[224] Die Banken hatten das Kreditvolumen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt und zu ihren Einlagen stark ausgeweitet.[225] Sie hatten dazu tendiert, Kredite bei europäischen Banken aufzunehmen und das Geld in der Ukraine gewinnbringend zu verleihen.[226] Im Jahr 2008 fiel es jedoch vielen ukrainischen Banken schwer, Geld zurückzuzahlen. Meist war ihr Eigenkapital gering und Kredite aus Europa fielen aus.[226] Die Nationalbank musste einige Großbanken finanziell stützen und kontrollieren.[226] Viele Menschen misstrauten der eigenen Landeswährung und tauschten ihr Guthaben in US-Dollar oder Euro um.[226] Die Nationalbank versuchte, den Wechselkurs der Landeswährung zum US-Dollar zu stabilisieren.[227] Er fiel jedoch Ende 2008.[218] Der ukrainische Aktienmarkt brach 2008 zusammen. Allerdings war er relativ klein und unbedeutend für die ukrainische Volkswirtschaft.[226]

    Um die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden, bat die ukrainische Regierung den Internationalen Währungsfonds um Hilfe. Ende 2008 sagte er zu, unter bestimmten Bedingungen schrittweise einen Kredit in Höhe von insgesamt 16,4 Mrd. US-Dollar zu geben.[228] Da das Parlament und der Präsident beschlossen, den Staatshaushalt nicht stark genug zu kürzen, und stattdessen die Mindestlöhne und Sozialleistungen erhöhen wollten, gewährte der Fonds nur eine Teilsumme von 11 Mrd. US-Dollar und zahlte die letzte Tranche nicht aus.[228] Stattdessen fror der Fonds den Kredit ein und vereinbarte mit der Ukraine einen neuen Kredit.[228] Da der ukrainische Staat Geld brauchte, arbeitete er auch weiterhin mit dem Fonds zusammen, obgleich verschiedene politische Lager anders mit dem Fonds kooperierten.[229] Der ukrainische Staat wurde zu einem der Staaten, denen der Fonds am meisten half.[229]

    Noch 2013 lag das reale Bruttoinlandsprodukt unter dem Stand von 2008.[230] Zwar erholte sich die ukrainische Volkswirtschaft in den Jahren 2010 und 2011, aber 2012 stagnierte sie und geriet in eine Rezession.[230] Die ukrainische Stahlindustrie konnte nicht mehr so viel exportieren, da die Stahlpreise niedrig waren, und die Maschinenbauer litten unter dem langsamen Wachstum der russischen Volkswirtschaft.[230] Die Ukraine verzeichnete seit Längerem ein Leistungsbilanzdefizit und brauchte daher externes Kapital. Allerdings hielten sich ausländische Investoren zurück, da das Justizsystem sehr korrupt war und nicht hinreichend Rechtssicherheit gewährleistete.[231] Direktinvestitionen aus Westeuropa nahmen ab und westliche Banken zogen sich zunehmend aus der Ukraine zurück.[232] Letztere traten ihre Marktanteile oft an ukrainische Investoren oder russische Banken ab.[232] Das Leistungsbilanzdefizit wurde auch dadurch verstärkt, dass die Nationalbank den Wechselkurs der Landeswährung zum US-Dollar künstlich hoch hielt.[233] Zudem hielt Präsident Janukowitsch entgegen der Forderung des Internationalen Währungsfonds die Gaspreise niedrig, was den Staatshaushalt belastete.[233] Der ukrainische Staat hatte sich über die Jahre extern stark verschuldet, während seine Devisenreserven sanken.[234] Ende 2013 gipfelten die Auslandsschulden des Staates, der Unternehmen und der Banken zusammengenommen in einer Summe von 142 Mrd. US-Dollar.[235] Die Zahlungsfähigkeit des Staates wurde unsicherer. Die Verhandlungen zwischen der Ukraine und der Europäischen Union über ein Assoziierungsabkommen bargen zusätzlich die Gefahr, dass der Moskauer Kreml die wirtschaftliche Schwäche der Ukraine nutzte, um die Ukraine zu destabilisieren.[236]

    Im Jahr 2014 sank das reale Bruttoinlandsprodukt um 6,6 % und im Folgejahr nochmals um 9,9 %.[237] Die Maidan-Proteste, Russlands Annexion der Krim und der Bürgerkrieg in der Ostukraine wirkten sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung der Ukraine aus. Mit der Krim verlor die Ukraine die Möglichkeit, die Erdgasvorkommen in Inselnähe stärker auszubeuten, um sich selbst besser mit Energie versorgen zu können.[238] Zudem konnte Kiew bedeutsame Unternehmen aus der Energiewirtschaft und der chemischen Industrie nicht mehr kontrollieren.[238] Letzteres galt auch für Häfen und wichtige Handelswege, wie die Straße von Kertsch.[238] Dadurch beeinträchtigte die Russische Föderation in der Folgezeit die ukrainischen Exporte.[239] Der Donbass hatte einen großen Anteil am Bruttoinlandsprodukt (2012: 15,7 %), an der Industrieproduktion (2012: 22 %) und den Exporten (2013: 21,4 %) gehabt.[240] Der Krieg im Osten beschädigte viele Industrie- und Dienstleistungsunternehmen.[241]

    Der Außenhandel wandelte sich. In den Jahren 2014 und 2015 ex- und importierte die Ukraine viel weniger.[242] Nahrungsmittel lösten Stahl- und metallurgische Produkte ab und übernahmen den größten Anteil an den Exporten.[242] Obgleich die Russische Föderation der wichtigste Handelspartner blieb, exportierte die Ukraine dorthin deutlich weniger Waren (2011: ca. 20 Mrd. US-Dollar; 2015: ca. 5 Mrd. US-Dollar).[242] Die Importe brachen durch die Rezession noch stärker ein als die Exporte, auch da die Landeswährung abwertete und die Gaspreise sanken.[243] Ebenfalls sanken die physische Menge an Gasimporten und der Energieverbrauch, da die ukrainische Industrie weniger aktiv war und die Ukraine den industrialisierten Donbass wie auch die Krim verlor.[244]

    Von 2016 bis 2019 wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt.[245] Die industrielle Produktion verzeichnete bis 2018 wieder leichte positive Wachstumsraten.[245] Metallurgie und Maschinenbau erreichten jedoch nicht mehr ihre frühere Rolle bei den Exporten. Stattdessen behielt der Agrarsektor den größten Anteil an den Exporten.[246] Ferner exportierte die Ukraine zunehmend Elektrogeräte. Dabei verlagerte sich der Außenhandel der Ukraine von der Russischen Föderation zur Europäischen Union.[246] Im Jahr 2019 war die Russische Föderation nicht mehr der größte Handelspartner der Ukraine. Die Ukraine importierte Waren vor allem aus der Volksrepublik China, während Polen der größte Absatzmarkt ukrainischer Waren war.[246] Bezüglich der Importe rührte die Verlagerung zur Europäischen Union auch daher, dass die Ukraine ab 2016 für den Eigenverbrauch kein Gas mehr direkt aus der Russischen Föderation importierte, sondern russisches Gas indirekt aus EU-Staaten einkaufte (Siehe auch: Bodenschätze).[247][246][248]

    Der Bankensektor wurde durch den Internationalen Währungsfonds und die Nationalbank der Ukraine stark verändert.[249] Von 2013 bis 2017 nahm die Anzahl operierender Banken stark ab.[250] 2016 wurde die PrivatBank verstaatlicht und durch Steuergelder stabilisiert, wodurch der Anteil des Staates am Bankensektor auf über 55 % stieg.[251] Sie war die größte Bank der Ukraine und zugleich eines der größten oligarchischen Konglomerate in der GUS.[252] Sie hatte einen großen Teil ihrer Einlagen genutzt, um Unternehmen, die mit Oligarchen verbunden gewesen waren, zu finanzieren (related party lending).[253] Letzteres führte dazu, dass die PrivatBank viele notleidende Kredite verzeichnete.[254] Im Aufsichtsrat traten an die Stelle der Oligarchen vor allem Vertreter der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung wie auch des Finanzministeriums.[255] Nach vielen Jahren wirtschaftete der Bankensektor 2018 wieder profitabel.[256][257]

    Die Investitionen stiegen 2016 stärker an, was auch Anlagen und Maschinen betraf.[258] Zudem interessierten sich 2018 Finanzmarktinvestoren und internationale Anleger stärker für ukrainische Anleihen.[259] Größere ausländische Direktinvestitionen hielten sich jedoch in Grenzen.[259]

    Durch die COVID-19-Pandemie sank das reale Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 um 3,8 %. Im Folgejahr stieg es um 3,4 %. Von außen unterstützten die Weltbank, der Internationale Währungsfonds und die Europäische Union den ukrainischen Staat finanziell.[260][261][262] Angesichts der Pandemie änderte die Regierung ihren Haushaltsplan und setzte einen großen Teil der Mittel, die für andere Bereiche eingeplant waren, dazu ein den Straßenbau zu fördern.[263] Die Regierung hatte bereits im Februar 2020 ein Programm begonnen, in dem sich einige Banken bereit erklärten, kleinen und mittleren Unternehmen Kredite zu günstigeren Konditionen zu geben.[264] Laut Wirtschaftsministerium machten einige Unternehmen bis Ende 2021 davon Gebrauch.[265] Um den Unternehmen dabei zu helfen, die Lohnkosten zu senken, veränderte die Regierung ab März 2020 das Arbeitsgesetz.[266] Zudem bot die Regierung den pandemiebedingt stillgelegten Unternehmen an, sich an den Lohnkosten zu beteiligen.[267] Allerdings entschieden sich Unternehmer meist zur Entlassung von Beschäftigten.[267]

    Aufgrund der erhöhten Kriegsgefahr im Frühjahr 2022 stieg die Inflation auf zehn Prozent, weswegen die ukrainische Zentralbank die Leitzinsen auf zehn Prozent erhöhte. Gleichzeitig zogen ausländische Investoren massiv Gelder ab. Daraufhin sagte die EU 1,2 Milliarden Euro Soforthilfen und zusätzliche 120 Millionen Euro in Form von Zuschüssen zu.[169]

    Regionale Unterschiede

    Als die Ukraine unabhängig wurde, unterschieden sich die Regionen in wirtschaftlicher Hinsicht sehr stark voneinander. Während in den 1990er Jahren der wirtschaftliche Zusammenbruch alle Regionen betraf, so verstärkten sich die Unterschiede zwischen den Regionen, als die Wirtschaft wieder wuchs.[268]

    Viele westliche, zentrale und südliche Regionen waren primär landwirtschaftlich geprägt.[268] In der Ostukraine hingegen überwogen spezialisierte Industrien.[268] Schließlich gab es fünf Inseln, die vor allem auf Dienstleistungen ausgerichtet waren. In Kiew und Charkiw waren es Finanz- und Konsumdienstleistungen.[268] In drei südlichen Regionen waren es Transportdienste und öffentliche Sozialdienste.[268]

    In den ersten zwei Jahrzehnten nach der Unabhängigkeit zeichneten sich die eher landwirtschaftlich geprägten Regionen durch langsames Wachstum und geringe Produktivitätszuwächse aus.[269] Die Arbeitslosigkeit war dauerhaft hoch und die verfügbaren Einkommen niedrig. Entsprechend musste der Staat sie mit Transferleistungen unterstützen.[269] Die Industriezentren im Osten standen in den genannten Hinsichten besser da und wurden zu Nettozahlern an die landwirtschaftlichen Regionen.[269] Die Dienstleistungsregionen verzeichneten ein schnelles Wachstum. Die Arbeitslosigkeit war gering und es entstanden neue Arbeitsplätze.[269] In den Regionen, in denen Konsum- bzw. Finanzdienstleistungen dominierten, stieg die Produktivität am meisten und die Einkommen waren am höchsten.[269] Wie der industriell geprägte Osten wurden sie Nettozahler an die wirtschaftlich schwächeren Regionen.[269] In den Regionen, in denen Transport- und Sozialdienste überwogen, stieg die Produktivität wenig. Das Einkommensniveau lag unter dem Durchschnitt und sie waren auf staatliche Transferleistungen angewiesen.[269]

    Während der Wachstumsphase bis 2008 verfolgten die verschiedenen Präsidenten unterschiedliche Wachstumsmodelle. Diese legten den Schwerpunkt auf jeweils andere Regionen bzw. Sektoren.

    Leonid Kutschma wollte ukrainische Großunternehmer schaffen.[270] Der Staat privatisierte Industrieanlagen, förderte deren Export und die Leistungsbilanz wurde positiv.[270] Kutschma verfolgte einen stabilen Wechselkurs der Landeswährung zum US-Dollar, sinkende Zinsen und eine abnehmende Inflation.[270] Der Staatshaushalt war relativ ausgeglichen und die Auslandsverschuldung nahm ab.[270] Mehr Menschen konnten sparen, so dass die Banken diese Mittel an Unternehmen verleihen konnten.[270] Auslandsinvestitionen blieben gering und Unternehmen nahmen relativ wenig Kapital an den Kapitalmärkten auf.[270]

    Unter Wiktor Juschtschenko hingegen wurde Kutschmas Wachstumsmodell aufgelöst. Einige privatisierte Unternehmen wurden wieder verstaatlicht und erneut privatisiert, wobei sie auch an nicht-ukrainische Bieter verkauft wurden, wie zum Beispiel das größte ukrainische Stahlkombinat Kryvorischstal an ArcelorMittal.[270] Der Finanzsektor sollte die Basis des Wirtschaftswachstums sein.[270] Hatte Kutschma die Industrie des Ostens fokussiert, so spielten unter Juschtschenko die Dienstleister in Metropolen und Tourismusgebieten eine größere Rolle.[271] Zwar erhielt der kreditbasierte private und öffentliche Konsum größeren Anteil an der Zunahme des Bruttoinlandproduktes, aber die positive Exportbilanz kehrte sich allmählich um.[272] Weder der Präsident noch die Regierung wollte mit Sparmaßnahmen assoziiert werden. Der Präsident versuchte, den Wechselkurs zu halten, damit dieser den Interessen der ukrainischen Konzerne entsprach, und die Regierung legte wenig Wert auf Haushaltsdisziplin.[272] Sie dehnten staatliche Transferleistungen bis 2009 stetig aus.[272] Diese Entwicklung gipfelte in der Wirtschaftskrise, die 2008 in der Ukraine ankam.[273]

    Nachdem die Russische Föderation im Jahr 2014 die Krim annektiert hatte, verschlechterten sich die Beziehungen zwischen Kiew und der Krim, wobei Kiew schließlich die Krim nicht mehr mit Wasser und Strom versorgte. Auf der anderen Seite investierte der Moskauer Kreml massiv in die Infrastruktur der Halbinsel. Das betraf sowohl die Versorgung mit Wasser, Strom und Gas als auch den Bau von Straßen, der Krimbrücke und die Steigerung der Flugverkehrskapazitäten in Simferopol.[274] Dabei wurde die Krim zunehmend in russische Infrastrukturnetze integriert, wie zum Beispiel in das russische Stromnetz.[274] Das Bruttoinlandsprodukt der Krim pro Kopf ähnelte dem Niveau der wirtschaftlich schwächsten russischen Regionen, wie zum Beispiel Tschetschenien.[275] Allerdings plante der Moskauer Kreml, die Krim zu einer wirtschaftlich dynamischen Region zu machen, und legte den Schwerpunkt auf Tourismus, Landwirtschaft und Industrie.[276] Die Ausgaben belasteten jedoch den Staatshaushalt der Russischen Föderation enorm.[274]

    Der Teil der Ukraine, der von Kiew kontrolliert wurde, reduzierte ab 2014 den Außenhandel mit der Russischen Föderation.[242][246] Die selbsternannten Volksrepubliken Lugansk und Donezk näherten sich in wirtschaftlicher Hinsicht der Russischen Föderation zu. Nachdem ukrainische Rechtsradikale den Handel mit den Volksrepubliken blockiert und die Volksrepubliken sich daraufhin weitere Unternehmen auf ihrem Gebiet angeeignet hatten, verhing Kiew im Jahr 2017 eine offizielle Handelsblockade gegen die Volksrepubliken.[277] Letztere erhielten zur Unterstützung Strom- und Gaslieferungen aus der Russischen Föderation.[278] Zudem exportierten die Volksrepubliken mehr Kohle in die Russische Föderation, die ihnen trotz Handelsembargo Zugang zum ukrainischen Markt und zur Europäischen Union ermöglichte.[279] Ferner wurde der russische Rubel in den Volksrepubliken wichtiger.[278]

    Kennzahlen

    Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real Weltbank[280]

    Jahr 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021
    Veränderung in % gg. Vj. 7,3 7,9 2,3 −14,8 4,2 5,5 0,2 0,0 −10,1 −9,8 2,4 2,4 3,5 3,2 −3,8 3,4

    Entwicklung des BIP (nominal), Weltbank[281]

    absolut (in Mrd. USD) je Einwohner (in Tsd. USD)
    Jahr 2019 2020 2021 Jahr 2019 2020 2021
    BIP in Mrd. $ 153,9 156,6 200,1 BIP je Einw. (in Tsd. $) 3,7 3,8 4,8

    Entwicklung des Außenhandels (GTAI)[282]

    in Mrd. US-Dollar und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent
    2019 2020 2021
    Mrd. $  % gg. Vj. Mrd. $  % gg. Vj. Mrd. $  % gg. Vj.
    Einfuhr 60,8 6,3 53,7 −11,7 70,0 30,3
    Ausfuhr 50,1 5,7 49,2 −1,6 65,9 33,8
    Saldo −10,7 −4,4 −4,1

    Haupthandelspartner der Ukraine (2021), Quelle: GTAI[282]

    Export (in Prozent) nach Import (in Prozent) von
    China Volksrepublik Volksrepublik China 12,1 China Volksrepublik Volksrepublik China 15,2
    Polen Polen 7,6 Deutschland Deutschland 8,7
    Turkei Türkei 6,1 Russland Russland 8,4
    Russland Russland 5,1 Polen Polen 7,0
    Italien Italien 4,9 Belarus Belarus 6,7
    Deutschland Deutschland 4,2 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 4,9
    Indien Indien 3,8 Turkei Türkei 4,5
    Empty flag.svg sonstige Staaten 56,2 Empty flag.svg sonstige Staaten 44,6

    Primärer Sektor

    Energie

    Während der Staat 1991 alle Energieunternehmen besaß, befand sich 2020 ein bedeutender Teil in Privatbesitz.[283] Im Falle der Privatunternehmen war die Konzentration sehr hoch, wobei transnationale Oligarchen und lokale Wirtschaftseliten den Großteil besaßen.[283] In allen Energie-Sektoren entwickelten sich Korruption und Rent-Seeking.[284]

    Seit Anfang der 1990er Jahre bis 2020 sank der Primärenergieverbrauch der Ukraine.[285] Das lag zunächst daran, dass die Ukraine nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in eine wirtschaftliche Krise geriet, und 2014 verlor die Ukraine die Krim wie auch die Kontrolle über den Donbas samt dessen Industrieproduktion.[286] Bis 2021 beruhte der Energieverbrauch vor allem auf Kohle, Gas und Öl sowie Atomkraft, obgleich der Anteil der erneuerbaren Energiequellen zunahm.[287][288] 2016 war die ukrainische Volkswirtschaft noch immer relativ energieintensiv und lag deutlich über dem OECD-Durchschnitt.[289] Während die Energieintensität sehr hoch war, da die Energie-Infrastruktur alterte und energieintensive Industrien einen großen Teil der Industrieproduktion ausmachten, wurde sie auch überschätzt, da öffentliche Statistiken über das Bruttoinlandsprodukt die ausgeprägte ukrainische Schattenwirtschaft nicht berücksichtigten.[290]

    Der Anteil der Atomenergie an der Stromerzeugung stieg seit Ende der 1980er Jahre und lag 2021 bei ca. 55 %.[291] 2018 betrieb das staatliche Unternehmen Energoatom vier Atomkraftwerke, die etwa die Hälfte des Stroms des Landes erzeugten.[292] Die ukrainischen Kraftwerke waren davon abhängig, dass die Russische Föderation ihnen Kernbrennstoff lieferte und Lagermöglichkeiten für verbrauchten Kernbrennstoff bot.[293] Seit 2014 nutzten ukrainische Kraftwerke auch andere Kernbrennstoffe, wie zum Beispiel von Westinghouse, und es wurden mehr eigene Lagerkapazitäten geschaffen.[293] Zudem vereinbarten Energoatom und Westinghouse, gemeinsam weitere Einheiten für ukrainische Kraftwerke zu schaffen.[294]

    2018 waren erneuerbare Energien vor allem in der Stromerzeugung wichtig. Allerdings spielten sie weder hinsichtlich der Wärmeversorgung von Gebäuden und Industrie noch hinsichtlich des Verkehrssektors eine bedeutende Rolle.[295] Ihr Anteil an der Stromerzeugung lag bei ca. 10 %, wobei der Großteil auf die großen Wasserkraftwerke des staatlichen Unternehmens Ukrhydroenergo entfiel.[295][292] Die DniproHES-Talsperre ist eine der größten Talsperren Europas. Diese dient auch als Speicherkraftwerk und hat eine elektrische Leistung von 1.570 Megawatt. 2020/21 waren die Bedingungen für Produzenten grüner Energie schwierig: Zwar nahm der ukrainische Staat als garantierter Abnehmer von den Herstellern grünen Strom, aber er verschuldete sich ihnen gegenüber bis 2021 auf ca. eine Milliarde Euro.[296]

    Die Europäische Union betrachtete die Ukraine als strategischen Partner, um die 2019 gesetzten Ziele des Green Deal zu erreichen: Sie hielt die Ukraine für eine potentielle Quelle von Ökostrom und Wasserstoff, die zudem in der Nähe lag und über eine Transportinfrastruktur verfügte.[297] Im Juli 2020 erklärte sich die ukrainische Regierung dazu bereit, wesentlich zum Green Deal beizutragen.[298] Allerdings interessierten sich die Menschen in der Ukraine relativ wenig für Klimapolitik, und es mangelte an starken staatlichen Institutionen wie auch an dem nötigen Kapital.[299]

    Die Europäische Union und die Ukraine arbeiteten seit 2005 darauf hin, die Ukraine in die europäischen Energiemärkte und -systeme zu integrieren.[300] 2017 legten der europäische Verband ENTSO-E, der ukrainische Netzbetreiber Ukrenergo und von moldawischer Seite Moldelectrica technische Schritte fest, um das ukrainische Stromnetz mit dem kontinentaleuropäischen Netz zu synchronisieren.[300] Die ukrainische Regierung strebte an, das ukrainische Netz 2021/22 vom russischen Netz zu lösen und 2023 mit dem kontinentaleuropäischen zu verbinden.[301] Dieses Vorhaben war in geopolitischer Hinsicht brisant, da die Russische Föderation die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk, die Krim und primär über Transnistrien auch Moldau mit Strom versorgte.[302] Im Zuge der russischen Invasion wurde bereits im März 2022 eine Notfallsynchronisierung vollzogen.[303]

    Bodenschätze

    In der Ukraine befinden sich ca. 3 % der weltweit nachgewiesenen Kohlevorkommen.[304] Steinkohle kommt vor allem im Donbas vor und die höherwertige Anthrazitkohle wird nur auf dem Gebiet der sogenannten Volksrepubliken Lugansk und Donezk gefördert.[304] Der Anteil der Kohle am Primärenergieverbrauch schwankte zwischen 1991 und 2021 zwischen rund 26 % und etwa 36 %.[305] Kohle ist wichtig für die Strom- und Wärmeerzeugung und für viele Industrien, wie zum Beispiel in der metallurgischen Produktion.[304] Bis 2014 konnte sich die ukrainische Volkswirtschaft selbst mit Kraftwerkskohle versorgen, aber sie wurde zum Nettoimporteur.[306] 2017 begann die Ukraine, den Handel mit den Volksrepubliken zu blockieren. Das war für beide Seiten schwierig: Während die Volksrepubliken durch den Kohleexport wichtige Einnahmen erzielt hatten, waren viele ukrainische Kraftwerke für Strom- und Wärmeerzeugung wie auch Industrien relativ abhängig von Anthrazitkohle.[307] Allerdings exportierten die Volksrepubliken Kohle in die Russische Föderation, wo sie neu etikettiert wurde, um dann als russische Kohle etwa über Weißrussland an die Ukraine oder an EU-Staaten verkauft zu werden.[308]

    Die Kohleproduktion sank langfristig seit Ende der 1980er Jahre bis 2020.[309] Bereits von 1991 bis 2013 verloren 88 % aller Kohlekumpel ihre Arbeitsplätze.[310] Im Zuge des Konfliktes zwischen der Ukraine und der Russischen Föderation wurden seit 2014 viele Bergwerke im Osten beschädigt oder geflutet.[304] Die Kohleproduktion des Donbas nahm deutlich ab.[311] Unter Ministerpräsident Schmyhal erarbeitete das Energieministerium Konzepte für einen Strukturwandel. Diese sahen vor, Kohle noch über Jahrzehnte zu nutzen, um das Land mit Energie zu versorgen.[312] Die Europäische Union und die Bundesrepublik Deutschland boten ihre Hilfe für einen Kohleausstieg an.[313] 2018 gründeten einige Kohlestädte des Donezker Gebiets, Nichtregierungsorganisationen und eine regionale Handelskammer eine regionale Plattform, die auf eigene Initiative versuchte, Konzepte für den Strukturwandel zu entwickeln.[314]

    Die Ukraine verfügt über reiche Öl- und Gasvorkommen (Gasvorkommen 2019 geschätzt auf 1,09 Billionen Kubikmeter), die in Europa nur noch von denen Norwegens übertroffen werden (1,53 Billionen Kubikmeter Gas).[315] Langfristig sank der Öl- und Gasverbrauch seit Anfang der 1990er Jahre bis 2021 stark ab.[316][317] Unter Janukowitsch plante die Regierung, russische Gasimporte zu reduzieren und ab 2020 völlig darauf verzichten zu können.[318] Stattdessen sollten die ukrainischen Ressourcen genutzt werden.[319] So wollte die ukrainische Regierung zusammen mit Chevron und Royal Durch Shell in der West- und Ostukraine Schiefergas erschließen und fördern, während Exxon im Schwarzen Meer aktiv werden sollte.[320][321] Allerdings stellten alle drei Unternehmen ihre Projekte ein.[322] Auch unter Ministerpräsident Schmyhal verfolgte die ukrainische Regierung das Ziel, in der Gasversorgung autark zu werden, und schloss Production Sharing Agreements.[323][324] Von 2011 bis 2015 reduzierte die Ukraine ihre direkten Erdgasimporte aus der Russischen Föderation, während sie 2013 begann, Gas zunehmend aus der Europäischen Union zu kaufen.[325] Um ihren eigenen Bedarf zu decken, importiert die Ukraine seit 2016 kein Erdgas mehr auf direktem Wege aus der Russischen Föderation, sondern bezieht Gas größtenteils aus der Slowakei, Ungarn und Polen.[248] Die Krim und die Volksrepubliken Lugansk und Donezk wurden jedoch durch Gazprom versorgt.[326] Indem die Ukraine als Transitland Gas von der Russischen Föderation gen Europa leitet, erzielt sie bedeutende Einnahmen und ohne den Transit müsste aus technischen Gründen das Pipeline-System angepasst werden.[327] Die Ukraine importierte von 2012 bis 2017 insgesamt und im Besonderen aus der Russischen Föderation weniger Rohöl.[326] Allerdings ging die ukrainische ölverarbeitende Industrie nieder, so dass die Ukraine die meisten Ölprodukte, die im Land verbraucht wurden, importierte.[326] Zunächst kamen diese aus der Russischen Föderation und nach 2014 aus Weißrussland, wo Ölprodukte aus russischem Öl hergestellt wurden.[326]

    Landwirtschaft

    Die Ukraine hat mit 56 % ihrer Landfläche den weltweit höchsten Anteil an Ackerboden bester Qualität. Er ist mit einer dicken Schicht sehr fruchtbarer Schwarzerde (Tschernosem) überzogen.[328]

    Jährlich produziert die Ukraine rund 60 Millionen Tonnen Getreide, hauptsächlich Mais, Weizen und Gerste, wovon über 50 % exportiert werden. 2012 stand sie damit weltweit an siebter Stelle der Getreideproduzenten.[329] 2019 wurde beim Getreide, mit rund 75 Millionen Tonnen, eine neue Rekordernte eingefahren.[330]

    Die Landwirtschaft leidet seit einigen Jahrzehnten unter starker Bodenerosion. Durch die damit verbundene Versteppung des Landes hat die Ukraine schon rund ein Achtel ihrer landwirtschaftlichen Nutzfläche eingebüßt. Der Waldanteil liegt heute bei 5 % der Gesamtfläche. Im Norden des Landes befand sich einst eine ausgedehnte Waldsteppe mit sehr fruchtbaren Lössboden. Bis auf einen kleinen Restbestand wurden diese Wälder abgeholzt und in Ackerland umgewandelt. Bekannt sind die Birkenwälder um Kiew und die Wälder in Wolhynien. An der nördlichen Landesgrenze zu Belarus darf in einem Radius von 30 Kilometern um die Stadt Prypjat seit der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl wegen der anhaltenden radioaktiven Verseuchung keine Landwirtschaft betrieben werden.

    Im Süden der Ukraine an der Küste und auf der Krim wird Wein- und Obstbau betrieben. Im Rest des Landes werden vorwiegend Weizen, Kartoffeln und Zuckerrüben angebaut. Zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit von der Sowjetunion wurden 55 % des ukrainischen Territoriums für Ackerbau genutzt und insgesamt 70 % der Fläche für die Landwirtschaft. Der agrar-industrielle Komplex erwirtschaftete 1991 etwa 40 % des Nationaleinkommens. 2007 wurden in der Ukraine insgesamt 42,894 Mio. Hektar Land landwirtschaftlich genutzt.[331]

    Fast ein Fünftel der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft (vor allem im Westteil des Landes), das 12 % des Bruttoinlandsprodukts erzeugt.[332]:Sp 1 Die Ukraine hat mit 32 Millionen Hektar doppelt so viel Ackerland wie Deutschland, erzielt aber mit 35 Millionen Tonnen nur 70 % der deutschen Getreideproduktion.[332] 40 % der Agrarflächen werden durch kleine, aber stabile Subsistenzbetriebe unter einem Hektar bewirtschaftet, 50 % durch Kolchose-Nachfolger auf Pachtbasis (mit durchschnittlich 1.200 Hektar), die restlichen 10 % durch Kleinbetriebe mit durchschnittlich fünf Hektar und durch 43.000 Mittelbauern (80 bis 500 Hektar).[332]:Sp 1/2

    Infolge des russischen Überfalls auf die Ukraine verlor die Ukraine mit Stand Juni 2022 nach Auskunft des Landwirtschaftsministeriums neben 25 % der Agrarfläche[333] etwa 25 Millionen der 85 Millionen Tonnen Lagerkapazitäten für Getreide, weil Silos zerstört wurden oder in von Russland besetzten Gebieten lagen.[334]

    Aneignung von Agrarland

    Als die Ukraine ein Teil der UdSSR war, besaß der Staat das Agrarland. In den 1990er Jahren bekamen viele Personen, die in den landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften gearbeitet hatten, jeweils meist zwei bis drei Hektar Land von den Genossenschaften. Dadurch erhielten etwa 6,9 Millionen Personen, die in ländlichen Regionen wohnten, insgesamt rund 27 Millionen Hektar Land.[335] Ferner erhielten auch einige Stadtbewohner kleinere Landflächen, die viele von ihnen nutzten, um Subsistenzwirtschaft zu betreiben.[335] So konnten sie leichter die wirtschaftliche Krise der 1990er Jahre überstehen. Im Jahr 2001 verhängte die Regierung ein Moratorium, das den Kauf und Verkauf von Agrarland verbot. Das Moratorium sollte nur provisorisch sein, bis die ukrainische Regierung ein neues Gesetz erarbeitete, das den Markt für Agrarland regelte.[336] Allerdings verschoben Nachfolgeregierungen mehrfach ein solches Gesetz und verwiesen darauf, dass viele Menschen dagegen waren.[336]

    Präsident Wolodymyr Selenskyj wollte das Moratorium aufheben und einen Bodenmarkt schaffen. Die Eigentümer sollten vollere Rechte erhalten und die Investitionen in die Landwirtschaft steigen.[337] Allerdings drängten auch internationale Organisationen. Nachdem die Kiewer Denkfabrik Easybusiness, die dem Atlas Network nahestand, eine mehrjährige Kampagne geführt hatte, forderte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte im Jahr 2018 vom ukrainischen Staat eine Bodenreform.[338][339] Ferner machte der Internationale Währungsfonds die Reform zu einer Bedingung für weitere Kredite.[337] Schließlich erklärte Selenskyj auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, dass die Ukraine auf internationale Geldgeber angewiesen sei.[340] Auf der anderen Seite waren viele Menschen gegenüber einer Bodenreform skeptisch oder lehnten sie ab. Sie befürchteten, die Liberalisierung könnte zu einer Konzentration des Bodenbesitzes führen und vor allem großen Unternehmen, Oligarchen oder auch ausländischen Konzernen nützen.[339] Vor und im Parlament kam es zu Protesten.[341] Im April 2020 unterzeichnete Selenskyj das Gesetz über die Bodenreform.[337] Das neue Gesetz Nr. 552–IX[342] erlaubt es, dass ukrainische Bürger seit 2021 bis zu 100 Hektar Land erwerben dürfen. Ferner erlaubt es neben ukrainischen Bürgern auch ukrainischen Unternehmen, ab 2024 Land bis zu 10.000 Hektar zu erwerben.[343] Das Gesetz bedeutete in gewisser Weise einen Kompromiss: Während der ursprüngliche Entwurf von 2019 vorgesehen hatte, dass auch ausländische Personen und Unternehmen ukrainisches Agrarland kaufen durften, wurde schließlich die Entscheidung darüber auf ein Referendum verschoben.[344]

    Große Agrar-Unternehmen und internationale Institutionen waren am ukrainischen Agrar-Sektor sehr interessiert. Sie behaupteten, durch zunehmende landwirtschaftliche Produktion könnte der Staat sich besser entwickeln und durch Exporte dabei helfen, die Weltbevölkerung zu ernähren.[345] Vor diesem Hintergrund versuchten ukrainische und nicht-ukrainische Agrar-Unternehmen, mehr Agrarland zu kontrollieren (Land Grabbing).[345] Zwar war durch das Moratorium von 2001 der Verkauf von ukrainischem Agrarland verboten, aber oft verpachteten Bodenbesitzer ihr Land, da rechtlich nicht geklärt war, wo die Grenzen ihres Landes genau lagen, und viele von ihnen nicht genug Geld oder Produktionsmittel hatten.[346]

    Agrar-Holdings pachteten zunehmend Land und inkorporierten Agrar-Unternehmen, wobei sie immer mehr horizontal und vertikal integrierten, um möglichst die gesamte Wertschöpfungskette zu kontrollieren.[347] Während der großen Übernahmewelle von 2009 bis 2012 bevorzugten Agrar-Holdings wachsende mittelgroße Betriebe mit pflanzlich-tierischer Produktionsstruktur wie auch kapitalschwache Betriebe und achteten auf eine schlechte finanzielle Performance.[348] 2012 entfiel der Großteil der Agrar-Holdings auf ukrainische Besitzer, worunter auch Oligarchen wie Rinat Achmetow oder Oleg Bachmatjuk waren.[347] Letzterer besaß die damals größte Holding Ukrlandfarming, die rund 500.000 Hektar kontrollierte.[347] Die größten nicht-ukrainischen Agrar-Holdings waren US NCH Capital (400.000 Hektar) und Russian Ukrainian Agrarian Investments (260.000 Hektar).[347] Agrar-Holdings profitierten von den relativ niedrigen Pachtzinsen.[346] Im Gegensatz zu den kleinen und mittelgroßen Landwirten konnten Agrar-Holdings sich leichter mit Kapital versorgen, indem sie Kapital über Börsen oder internationale Finanzinstitutionen bekamen, wie zum Beispiel die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung.[347] Des Weiteren machte auch die Volksrepublik China ihr Interesse deutlich. 2012 gewährte die China Exim-Bank einen Kredit in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar und erhielt für die folgenden 15 Jahre bis zu sechs Millionen Tonnen Getreide jährlich.[349] 2013 begann das chinesische Staatsunternehmen Xinjiang Production and Construction Corps Verhandlungen mit dem ukrainischen Agrarkonzern KSG Agro über 100.000 Hektar in der Schwarzmeerregion. Für den chinesischen Markt sollten Feldfrüchte angebaut und Schweine gezüchtet werden. Für weitere Pachtrechte auf 50 Jahre wollte die Volksrepublik China bis zu drei Millionen Hektar übernehmen.[350]

    Industrie

    Industrieroboter Fanuc R-2000iB zum Schweißen von Karosserien des ZAZ Chance, Saporisky Awtomobilebudiwny Sawod

    Bei Krywyj Rih (Krywbass), Dnipro und Saporischschja befinden sich Eisenerzlagerstätten mit entsprechender Verarbeitung. Hinzu kommen Maschinenbau, Schienenfahrzeug-,[351] und Automobilindustrie[352] Luft- und Raumfahrtindustrie,[353] Rüstungsindustrie,[353][354] Nahrungsmittelindustrie, der Bau von Elektrogeräten sowie eine umfangreiche Werftindustrie.[354] Ausgeführt werden vor allem Kohle, Stahl, Elektrogeräte, Maschinen, Fahrzeuge[352] und Nahrungsmittel, eingeführt werden vor allem Energieträger (Gas und Erdöl) aus Russland. Im Donezkbecken befinden sich viele sanierungsbedürftige Bergwerke, in denen es bereits zu schweren Grubenunglücken kam.

    Die größten Fahrzeugwerke sind KrAZ in Krementschuk, LuAZ in Luzk und Saporisky Awtomobilebudiwny Sawod (SAS) in Saporischschja.

    Die Ukraine lag bis zum Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine (24. Februar 2022) auf Platz 13 der weltgrößten Stahlhersteller; etwa 80 Prozent des Stahls wurden exportiert.[355] Das Asow-Stahlwerk in Mariupol war bis zu seiner Zerstörung von März bis Mai 2022 eines der größten Hüttenwerke Europas.

    Die ukrainische Stahlindustrie hat ihrem Verband zufolge durch Zerstörungen ihrer Stahlwerke während des Krieges 40 Prozent ihrer Kapazität unwiederbringlich verloren.[356]

    Dienstleistungen

    Der Tertiärsektor entwickelt sich in der Ukraine in den letzten Jahren sehr dynamisch, blieb allerdings stark von den Schwankungen der Finanzmärkte abhängig. Neben den Banken zeigten auch die Software- und IT-Service-Branche große Zuwachsraten. Ihr Umsatz betrug 2014 etwa 5 Milliarden US-Dollar. Manager bzw. ehemalige Manager der IT-Industrie sind seit 2014 stark im Parlament und in leitenden Positionen der Regierungskoalition vertreten.[357]

    Finanzwirtschaft

    Das Gebäude der 1991 gegründeten Zentralbank der Ukraine
    Dnipro gilt als Finanzzentrum des Landes.
    1000 Hrywni mit Porträt von Wolodymyr Wernadski

    Im Bankwesen fand die erste Übernahme durch ein ausländisches Kreditinstitut erst im Oktober 2005 statt, aber schon davor wurden Banken mit ausländischem Kapital gegründet. Damals übernahm die österreichische Raiffeisen International die zweitgrößte Bank des Landes, „Bank Aval“ (jetzt Raiffeisen Aval). Die Verkaufsverhandlungen wurden von ukrainischer Seite bewusst in die Länge gezogen, da sich rasch weitere Interessenten an der Bank fanden, und sich der Kaufpreis somit Stück für Stück auf letztendlich 836 Millionen Euro (für 93,5 % Anteil) erhöhte. Zusammen mit der 1998 gegründeten „Raiffeisenbank Ukraine“ hielt die „Raiffeisen International“ einen Bilanzkapitalanteil von 12 % am ukrainischen Bankensektor bis zum Verkauf der Ersteren an OTP Bank 2006.

    Von da an gab es plötzlich großes Interesse von zahlreichen ausländischen Banken, die ebenfalls in der Ukraine Fuß fassen wollten. Innerhalb von nur fünf Monaten schnellte der Anteil ausländischer Banken am ukrainischen Bankensektor von knapp über 12 % auf rund 25 % und betrug im August 2007 31,7 %. Ab 2010 ging die Entwicklung wieder in gegenläufiger Richtung.[358]

    Eine weitere der fünf ukrainischen Großbanken, die Ukrsibbank, wurde im Dezember 2005 von der größten französischen Bank, BNP Paribas, übernommen. 51 % wechselten für knapp 300 Millionen Euro ihren Besitzer. Im September 2007 hat die Commerzbank einen Anteil von 60 % an der Bank Forum für 600 Millionen Euro übernommen.

    Auch von den kleineren der 158 (per Ende 2005) ukrainischen Banken wurden bereits mehrere übernommen. So übernahm beispielsweise der russische Marktführer, die staatliche Sberbank, die ukrainische NRB-Ukraina (hat dafür jedoch noch keine Erlaubnis der Bankenaufsicht erhalten), und die russische Nummer zwei, die ebenfalls staatliche Vneschtorgbank (VTB) übernahm die ukrainische Mrija für umgerechnet knapp 60 Millionen Euro. Man vermutet hinter den Übernahmen der staatlichen russischen Banken politische Motive, wie diese auch bereits im Januar 2006 in der plötzlichen Vervielfachung des Gaspreises von russischer Seite gesehen wurden.

    Funktionen der Zentralbank übt die Nationalbank der Ukraine aus, sie wurde 1991 gegründet. Aufgrund der Weltfinanzkrise ab 2007 verlor die Hrywnja von Herbst 2008 bis Februar 2009 über 40 % ihres Wertes. Die Ratingagentur Fitch wertete die Ukraine auf B (Hochspekulativ) ab.

    Staatsanleihen

    Am 17. Dezember 2013 vereinbarte die Regierung mit Russland den Kauf von ukrainischen Staatsanleihen im Wert von 15 Milliarden Dollar und die „vorübergehende“ Senkung der Gaspreise um ein Drittel, um die ukrainische Wirtschaft zu stützen. Der Premierminister Mykola Asarow äußerte, ohne den Vertrag mit Russland drohe der Staatsbankrott und der Zusammenbruch der Gesellschaft. Nach BBC-Angaben würde die Ukraine für 2014 eine Außenfinanzierung in Höhe von 17 Milliarden Dollar benötigen, um weiter ihre Schulden bedienen zu können.[359]

    Die Ukraine erhielt, nachdem die Regierung Jazenjuk im Amt war, zur Errichtung und Gewährleistung einer stabilen Wirtschaft und Politik, Zuschüsse und Darlehen zu tiefen Zinssätzen der Europäischen Union in Höhe von mindestens 11 Milliarden Euro.[360]

    Auch das US-amerikanische Investmenthaus Franklin Templeton Investments hat in ukrainische Staatsanleihen im Wert von 7,6 Milliarden Dollar investiert und gehört somit zu den größten Gläubigern der Ukraine.[361]

    Medien

    Reporter ohne Grenzen kritisiert, dass sich ein großer Teil der Medien in den Händen von Oligarchen oder politisch einflussreichen Personen befindet. In den von Separatisten besetzten Zonen der Ostukraine sowie auf der russisch besetzten Krim ist die Pressefreiheit zudem, laut Reporter ohne Grenzen, nicht mehr gegeben.

    In ihrem 2017 veröffentlichten Bericht äußerte die internationale Nichtregierungsorganisation Freedom House große Besorgnis über die Sicherheitslage der Journalisten in der Ukraine. Sowohl im ukrainischen Kernland als auch in den von russischen Separatisten kontrollierten Gebieten im Osten des Landes seien die Medienvertreter der Gewalt, Einschüchterungen und Belästigungen ausgesetzt.[362] Im Juli 2017 wurde der prominente Journalist Pawel Scheremet bei einem Autobombenanschlag in Kiew getötet. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sprach von einer „schrecklichen Tragödie“. Ein Jahr zuvor war der regierungskritische Journalist Oles Busyna in Kiew ermordet worden.[363]

    Die OSZE äußerte Bedenken zur Pressefreiheit betreffend die entzogene Zulassung im Falle Sawik Schusters im Jahr 2016[364] sowie im April 2017 wegen der Ausweisungen der Journalistinnen Anna Kurbatova, Tamara Nersesyan und Maria Knyazeva wie auch wegen der Zugangsverwehrung für die spanischen Journalisten Antonio Pampliega und Manuel Ángel Sastre.[365]

    Der Slawist und Journalist Herwig G. Höller strich im Jahr 2016 dennoch heraus, dass es in der Ukraine auch Medienkritik gebe, dies im großen Unterschied zu Russland.[366]

    Nachrichten- und Presseagenturen

    Die staatliche Nachrichtenagentur ist die 1918 gegründete UKRINFORM und setzt täglich rund 300 Meldungen ab.[367] Generaldirektor seit 2011 Oleksandr Detsyk (* 1979).[368] Weitere einflussreiche Unternehmen sind die nichtstaatliche russische Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine und die private Ukrainische Unabhängige Informationsagentur (UNIAN), die von dem Oligarchen Ihor Kolomojskyj kontrolliert wird.[369] Insgesamt sind rund 35 Nachrichtenagenturen in der Ukraine aktiv, jedoch sind die meisten sehr klein und übernehmen die Informationen der führenden Nachrichtenagenturen. Seit März 2014 spielt das am Majdan Nesaleschnosti im Hotel Ukrajina gelegene Ukrainian Crisis Media Center (UCMC) eine wichtige Rolle. Es wird von George Soros (Open Society Foundations), dem US-Public-Relation-Unternehmen Weber Shandwick und der ukrainischen Regierung finanziert und verbreitet Nachrichtenmeldungen und Bildmaterial zur Krise.[370][371]

    Fernsehsender

    Beim Fernsehen, das 1951 in der Ukraine eingeführt wurde, gibt es neben dem staatlichen Fernsehen seit 1993 auch private Fernsehanbieter.

    • Nazionalna Telekompanija Ukrajiny, (ukrainisch: Національна Телекомпанія України) ist die staatliche Fernsehanstalt der Ukraine. Sie wurde am 20. Januar 1965 gegründet und unterhält das einzige staatliche Fernsehprogramm Perschyj Nazionalnyj (Erstes Nationales).
    • STB ist ein 1997 gegründeter privater Sender, der neben den weiteren fünf TV-Stationen ICTV, Novy Kanal, M1, M2, QTV aktuell dem Oligarchen Wiktor Pintschuk und Gründer der StarLightMedia Group gehört.[372]
    • Ukraine, ursprünglich 1993 als Regionalsender im Ballungsraum Donezk gegründet, gehört zur Media Group Ukraine, die über die Holding System Capital Management (SCM) von dem Oligarchen Rinat Achmetow kontrolliert wird und sehr hohe Einschaltquoten durch seine Fußball-TV-Spartenkanäle erreicht.[372][373]
    • 1+1 ist ein ukrainischer Fernsehsender, an dem seit 3. Juli 2012 maßgeblich Time Warner über die Central European Media Enterprises (CME) beteiligt ist.[374][375] Der Sender befindet sich im Besitz des Oligarchen Ihor Kolomojskyj.[376] 1+1 zählt zu den Sendern mit dem höchsten Marktanteil in der Ukraine und kann von 95 % der ukrainischen Bevölkerung empfangen werden.
    • Inter ist ein weiterer populärer TV-Sender mit sehr hoher Reichweite in der Ukraine, der im Februar 2013 zu 100 % von der Inter Media Group Limited übernommen wurde, die von dem Oligarchen Dmytro Firtasch kontrolliert wird.[372]
    • 5 Kanal wurde 2003 gegründet und wird über die Mischkonzern-Holding Ukrprominvest durch deren Gründer, den Oligarchen und ehemaligen Präsidenten der Ukraine Petro Poroschenko kontrolliert.[377]
    • KRT (ukrainisch КРТ) ist ein ukrainischer orthodoxer TV-Kanal, der erstmals am 26. April 2003 auf Sendung ging.
    • Slavonic Channel International ist ein ukrainischer Fernsehsender, der auf Russisch, Ukrainisch und Englisch sendet und sich hauptsächlich „slawischen“ Themen widmet.
    • Espreso TV wurde 2013 von dem polnischen Medienmanager Michal Boniatowski gegründet, anfangs lautete der Name „Euromaidan“.[378]
    • Hromadske.tv (Bürger-TV) ist ein Internetsender, der mit Hilfe amerikanischer und britischer Stiftungsgelder im November 2013 online ging.[378][379]

    Im Februar 2021 verbot Präsident Selenskyj mit einem Erlass drei oppositionelle Nachrichtensender wegen angeblicher Gefährdung der nationalen Sicherheit und Verbreitung von russischer Propaganda:

    • ZIK (телеканал)
    • NewsOne
    • 112 Ukraine (ukrainisch: 112 Україна)

    Der Vorsitzende des ukrainischen Journalistenverbandes, Nikolaj Tomilenko, sprach von einer »Informationsbombe« und sagte: »Der Entzug des Zugangs zu ukrainischen Medien für ein Millionenpublikum ohne Gericht (…) ist ein Angriff auf die Meinungsfreiheit.«[380]

    Im Dezember 2021 verbot Selenskyj durch einen Erlass zwei weitere oppositionelle Nachrichtensender:

    • Ukrlive.tv
    • Perwij Nesawissimij

    Die prorussische Partei Oppositionsplattform für das Leben nannte dies einen weiteren Angriff auf die Meinungsfreiheit.[381]

    Zeitungen und Zeitschriften
    Radiosender

    Ukrajinske Radio (Українське Радіо; deutsch: Ukrainischer Rundfunk; englisch: Ukrainian Radio) ist die staatliche Hörfunkanstalt der Ukraine mit dem dazugehörigen Auslandsdienst Radio Ukraine International. Daneben gibt es weitere private Radiosender.

    Informationstechnik

    Die Ukraine ist in den letzten Jahren auch im Zusammenhang mit dem „IT-Outsourcing“ bekannt geworden. Eine große Zahl ukrainischer Softwareentwicklungsunternehmen befindet sich vor allem in Kiew, Charkiw, Lwiw, Dnipro, Donezk und Simferopol (Krim). Somit nutzt das Land seine geografische und kulturelle Nähe zu Westeuropa und macht bereits etablierten IT-Dienstleistern wie Indien und China Konkurrenz. Jedoch kann der Umsatz, der in diesem Bereich entsteht, noch nicht mit dem indischen verglichen werden. Die IT-Industrie beschäftigte im Dezember 2021 etwa 250.000 Ingenieure und Programmierer.[382][383]

    Im Bereich der Offshore oder Nearshore-Programmierung sind dabei vor allem EPAM Systems, SoftServe, GlobalLogic und Ciklum nennenswert. EPAM beschäftigt 12.389 Spezialisten zu Ende 2021, womit die Ukraine für das Unternehmen den bedeutendsten Entwicklungsstandort darstellt.[384] SoftServe als größtes einheimisches IT-Outsourcing Unternehmen beschäftigte 2019 bereits über 5.300 Spezialisten in der Ukraine[385], diese Zahl wuchs zu Ende 2021 auf 9.462.[382][386] GlobalLogic beschäftigt über 7.370 Spezialisten.[387] Ciklum beschäftigt über 3.000 Spezialisten in der Ukraine.[388]

    Zu den größten Softwareproduzenten und IT-Serviceunternehmen gehören die schweizerische Luxoft mit 3.900 Spezialisten in der Ukraine.[389] Weitere Unternehmen sind der Computerspielhersteller GSC Game World und MacPaw mit seinen 300 Mitarbeitern.[390]

    Im Jahr 2020 nutzten 75 Prozent der Einwohner der Ukraine das Internet.[391]

    Messen und Ausstellungen

    Tourismus

    Hauptartikel: Tourismus in der Ukraine
    Schwalbennest (Krim)

    Ein wichtiges touristisches Ziel in der Ukraine bildet die Hauptstadt Kiew, die neben vielen historischen Sehenswürdigkeiten auch ein modernes pulsierendes Kulturleben bietet. Als Erholungsgebiet wird seit den Zarenzeiten die Schwarzmeerküste genutzt, allem voran die Halbinsel Krim, die 1954 der Ukrainischen SSR übertragen wurde. Die Krim bietet neben kulturellen Hinterlassenschaften zahlreicher Völker (Griechen, Krimtataren, Genueser) ein subtropisches Klima und eine Vielzahl von Palästen und Sanatorien. Die Krim war bis 2014 Schauplatz des jährlichen Festivals elektronischer Tanzmusik KaZantip.

    Im Westen der Ukraine ist die Stadt Lwiw mit ihrer zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Innenstadt sehenswert. In den angrenzenden ukrainischen Karpaten gibt es neben einer beeindruckenden Natur traditionelle Thermalkurorte wie Truskawez oder Skigebiete wie Slawske.

    Als eine Art Extremtourismus haben sich in letzter Zeit Ausflüge in die verstrahlte Zone von Tschornobyl nördlich von Kiew etabliert.

    Infrastruktur

    Die Ukraine besitzt aus Zeiten der Sowjetunion vor allem eine Nord-Süd-Verkehrsorientierung (Moskau-Kiew-Odessa, Moskau-Charkiw-Krim). Man versucht aber seit der Unabhängigkeit des Landes, die Infrastruktur in eine West-Ost-Orientierung zu reorganisieren und die Verbindungen zu Polen, der Slowakei und Ungarn zu intensivieren (Anbindung an den Paneuropäischen Korridor III: Straßenverbindung und Bahnstrecke Berlin/DresdenBreslauKrakauLwiw – Kiew und V: KošiceTschop – Lwiw und Budapest – Tschop – Lwiw). Die Ukraine ist heute vor allem ein Transitland zwischen Mitteleuropa und dem Kaukasus und zwischen Südeuropa und Russland. Hauptverkehrsträger in der Ukraine ist die Eisenbahn, gefolgt vom Straßenverkehr und der Binnenschifffahrt auf dem Dnepr (Dnipro). Seit Ausbruch der Kampfhandlungen in der Ostukraine und nach der Annexion der Krim durch Russland (2014) ist der Verkehr innerhalb der betreffenden Regionen und auch der Verkehr zwischen der Ukraine und Russland zunehmend eingeschränkt.

    Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird und die Qualität der Infrastruktur misst, belegte die Ukraine 2018 den 66. Platz unter 160 Ländern. Ein großer Teil der Infrastruktur des Landes wurde seit der Sowjetära nicht modernisiert.[392]

    Eisenbahn

    Das ukrainische Eisenbahnnetz zählt zu den größten weltweit.

    In der Ukraine wird von der Eisenbahn die auch in Russland gebräuchliche Breitspur von 1520 mm verwendet. Der Bau von Hochgeschwindigkeitsstrecken in der Normalspurweite 1435 mm wird geplant.[393] Die Strecken in den Räumen Kiew, Lwiw und im Osten der Ukraine sind elektrifiziert, dazwischen befinden sich nicht-elektrifizierte Abschnitte. Eine komplette Elektrifizierung ist vorgesehen. Der staatliche Eisenbahnhersteller ist die Lokomotivfabrik Luhansk. Die nationale Eisenbahngesellschaft Ukrsalisnyzja wurde 1991 gegründet und liegt ebenfalls in staatlicher Hand. 2009 kamen von der Regierung erste Vorschläge über eine Privatisierung ins Gespräch. Im Zuge der Annexion der Krim durch Russland und im Laufe der Kampfhandlungen in den Oblasten Donezk und Luhansk kam es zu starken Einschränkungen des Bahnverkehrs in den betreffenden Regionen. Im Angriff Russlands auf die Ukraine seit Februar 2022 ist die Eisenbahninfrastruktur eines der bevorzugten Ziele.[394]

    Straße

    Hauptartikel: Fernstraßen in der Ukraine
    Verlauf der mittelalterlichen Via Regia und Via Imperii in Europa

    Das gesamte Straßennetz umfasste 2012 etwa 169.694 km, wovon 166.095 km asphaltiert sind.[54] Ein zusammenhängendes Autobahnnetz besteht noch nicht, es existieren jedoch vielerorts autobahnartig ausgebaute Fernstraßen und Nationalstraßen. Die M 06 von Ungarn nach Kiew wurde in den letzten Jahren renoviert und ist nun von der ungarischen Grenze über die Karpaten bis Lwiw durchgehend in sehr gutem Zustand. Das Tankstellennetz ist sehr dicht. In manchen Dörfern sind die Straßen noch sehr schlecht ausgebaut, werden jedoch allmählich saniert. In vielen Großstädten gibt es Straßenbahnen und U-Bahnen, wie beispielsweise die Metro in Kiew, und überall im Land ein sehr dichtes Netz an Busverbindungen.

    Kiew war neben Moskau der östlichste Punkt der großen mittelalterlichen Via Regia bis nach Santiago de Compostela in Spanien.

    Luftverkehr

    Die Antonow An-225, das weltweit größte und einzige Flugzeug seiner Art (zerstört)

    In allen wichtigen großen Städten befinden sich internationale Flughäfen. Ukraine International Airlines, Azur Air Ukraine und Yanair sind die bekanntesten Fluggesellschaften in der Ukraine. Die Flughäfen in Kiew-Boryspil, Odessa und Dnipro sind die wichtigsten internationalen Verkehrsflughäfen der Ukraine. Der Flugzeugbauer Antonow mit Hauptsitz am Flughafen Kiew-Hostomel hatte mit der Antonow An-225 mit einem Frachtraumvolumen von insgesamt 1220 m³ bei 250 t Zuladung (was den Transport von vier Sattelzügen und dahinter einem Lkw und daneben seinem Anhänger, alle beladen, ermöglicht) das weltweit größte Transportflugzeug im Einsatz. Es wurden zwei Flugzeuge dieses Typs gebaut, von denen nur eines fertiggestellt und im Februar 2022 durch russische Truppen zerstört wurde.

    Häfen und Schifffahrt

    Über die Häfen in Odessa werden fast die Hälfte der Ex- und Importe der Ukraine abgewickelt. Die Schwarzmeerhäfen zählen daher zu den kritischsten Teilen der Infrastruktur.[169]

    Wichtigste Binnenschifffahrtstraße ist der Dnepr, der bis Kiew auch für kleine Seeschiffe befahrbar ist; in Tschornomorsk, Mykolajiw und Cherson befinden sich Seehäfen, der größte ist der Hafen von Odessa. Seit der Annexion der Krim durch Russland hat die Ukraine auf die Seehäfen in Sewastopol und Kertsch keinen Zugriff mehr. Das Hauptquartier der ukrainischen Marine war bis zur Besetzung der Krim in Sewastopol am Schwarzen Meer, seither befindet es sich in Odessa. Es bestehen Fährverbindungen von Tschornomorsk nach Poti in Georgien, nach Constanța in Rumänien und nach Derince in der Türkei.[395]

    Am 24. Februar 2022 begann auf Befehl des russischen Präsidenten Putin der russische Überfall auf die Ukraine. Die Häfen Mariupol, Berdjansk, Skadowsk und Cherson sind (Stand 2. Mai 2022) nicht (mehr) unter Kontrolle der Ukraine und deshalb offiziell geschlossen.[396]

    Telekommunikation

    In der Ukraine wurden neben dem herkömmlichen öffentlichen Telefonnetz, das zu 76 % (2006) vom staatlichen (bis 2011) Anbieter Ukrtelecom dominiert wird, auch GSM-Mobilfunknetze aufgebaut. Die größten Mobilfunknetze sind zurzeit:

    • Kyivstar/Djuice/Mobilitsch (2G, 3G und 4G)
    • Vodafone Ukraine[397] (früher: MTS bzw. UMC)/Jeans/Sim-Sim (2G, 3G und 4G)
    • Lifecell (2G, 3G und 4G)
    • 3Mob (3G: UMTS)
    • PEOPLEnet (3G: CDMA2000 1× EV-DO)
    • Intertelecom (3G: CDMA2000 1× EV-DO)

    Ukrtelecom startete im November 2007 das erste UMTS-Mobilfunknetz der Ukraine, das seit 2011 als 3Mob[398] firmiert. Die 2011 privatisierte[399] Ukrtelecom befindet sich mehrheitlich im Besitz der Holding SCM des Oligarchen Rinat Achmetow.[400] Im Winter 2014/15 wurden noch drei Lizenzen für den Mobilfunkstandard UMTS verkauft. Diese Netze sollten frühestens im Sommer 2015 in Betrieb gehen.[401]

    Pipelines

    Die Transitpipelines gehören zu den kritischsten Teilen der Infrastruktur. Die Ukraine ist zum einen auf Erdgas-Importe angewiesen, die es vor allem aus Russland bekommt, zum anderen ist es wichtiges Transitland für Erdgas aus Russland.[169] Osteuropäische Länder, aber auch die Bundesrepublik Deutschland werden über die Pipelines mit russischem Gas versorgt. Um die starke Abhängigkeit der Ukraine von russischem Gas zu reduzieren, wurde 2014 eine technische Umrüstung der Leitungen eingeleitet, die umgekehrt gerichteten Gasfluss von West- und Mitteleuropa in Richtung der Ukraine ermöglichen soll.[402]

    Kanäle

    Die Kanäle in der Ukraine dienen vorwiegend der Bewässerung und nicht als Schifffahrtskanal. Der wichtigste Kanal ist der Nord-Krim-Kanal, ein über 400 km langer Bewässerungskanal, der von den 1970er Jahren an bis 2014 das aufgestaute Wasser des Dnepr in die wasserarmen Regionen im Süden der Ukraine und auf die Krim leitete und so 85 % des gesamten Wasserverbrauchs der dortigen Bevölkerung deckte.

    Die Merefa-Cherson-Brücke verbindet die Ufer des Dneprs in Dnipro.

    Brücken

    Durch die Mitte der Ukraine fließt mit dem Dnepr der drittlängste Strom Europas und teilt das Land in die rechtsufrige und linksufrige Ukraine. Um den Schienen- und Straßenverkehr beider Ufer miteinander zu verbinden, sind zahlreiche Brücken, vor allem in den Städten am Fluss, erbaut worden. Daneben dienen die Staumauern, die den Dnepr anstauen, als Flussübergänge für den Straßenverkehr.

    Die Halbinsel Krim wurde durch die Krim-Brücke über die Meerenge von Kertsch mit dem russischen Territorium verbunden.

    Feuerwehr

    In der Feuerwehr in der Ukraine waren im Jahr 2019 landesweit 53.286 Berufs- und 142.598 freiwillige Feuerwehrleute organisiert, die in 2.210 Feuerwachen und Feuerwehrhäusern, in denen 3.402 Löschfahrzeuge und 290 Drehleitern bzw. Teleskopmasten bereitstehen, tätig sind.[403] Die ukrainischen Feuerwehren wurden im selben Jahr zu 269.160 Einsätzen alarmiert, dabei waren 96.812 Brände zu löschen. Hierbei wurden 1.909 Tote von den Feuerwehren bei Bränden geborgen und 1.523 Verletzte gerettet.[404]

    Kultur

    Feiertage

    In der Ukraine wird der Unabhängigkeitstag am 24. August als Nationalfeiertag gefeiert. Arbeitsfreie Gesetzliche Feiertage sind:

    Tag Name ukrainisch Informationen
    7. Januar Weihnachten Різдво Христове
    1. Januar Neujahr Новий рік
    8. März Internationaler Frauentag Міжнародний жіночий день
    Sonntag zwischen 4. April und 8. Mai Ostern Великдень Der auf Ostern folgende Montag ist arbeitsfrei
    1. Mai Tag der Arbeit День праці
    9. Mai Tag des Sieges über den Nationalsozialismus im Zweiten Weltkrieg День перемоги над нацизмом у Другій світовій війні
    Sonntag zwischen 23. Mai und 26. Juni Pfingsten День Святої Трійці Der auf Pfingsten folgende Montag ist arbeitsfrei
    28. Juni Verfassungstag der Ukraine День Конституції України
    24. August Unabhängigkeitstag der Ukraine День незалежності України
    14. Oktober Tag des Verteidigers der Ukraine День захисника України
    25. Dezember[405] Weihnachten Різдво Христове

    Küche

    Hauptartikel: Ukrainische Küche

    Bildende Kunst und Volkskunst

    Mychajlo Bojtschuk
    Ukrainische Briefmarken mit Motiven von Tetjana Pata, Vertreterin der Petrykiwka-Malerei

    Mit dem Boychukismus, benannt nach seinem Begründer Mychajlo Bojtschuk entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Kunststil, dessen Verfechter eine eigenständige, ukrainische Bilder- und Formensprache anstrebten. Dazu orientierte sich die auch als Ukrainischer Monumentalismus bezeichnete Stilrichtung an der Kunst des Byzantinischen Reichs und der Kiewer Rus. Seit den 1930er Jahren in der Sowjetunion unterdrückt, wird der Boychukismus seit der Unabhängigkeit der Ukraine wieder vermnehrt gewürdigt. Zu seinen wichtigsten Vertretern gehören neben Mychajlo Bojtschuk selbst Tymofij Bojtschuk, Wassyl Sedljar, Iwan Padalka, Sofija Nalepynska-Bojtschuk, Oksana Pawlenko, Antonina Iwanowa, Mykola Rokyzkyj, Serhij Kolos und Ochrim Krawtschenko.

    Auch die Volkskunst genießt in der Ukraine einen hohen Stellenwert. Bekannte ukrainische Volkskünstler sind zum Beispiel Marija Prymatschenko, Kateryna Bilokur und Iwan Hontschar. Zu Weltruhm gelangte die Petrykiwka-Malerei, ein origineller Stil der dekorativen Malerei, der 2013 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen wurde.

    Literatur

    Hauptartikel: Ukrainische Literatur
    Das Gedenkhaus von Iwan Kotljarewskyj in Poltawa. Der Dichter und Sozialaktivist hat als erster die lebendige Volkssprache in die ukrainische Literatur eingeführt. Zu einer Zeit, als es die Leibeigenschaft noch gab, schrieb er eine burleske Aeneis-Travestie (»Енеїда«, 1798), in der Götter, Trojaner und Römer als Kosaken auftreten.

    Das erste in der Ukraine erschienene Buch wurde von Jurij Drohobytsch im Jahre 1483 verfasst. Der in der Stadt Poltawa lebende Iwan Kotljarewskyj gilt als Erneuerer der ukrainischen Schriftsprache. Zu den bedeutendsten Schriftstellern gehören Iwan Franko, Lessja Ukrajinka und Taras Schewtschenko, nach dem der seit 1962 verliehene wichtigste Kulturpreis der Ukraine, der Taras-Schewtschenko-Preis, benannt ist.

    Iwan Kotljarewskyj
    (1769–1838)
    Taras Schewtschenko
    (1814–1861)
    Iwan Franko
    (1856–1916)
    Mychajlo Kozjubynskyj
    (1864–1913)
    Lessja Ukrajinka
    (1871–1913)
    Kotlyarevsky.jpg Taras Shevchenko selfportrait oil 1840-2.jpg Ivan Franko (1898).png M-kotsjubynskyj.jpg Lesya Ukrainka portrait crop.jpg

    Film

    Der wichtigste Filmpreis ist nach dem Regisseur und Schriftsteller Oleksandr Dowschenko benannt.

    Musik

    Ein Wandbild in der Sophienkathedrale von Kiew aus dem 11. Jahrhundert gibt Einblick in die mittelalterliche Musizierweise auf dem Gebiet der heutigen Ukraine. Es zeigt Skomorochi und Musiker, die Querflöten, Trompeten oder Schalmeien, Lauten, Psalterium (gusli) und Zymbal (cymbaly) spielen. Es ist unklar, ob die Institution der Skomorochi, die als Tänzer, Gaukler und Theaterspieler auftraten, aus dem Byzantinischen Reich oder aus dem Westen stammt oder lokalen Ursprungs ist.[406] Die ukrainische Volksmusik ist entsprechend der geographischen Lage des Landes von slawischen und nichtslawischen Völkern in Osteuropa und Vorderasien beeinflusst.

    Mykola Leontowytsch (1877–1921)

    Früher gab es in den Dörfern eigene regionale Volksmusikstile und Aufführungspraktiken, die außerdem nach Geschlechtern unterschieden wurden. Die rituellen Gesangstraditionen wurden überwiegend von Frauen und Mädchen, die Instrumentalmusiken überwiegend von Männern und Jungen aufgeführt. Die Unterhaltungslieder wurden zu allen Zeiten gleichermaßen von der gesamten Bevölkerung gesungen.[407]

    Zu den heute verbreiteten traditionellen Volksmusikinstrumenten gehören die Lauten bandura und kobsa (namensverwandt mit der rumänischen cobză), die Violine, die Drehleier lira, ein dreisaitiger, gestrichener Bass basol(i)a (in der Größe einer Gambe), das Hackbrett cymbaly, die Laute torban, eine Gruppe von Kernspaltflöten sopilka, bei den Huzulen die lange Holztrompete trembita, ein Akkordeon, die Sackpfeife koza (ähnlich der polnischen koza), die Rahmentrommel bubon und die Maultrommel drymba. Ein typisches Ensemble, das als troista muzyka (von „drei Musiker“) bekannt ist, besteht aus Violine, Hackbrett und Bass oder Rahmentrommel. Wenn die Musiker Volkstänze wie den Huzulka begleiten, enthalten die Stücke improvisierte Anteile.[408]

    Nach der Unabhängigkeit 1991 wurde die Ukraine Mitglied der Europäischen Rundfunkunion (EBU) und nahm im Jahr 2003 erstmals am Eurovision Song Contest teil. Bereits bei der zweiten Teilnahme im Jahr danach gewann die Sängerin Ruslana Lyschytschko mit ihrem Wild Dances Project in Istanbul den ESC 2004, dessen 50. Jubiläums-Ausgabe 2005 daraufhin in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ausgetragen wurde. Die Ukraine wurde damit das 21. Land, das bei einem ESC siegte, und das 20. Land, in dem ein ESC ausgetragen wurde. Beim ESC 2016 gewann die Ukraine mit dem Lied 1944 von der Sängerin Jamala zum zweiten Mal den Eurovision Song Contest, woraufhin der ESC 2017 erneut in Kiew stattfand. Die Ukraine ist das einzige Land beim ESC, das noch nie in einem Halbfinale des Eurovision Song Contests ausgeschieden ist.

    Sport

    Fußball

    Fußball ist der populärste Sport in der Ukraine. Der Fußball in der Ukraine wird vom Fußballverband der Ukraine (FFU) organisiert. Die erste Fußballliga in der Ukraine ist die Premjer-Liha. Bekannte Vereine sind Dynamo Kiew und Schachtar Donezk. Der bisher größte Erfolg der jungen ukrainischen Fußballnationalmannschaft war das Erreichen des Viertelfinales bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

    Oleh Blochin und Ihor Bjelanow wurden zu Sowjetzeiten mit dem Ballon d’Or als „Europas Fußballer des Jahres“ ausgezeichnet. Blochin, der seine aktive Karriere in Österreich bei Vorwärts Steyr ausklingen ließ, war bis Januar 2008 Trainer der ukrainischen Nationalmannschaft. Die Ukraine konnte am 18. April 2007 einen sportpolitischen Erfolg erringen, indem das Land, das erst seit 1992 eigenständig dem Europäischen Fußball-Verband UEFA angehört, im ersten Wahlgang den Zuschlag des UEFA-Exekutivkomitees bekam, gemeinsam mit Polen die Fußball-Europameisterschaft 2012 auszurichten. Der populärste ukrainische Fußballspieler ist Andrij Schewtschenko, der mit dem AC Mailand u. a. die Champions League gewann und italienischer Meister wurde sowie 2004 als dritter Ukrainer ebenfalls mit dem Ballon d’Or als „Europas Fußballer des Jahres“ ausgezeichnet wurde.

    Boxen

    Die bekanntesten ukrainischen Boxer sind die Brüder Vitali und Wladimir Klitschko.

    Im Amateurboxen konnte die Ukraine seit 1996 drei Olympiasieger stellen: Wladimir Klitschko (1996, Superschwergewicht), Wassyl Lomatschenko (2008, Federgewicht, 2012 Leichtgewicht[409]) und Oleksandr Ussyk (2012, Schwergewicht). Andrij Kotelnik (2000, Leichtgewicht) und Serhij Dotsenko (2000, Weltergewicht) gewannen Silbermedaillen. Zudem errangen ukrainische Boxer fünf Bronzemedaillen, unter anderem Wladimir Sidorenko (2000, Fliegengewicht) und Wjatscheslaw Hlaskow (2008, Superschwergewicht). Im Profibereich gelang es bisher sechs Athleten Weltmeistertitel zu gewinnen: Wladimir und Vitali Klitschko im Schwergewicht, Oleksandr Ussyk im Schwer-, sowie Cruisergewicht, Serhij Dsindsiruk im Halbmittelgewicht, Sidorenko im Bantamgewicht und Kotelnik im Halbweltergewicht.

    Leichtathletik

    Serhij Bubka aus Luhansk ist sechsfacher Weltmeister und Olympiasieger im Stabhochsprung. Er stellte insgesamt 35 Weltrekorde auf und schaffte 43 Sprünge über die Sechs-Meter-Marke. Seit 2005 ist er Vorsitzender des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine.

    Schach

    Ruslan Ponomarjow wurde 2002 FIDE-Weltmeister, Anna Uschenina 2012 und Marija Musytschuk 2015 Schachweltmeister der Frauen. Die Nationalmannschaft wurde 2001 Mannschaftsweltmeister und gewann die Schacholympiade 2004 und die Schacholympiade 2010.[410] Die ukrainische Damenauswahl siegte 2006 bei der Schacholympiade.

    Motorradsport

    Die Städte Lwiw und Riwne sind international bekannt im Speedway; in beiden wurde bereits mehrfach WM-Läufe ausgetragen.

    Siehe auch

    Portal: Ukraine – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Ukraine

    Literatur

    (chronologisch, neueste zuerst)

    • Christian Reder: Grenzland Ukraine. Unterdrückte Poteniale. Drastische Gewalterfahrungen. Mit einem Essay von Wolfgang Petritsch. Mandelbaum Verlag, Wien 2022, ISBN 978-3-85476-926-2.
    • Serhii Plokhy: Die Frontlinie. Warum die Ukraine zum Schauplatz eines neuen Ost-West-Konflikts wurde. Übersetzt von Stephan Gebauer, Thorsten Schmidt, Gregor Hens, Ulrike Bischoff und Stephan Kleiner. Rowohlt, Hamburg, 2022, ISBN 978-3-498-00339-5 (englisch: The Frontline. Essays on Ukraine’s Past and Present. Harvard University Press, Cambridge (MA) 2021, ISBN 978-0-674-26882-1.).
    • Serhii Plokhy: The Gates of Europe: A History of Ukraine. Aktualisierte Neuauflage. Basic Books, New York 2021, ISBN 978-1-5416-7564-3.
    • Andreas Kappeler: Kleine Geschichte der Ukraine. 5., überarbeitete und aktualisierte Auflage. C. H. Beck, München 2019, ISBN 978-3-406-73558-5.
    • Antonia Kostretska: Terra incognita: Die Ukraine, die Ukrainer und das Ukrainisch. Eine enzyklopädische Sammlung. Grin Verlag, München 2018, ISBN 978-3-668-60191-8.
    • Marian Madela: Der Reformprozess in der Ukraine 2014–2017. Ibidem, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-8382-1266-1.
    • Andreas Kappeler: Ungleiche Brüder: Russen und Ukrainer vom Mittelalter bis zur Gegenwart. C.H.Beck, München 2017, ISBN 978-3-406-71410-8.
    • Oksana Dutchak, Artem Chapeye, Bettina Musiolek (Clean Clothes Campaign), LÄNDERPROFIL UKRAINE, o. J. (2017) PDF, 14 S.
    • Karl Schlögel: Entscheidung in Kiew. Ukrainische Lektionen. Hanser, München 2015, ISBN 978-3-446-24942-4 (Rezension von Richard Herzinger in Die Welt, 8. Oktober 2015).
    • Joseph Roth: Reisen in die Ukraine und nach Russland. Hrsg. von Jan Bürger. Beck, München 2015, ISBN 978-3-406-67545-4.
    • Kerstin S. Jobst: Geschichte der Ukraine. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Reclam, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-15-019320-4 (Rezension der Erstauflage 2010).
    • Andriy Mykhaleyko: Gott auf dem Majdan. Die Rolle der Kirchen in der Ukraine-Krise. In: ContaCOr 17 (Sonderausgabe 2015), ISSN 2364-5202.
    • Steffen Dobbert: Euromaidan – Protest und Zivilcourage in der Ukraine. Hrsg. von Zeit online. Epubli, Berlin 2014, ISBN 978-3-8442-8601-4.
    • Winfried Schneider-Deters: Die Ukraine: Machtvakuum zwischen Russland und der Europäischen Union. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-8305-3116-6.
    • Adolph Stiller (Hrsg.): Ukraine: Städte Regionen Spuren (= Architektur im Ringturm, Band 28). Müry Salzmann, Salzburg 2012, ISBN 978-3-99014-060-4.
    • Dietmar Schultke: „Ukrainski Blues“ – Streifzüge durch die Ukraine. Regia, Cottbus 2009, ISBN 978-3-86929-017-1.
    • Viktor Timtschenko: Ukraine – Einblicke in den neuen Osten Europas Ch. Links, Berlin 2009, ISBN 978-3-86153-488-4.
    • Christian Reder, Erich Klein (Hrsg.): Graue Donau, Schwarzes Meer. Wien Sulina Odessa Jalta Istanbul (Recherchen, Gespräche, Essays). Edition Transfer bei Springer, Wien / New York 2008, ISBN 978-3-211-75482-5.
    • Kathrin Boeckh, Ekkehard Völkl: Ukraine. Von der Roten zur Orangenen Revolution. Pustet, Regensburg 2007, ISBN 978-3-7917-2050-0.
    • Oleh Turij: Das religiöse Leben und die zwischenkonfessionellen Verhältnisse in der unabhängigen Ukraine. Institut für Kirchengeschichte der Ukrainischen Katholischen Universität. Lwiw 2007.
    • Nachbarn im Osten: Ukraine und Belarus. Bundeszentrale für politische Bildung, 1. November 2006.
    • Rainer Lindner: Das Ende von Orange. Die Ukraine in der Transformationskrise. (= SWP-Studien. S 2006,20). Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin 2006 (online).
    • Pavlo Khiminets: Protestantismus in der Ukraine. Rolle und Stellung des Protestantismus im soziokulturellen Kontext der Geschichte der Ukraine. Peter Lang, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-631-55791-4.
    • Heiko Pleines: Ukrainische Seilschaften. Informelle Einflussnahme in der ukrainischen Wirtschaftspolitik 1992–2004 (= Analysen zur Kultur und Gesellschaft im östlichen Europa, Band 19). Lit, Münster 2005, ISBN 3-8258-8283-7.
    • Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (Hrsg.): Nach der „Orangenen Revolution“ (= Der Bürger im Staat, Band 55, H. 4). Weinmann, Filderstadt 2005 (online; Aufsätze zur Entwicklung von Politik und Wirtschaft in der Ukraine, Russland und Belarus).
    • Gerhard Simon: Die neue Ukraine. Böhlau, Köln 2002, ISBN 3-412-12401-X.
    • Andrew Wilson: The Ukrainians. Unexpected Nation. Yale University Press, New Haven 2002, ISBN 0-300-09309-8.
    • Robert Kravchuk: Ukrainian Political Economy. The First Ten Years. Palgrave Macmillan, New York 2002.
    • Britta Böhme: Grenzland zwischen Mythos und Realität. Real- und Ideengeschichte des ukrainischen Territoriums. Berliner Debatte Wissenschafts-Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-931703-33-9.
    • Claus Remer: Zum Ukrainebild in Deutschland vom 19. zum 20. Jahrhundert. In: Erhard Hexelschneider (Hrsg.): Russland & Europa. Historische und kulturelle Aspekte eines Jahrhundertproblems. Jenaer Forum für Bildung und Wissenschaft, Leipzig 1995, ISBN 3-929994-44-5, S. 225–243.

    Lexikalische Artikel und ältere Darstellungen

    • Lexikoneintrag zu Ukraine, in: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 19, Leipzig/Wien 1909, S. 877.
    • Lexikoneintrag zu Kleinrußland, in: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 11, Leipzig/Wien 1907, S. 124.
    • Lexikoneintrag zu Russisches Reich, in: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 17, Leipzig/Wien 1909, S. 289–328.
    • Guillaume le Vasseur (Sieur de Beauplan): Beschreibung der Ukraine, der Krim, und deren Einwohner. Aus dem Französischen übersetzt und nebst einem Anhange der die Ukraine, und die Budziackische Tatarey betrifft, und aus dem Tagebuche eines deutschen Prinzen, und eines Schwedischen Kavaliers gezogen worden, herausgegeben von Johann Wilhelm Moeller. Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1780 (Google Books).
    • Johann Georg Kohl: Reisen im Inneren von Rußland und Polen. Zweiter Theil: Die Ukraine. Kleinrußland. Nebst einem Titelkupfer, einem Plane der Wintermesse in Charkow und einer Karte von Kleinrußland. Arnoldische Buchhandlung, Dresden/Leipzig 1841 (Google Books).

    Weblinks

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    • Länder- und Reiseinformationen des Auswärtigen Amts
    • Ukraine-Analysen (Forschungsstelle Osteuropa, Uni Bremen)
    • Ukraine im Online-Lexikon des BKGE
    • Indexmundi – statistische Daten zur Ukraine
    • Umfangreiche Kartensammlung der gesamten Ukraine (ukrainisch)
    • Texte und Hintergründe zum Krieg in der Ukraine

    Einzelnachweise

    1. Population (by estimate) as of December 1, 2019. State Statistics Service of Ukraine, abgerufen am 20. Juni 2020 (englisch). 
    2. Population growth (annual %). In: World Economic Outlook Database. Weltbank, 2021, abgerufen am 5. Juni 2022 (englisch). 
    3. World Economic Outlook Database April 2022. In: World Economic Outlook Database. Internationaler Währungsfonds, 2022, abgerufen am 5. Juni 2022 (englisch). 
    4. Table: Human Development Index and its components. In: Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (Hrsg.): Human Development Report 2021/2022. United Nations Development Programme, New York 2022, ISBN 978-92-1001640-7, S. 273 (englisch, undp.org [PDF]). 
    5. Ukraine, duden.de.
    6. de jure in den Grenzen von 2013 603.700 km², ohne die von Russland 2014 annektierte Krim de facto 576.800 km², weitere Gebiete sind 2022 umstritten, besetzt, umkämpft.
    7. Russland-Ukraine-Konflikt Separatistengebiete schließen Verträge mit Russland. Deutschlandfunk, 22. Februar 2022, abgerufen am 22. Februar 2022. 
    8. Putin greift die Ukraine an. In: Spiegel. 24. Februar 2022, abgerufen am 24. Februar 2022. 
    9. tagesschau.de: Angriff auf die Ukraine: Erste russische Einheiten in Kiew. Abgerufen am 25. Februar 2022. 
    10. Guerre en Ukraine : combats et explosions dans la ville de Kiev, qui s’attend à l’arrivée imminente des soldats russes. In: Le Monde.fr. 25. Februar 2022 (lemonde.fr [abgerufen am 25. Februar 2022]). 
    11. Ukraine live updates: Ukraine says Russian forces are in the capital Kyiv. Abgerufen am 25. Februar 2022 (britisches Englisch). 
    12. Ukraine Refugee Situation. In: Operational Data Portal - Ukraine Refugee Situation. Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR), abgerufen am 5. Juni 2022 (englisch). 
    13. litopys.org.ua
    14. a b Ф.А. Гайда. От Рязани и Москвы до Закарпатья. Происхождение и употребление слова «украинцы» // Родина. 2011. № 1. С. 82–85. [2].
    15. litopys.org.ua
    16. litopys.org.ua
    17. З Eintrag „УКРАЇНА“ in der Enzyklopädie der Ukraine.
    18. Григорій Півторак. Походження українців, росіян, білорусів та їхніх мов.
    19. Ukrainian Hydrometeorological Center: Klimainformationen Kiew. World Meteorological Organization, abgerufen am 1. Juli 2012. 
    20. Population, total. In: World Economic Outlook Database. Weltbank, 2022, abgerufen am 5. Juni 2022 (englisch). 
    21. Birth rate, crude (per 1,000 people). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2022, abgerufen am 5. Juni 2022 (englisch). 
    22. Death rate, crude (per 1,000 people). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2022, abgerufen am 5. Juni 2022 (englisch). 
    23. Fertility rate, total (births per woman). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2022, abgerufen am 5. Juni 2022 (englisch). 
    24. Life expectancy at birth, total (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2022, abgerufen am 5. Juni 2022 (englisch). 
    25. Life expectancy at birth, female (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2022, abgerufen am 5. Juni 2022 (englisch). 
    26. Life expectancy at birth, male (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2022, abgerufen am 5. Juni 2022 (englisch). 
    27. World Population Prospects 2019 - Population Dynamics -Download Files. Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten der Vereinten Nationen, 2020, abgerufen am 5. Juni 2022 (englisch). 
    28. R02 Vorläufige Quartalsangaben des Statistischen Amtes Tschechien (Počet cizinců v ČR – předběžné čtvrtletní údaje; 2004/06 – 2021/12), abgerufen am 28. Februar 2022
    29. Migration Report 2017. (PDF) UN, abgerufen am 30. September 2018 (englisch). 
    30. Origins and Destinations of the World’s Migrants, 1990–2017. In: Pew Research Center’s Global Attitudes Project. 28. Februar 2018 (pewglobal.org [abgerufen am 30. September 2018]). 
    31. Chrystyna M. Nykorak: Rushnyky: Ukrainian Ritual Cloths. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Ukrainian American Archives & Museum of Detroit. 2011, archiviert vom Original am 22. Januar 2015; abgerufen im Jahr 2020 (englisch). 
    32. Virtueller Führer zu den belarussischen Rushnyk, belarusguide.com.
    33. a b c 2001.ukrcensus.gov.ua Ergebnisse der Volkszählung von 2001 zur Ethnienverteilung (ukrainisch).
    34. Chrystyna M. Nykorak: Rushnyky: Ukrainian Ritual Cloths. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Ukrainian American Archives & Museum of Detroit. 2011, archiviert vom Original am 22. Januar 2015; abgerufen im Jahr 2020 (englisch). 
    35. Virtueller Führer zu den belarussischen Rushnyk, belarusguide.com.
    36. Национальный состав населения, гражданство. (Memento vom 12. Mai 2013 auf WebCite)
    37. Johannes Voswinkel: Ukraine:  Die Ukraine braucht eine neue Generation Politiker. In: Die Zeit. Nr. 33, 2011 (zeit.de). 
    38. a b c 2001.ukrcensus.gov.ua
    39. a b ukrcensus.gov.ua
    40. Oleksandr Kramar auf UkrainianWeek.com, 14. April 2012: Russification Via Bilingualism: Under the current circumstances in Ukraine, most bilingual people ultimately become Russian-speakers.
    41. a b Gertjan Dijkink: The Territorial Factor: Political Geography in a Globalising World. Vossiuspers Amsterdam University Press, Amsterdam 2001, ISBN 90-5629-188-2, S. 359.
    42. focus.ua: Среди жителей Украины русский язык более популярен, чем украинский, – опрос.
    43. Анализ результатов голосования на Президентских выборах 2004 года. (Memento vom 3. April 2015 im Internet Archive)
    44. de.rian.ru
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    46. Ukrainisch für die Ukraine, Tagesspiegel.
    47. Mehrheit stimmt für Russisch als zweite Amtssprache. Tagesschau, 6. Juni 2012. (Memento vom 8. Juni 2012 im Internet Archive)
    48. Про засади державної мовної політики, Верховна Рада України; Закон від 03.07.2012 № 5029-VI. Abgerufen am 3. Mai 2014 (ukrainisch, Gesetz der Ukraine über die Grundsätze der staatlichen Sprachenpolitik, veröffentlicht im Bulletin der Werchowna Rada ( BVR ) 2013, № 23, st.218). 
    49. Рішення Конституційного Суду України у справі за конституційним поданням 57 народних депутатів України щодо відповідності Конституції України (конституційності) Закону України „Про засади державної мовної політики“; Рішення від 28.02.2018 № 2-р/2018. Abgerufen am 20. November 2019 (ukrainisch, Entscheidung des Verfassungsgerichtes der Ukraine über die Konformität des Gesetzes der Ukraine über die Grundsätze der staatlichen Sprachenpolitik mit der Verfassung der Ukraine). 
    50. Kritik an Ukraine wegen Minderheiten-Gesetz. n-tv Nachrichtenfernsehen, 22. September 2018, abgerufen am 14. Januar 2018. 
    51. razumkov.org.ua (PDF; 3,8 MB)
    52. Ukrainisch-orthodoxe Kirche vor Unabhängigkeit. In: religion.orf.at. 12. Oktober 2018, abgerufen am 11. November 2018. 
    53. worldjewishcongress.org, abgerufen am 3. März 2022.
    54. a b The World Factbook. (Nicht mehr online verfügbar.) Central Intelligence Agency, ehemals im Original; abgerufen am 13. Juli 2017 (englisch).@1@2Vorlage:Toter Link/www.cia.gov (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)  
    55. World Population Prospects – Population Division – United Nations. Abgerufen am 3. August 2017. 
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    57. HIV/AIDS in der Ukraine.
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    59. HIV in der Ukraine: Die Seuche grassiert. In: mdr.de, 3. Dezember 2017; abgerufen am 13. Oktober 2019
    60. Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich, Irina Renz in Verbindung mit Markus Pöhlmann (Hrsg.): Enzyklopädie Erster Weltkrieg. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2014, ISBN 978-3-8252-8551-7, S. 394 ff., 451, 516 f., 531 f., 538, 612 f., 762 ff., 934 f.; Felix Schnell: Historische Hintergründe ukrainisch-russischer Konflikte. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. 64. Jahrgang, 47–48/2014, 17. November 2014, S. 11.
    61. Wasyl Iwanyschyn, Jaroslaw Radewytsch-Wynnyzyj, Mowa i Naziya, Drohobytsch, Vidrodzhennya, 1994, ISBN 5-7707-5898-8.
    62. Mart Martin: The Almanac of Women and Minorities in World Politics. Westview Press Boulder, Colorado, 2000, S. 393.
    63. Enteignung von Bauern: Die Regierung der Ukraine will, dass der Holodomor als Genozid anerkannt wird. In: Zeit Online. 1. Februar 2010, abgerufen am 21. Mai 2015. 
    64. Wolfgang Zank: Stalinismus: Stille Vernichtung. In: Die Zeit. Nr. 48, 20. November 2008 (online). 
    65. a b Einwohnerzahlen auf Demoscope Weekly.
    66. Andreas Schulz: Geschichte der Ukraine. Landeszentrale für politische Bildung BW, 1. März 2022, abgerufen am 21. März 2022. 
    67. Andrew Wilson: Ukrainian Nationalism in the 1990s. Cambridge University Press, 1997, ISBN 978-0-521-57457-0, S. 128 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
    68. André Härtel: Wo Putins Russland endet. „Novorossija“ und die Entwicklung des Nationsverständnisses in der Ukraine. In: kas.de. 2016, abgerufen am 21. März 2022. 
    69. ВВП Украины достиг лишь 69 % от уровня 1990 года, lb.ua.
    70. Lars C. Colschen: Die Kernwaffen in der Ukraine. In: Wissenschaft & Frieden. 1994, abgerufen am 21. März 2022. 
    71. Andreas Kappeler, Kleine Geschichte der Ukraine, München 2009, ISBN 978-3-406-58780-1, S. 179.
    72. a b c Gerhard Simon: Vom Bürgerprotest für Europa zur Revolution, Osteuropa, Vol. 64, No. 1, Im Namen des Volkes: Revolution und Reaktion, (JANUAR 2014), pp. 25-41
    73. Kalt, skrupellos – erfolgreich?: Mit Macht und Erpressung hat Präsident Putin die Ukraine in den Moskauer Einflussbereich zurückgeholt. Nicht sein einziger politischer Erfolg in diesem Jahr. Was treibt den Mann im Kreml? In: Der Spiegel. Nr. 51, 2013 (online). 
    74. Steffen Dobbert: Euromaidan – Protest und Zivilcourage in der Ukraine. Hrsg. von Zeit Online. epubli, Berlin 2014, ISBN 978-3-8442-8601-4 (E-Book).
    75. Chronologie des Ukraine-Konflikts. In: lpb-bw.de. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, abgerufen am 3. März 2022. 
    76. Markian Ostaptschuk: Ukraine: 13 Jahre Haft für Janukowitsch. In: DW.COM. 24. Januar 2019, abgerufen am 3. März 2022. 
    77. «Unser Plan ist Kiews letzte Chance für Reformen», NZZ, 19. Oktober 2016
    78. Die Ukraine obsiegt im Gasstreit gegen Russland, NZZ, 31. Mai 2017
    79. Poroschenko will Ukraine mit Kriegsrecht gegen Russland schützen web.de Aktualisiert am 26. November 2018, 22:34 Uhr
      Krise in der Ukraine: Kriegsrecht light Spiegel online 27. November 2018 21:09 Uhr
    80. Dekret des Präsidenten der Ukraine Nr. 390/2018 vom 26. November 2018-, abgerufen am 28. November 2018 (ukrainisch)
    81. Krim-Konflikt – Poroschenko warnt vor Krieg (Memento vom 27. November 2018 im Internet Archive), tagesschau.de, 27. November 2018; abgerufen am 27. November 2018
    82. Was Moskaus Truppenaufmarsch bezweckt, tagesschau.de, 2. Dezember 2021; abgerufen am 2. Dezember 2021
    83. Russland-Ukraine-Konflikt: Putin entsendet Truppen in die Ostukraine. In: Die Zeit. 21. Februar 2022, abgerufen am 21. Februar 2022. 
    84. Juri Andruchowytsch: «Die Ukraine wird ihre Freiheit verteidigen», SRF Tagesgespräch, 23. Februar 2022
    85. Deutsche Gesellschaft für Internationales Recht: Erklärung zum russischen Angriff auf die Ukraine. In: dgfir.de. 24. Februar 2022, abgerufen am 25. Februar 2022.  vgl. a. Verfassungsblog vom 24. Februar 2022
    86. Krieg in der Ukraine. Russische Angriffe auf alle Landesteile. In: Deutschlandfunk. 22. Februar 2022, abgerufen am 22. Februar 2022. 
    87. Viele Städte unter Beschuss – Krieg in der Ukraine: Der aktuelle Stand. In: ZDF. 22. Februar 2022, abgerufen am 22. Februar 2022. 
    88. Schwere Bombenangriffe auf Zivilbevölkerung. In: DW.COM. 1. März 2022, abgerufen am 8. März 2022. 
    89. dpa: Ukraine-Krieg Tag 7: Bomben auf Charkiw, Kiew, Schytomyr: Die Ereignisse der Nacht –. In: shz.de. 2. März 2022, abgerufen am 8. März 2022. 
    90. 141 Staaten fordern Russland zum Abzug aus der Ukraine auf. In: FAZ.net. 2. März 2022, abgerufen am 8. März 2022. 
    91. Ukrainischer Präsident Selenskyj ruft Kriegszustand aus. In: Deutschlandfunk. 22. Februar 2022, abgerufen am 22. Februar 2022. 
    92. Summary to the Decision of the Constitutional Court of Ukraine No. 20-rp/2010 dated September 30, 2010… (DOC) (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original; abgerufen am 25. März 2020 (englisch). 
    93. Update: Return to 1996 Constitution strengthens president, raises legal questions. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Kyiv Post. 1. Oktober 2010, archiviert vom Original am 21. September 2011; abgerufen am 25. März 2020 (englisch). 
    94. Mykola Azarov resigns from the position of the Prime Minister of Ukraine, auf der Website des Ministerkabinetts, abgerufen am 23. März 2014.
    95. Mykola Azarov introduces Serhiy Arbuzov as acting Prime Minister, auf der Website des Ministerkabinetts, abgerufen am 23. März 2014.
    96. Plenary Meeting of the Fourth Session of the Verkhovna Rada of Ukraine of the Seventh Convocation on Saturday, February 22, 2014 Pressemitteilung auf der Website der Werchowna Rada, abgerufen am 23. März 2014.
    97. englische Fassung: Prime Minister of Ukraine and composition of Government appointed, auf der Website des Ministerkabinetts, abgerufen am 23. März 2014.
    98. Regierung tritt geschlossen zurück; auf n24 vom 24. Juli 2014.
    99. AFP: Anti-Terror-Operation: Ukraine führt 1,5 Prozent Kriegssteuer auf Einkommen ein. In: Zeit Online. 31. Juli 2014, abgerufen am 12. Dezember 2015. 
    100. Zweites Kabinett Jazenjuk auf Ukraine-Nachrichten vom 2. Dezember 2014.
    101. Das ist der neue Regierungschef der Ukraine auf Deutsche Welle vom 29. August 2019; abgerufen am 29. August 2019
    102. Ukraine bekommt neuen Ministerpräsidenten auf Deutsche Welle vom 4. März 2020; abgerufen am 4. März 2020
    103. Winners and losers of Ukraine’s local elections, 2. November 2020
    104. Größte Oppositionspartei betroffen: Ukraine verbietet prorussische Parteien. In: spiegel.de. 20. März 2022, abgerufen am 20. März 2022. 
    105. Fragile States Index: Global Data. Fund for Peace, 2021, abgerufen am 5. Juni 2022 (englisch). 
    106. The Economist Intelligence Unit’s Democracy Index. The Economist Intelligence Unit, 2021, abgerufen am 5. Juni 2022 (englisch). 
    107. Countries and Territories. Freedom House, 2022, abgerufen am 5. Juni 2022 (englisch). 
    108. 2022 World Press Freedom Index. Reporter ohne Grenzen, 2022, abgerufen am 5. Juni 2022 (englisch). 
    109. CPI 2021: Tabellarische Rangliste. Transparency International Deutschland e. V., 2022, abgerufen am 5. Juni 2022 (englisch). 
    110. Ukraine: Präsident Poroschenko kündigt Verfassungsreform an.
    111. Ukraine: Provinces and Major Cities
    112. Die Ukraine zwischen Ost und West. Außenpolitische und kulturelle Orientierungen. In: Heiko Pleines. Forschungsstelle Osteuropa, Bremen (Hrsg.): Arbeitspapiere und Materialien. Band 99, Oktober 2008 (online (Memento vom 10. Oktober 2012 im Internet Archive) [PDF; 1,2 MB]). 
    113. Ukraine. „Wir betrachten uns als Europäer.“ In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 2. Januar 2005, abgerufen am 25. März 2020. 
    114. Interview mit Viktor Juschtschenko: „In der Nato würden wir uns sicherer fühlen.“
    115. Ukraine. Bush wirbt für Nato-Beitritt Kiews.
    116. Bündnis-Gipfel: Nato-Chef bemüht sich um Schadensbegrenzung.
    117. Nico Lange: Nach den Präsidentschaftswahlen: Wie die Ukrainische Demokratie konsolidieren? In: KAS-Auslandsinformationen, 4/2010.
    118. Ukraine: Janukowitsch kündigt West-Kurs an.
    119. EU-Abkommen auf Eis: Putin bringt Ukraine auf Ost-Kurs. In: Spiegel Online. 21. November 2013, abgerufen am 1. Mai 2016. 
    120. NZZ, 9. Juni 2017, Seite 2; 276 Abgeordnete stimmten dafür, nötig waren 226 Stimmen.
    121. NZZ, 26. September 2018, Seite 2.
    122. a b Ukraine schreibt Beitritt zur EU und Nato als Ziel in die Verfassung. In: Neue Zürcher Zeitung. 7. Februar 2019, abgerufen am 25. März 2020. 
    123. a b Zbigniew K. Brzezinski: The grand chessboard. American primacy an its geostrategic imperatives. 1. Auflage. Basic Books, New York 1997, S. 40 (englisch): “In brief, for the United States, Eurasian geostrategy involves the purposeful management of geostrategically dynamic states and the careful handling of geopolitically catalytic states, in keeping with the twin interests of America in the short-term preservation of its unique global power and in the long-run transformation of it into increasingly institutionalized global cooperation. To put it in a terminology that hearkens back to the more brutal age of ancient empires, the three grand imperatives of imperial geostrategy are to prevent collusion and maintain security dependence among the vassals, to keep tributaries pliant and protected, and to keep the barbarians from coming together.” 
    124. Zbigniew K. Brzezinski: The grand chessboard. American primacy an its geostrategic imperatives. 1. Auflage. Basic Books, New York 1977, S. 44 (englisch): “Russia, it hardly needs saying, remains a major geostrategic player, in spite of its weakened state and probably prolonged malaise. Its very presence impacts massively on the newly independent states within the vast Eurasian space of the former Soviet Union. It entertains ambitious geopolitical objectives, which it increasingly proclaims openly. Once it has recovered its strength, it will also impact significantly on its western and eastern neighbors. Moreover, Russia has still to make its fundamental geostrategic choice regarding its relationship with America: is it a friend or foe? It may well feel that it has major options on the Eurasian continent in that regard. Much depends on how its internal politics evolve and especially on whether Russia becomes a European democracy or a Eurasian empire again. In any case, it clearly remains a player, even though it has lost some of its 'pieces,' as well as some key spaces on the Eurasian chessboard.” 
    125. Zbigniew Brzezinski: Die einzige Weltmacht. Amerikas Strategie der Vorherrschaft. Aus dem Amerikanischen von Angelika Beck. Beltz Quadriga Verlag, Weinheim, Berlin 1997; S. 74–75
    126. Zbigniew K. Brzezinski: The grand chessboard. American primacy an its geostrategic imperatives. 1. Auflage. Basic Books, New York 1997, S. 118–120 (englisch). 
    127. Zbigniew K. Brzezinski: The grand chessboard. American primacy an its geostrategic imperatives. 1. Auflage. Basic Books, New York 1997, S. 120–121 (englisch). 
    128. Zbigniew K. Brzezinski: The grand chessboard. American primacy an its geostrategic imperatives. 1. Auflage. Basic Books, New York 1997, S. 121 (englisch): “Most important, however, is Ukraine. As the EU and NATO expand, Ukraine will eventually be in the position to choose whether it wishes to be part of either organization. It is likely that, in order to reinforce its separate status, Ukraine will wish to join both, once they border upon it and once its own internal transformation begins to qualify it for membership. Although that will take time, it is not too early for the West – while further enhancing its economic and security ties with Kiev – to begin pointing to the decade 2005–2015 as a reasonable time frame for the initiation of Ukraine's progressive inclusion, thereby reducing the risk that the Ukrainians may fear that Europe's expansion will halt on the Polish-Ukrainian border.” 
    129. Zbigniew K. Brzezinski: The grand chessboard. American primacy an its geostrategic imperatives. 1. Auflage. Basic Books, New York 1997, S. 121–122 (englisch): “Russia, despite its protestations, is likely to acquiesce in the expansion of NATO in 1999 to include several Central European countries, because the cultural and social gap between Russia and Central Europe has widened so much since the fall of communism. By contrast, Russia will find it incomparably harder to acquiesce in Ukraine's accession to NATO, for to do so would be to acknowledge that Ukraine's destiny is no longer organically linked to Russia's. Yet if Ukraine is to survive as an independent state, it will have to become part of Central Europe rather than Eurasia, and if it is to be part of Central Europe, then it will have to partake fully of Central Europe's links to NATO and the European Union. Russia's acceptance of these links would then define Russia's own decision to be also truly a part of Europe. Russia's refusal would be tantamount to the rejection of Europe in favor of a solitary 'Eurasian' identity and existence.” 
    130. Zbigniew K. Brzezinski: The grand chessboard. American primacy an its geostrategic imperatives. 1. Auflage. Basic Books, New York 1997, S. 202–203 (englisch): “A clear choice by Russia in favor of the European option over the imperial one will be more likely if America successfully pursues the second imperative strand of its strategy toward Russia: namely, reinforcing the prevailing geopolitical pluralism in the post-Soviet space. Such reinforcement will serve to discourage any imperial temptations. A postimperial and Europe-oriented Russia should actually view American efforts to that end as helpful in consolidating regional stability and in reducing the possibility of conflicts along its new, potentially unstable southern frontiers. But the policy of consolidating geopolitical pluralism should not be conditioned on the existence of a good relationship with Russia. Rather, it is also important insurance in case such a good relationship fails to develop, as it creates impediments to the reemergence of any truly threatening Russian imperial policy.” 
    131. Kirsten Westphal, Maria Pastukhova, Jacopo Maria Pepe: Geopolitik des Stroms – Netz, Raum und Macht. In: Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit (Hrsg.): SWP-Studie. Nr. 14. Berlin September 2021, DNB 025227939, S. 22, doi:10.18449/2021S14 (swp-berlin.org [PDF; abgerufen am 31. Juli 2022]). 
    132. Kirsten Westphal, Maria Pastukhova, Jacopo Maria Pepe: Geopolitik des Stroms – Netz, Raum und Macht. In: Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit (Hrsg.): SWP-Studie. Nr. 14. Berlin September 2021, DNB 025227939, S. 22–23, doi:10.18449/2021S14 (swp-berlin.org [PDF; abgerufen am 31. Juli 2022]). 
    133. Kirsten Westphal, Maria Pastukhova, Jacopo Maria Pepe: Geopolitik des Stroms – Netz, Raum und Macht. In: Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit (Hrsg.): SWP-Studie. Nr. 14. Berlin September 2021, DNB 025227939, S. 24–25, doi:10.18449/2021S14 (swp-berlin.org [PDF; abgerufen am 31. Juli 2022]). 
    134. Kirsten Westphal, Maria Pastukhova, Jacopo Maria Pepe: Geopolitik des Stroms – Netz, Raum und Macht. In: Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit (Hrsg.): SWP-Studie. Nr. 14. Berlin September 2021, DNB 025227939, S. 25, doi:10.18449/2021S14 (swp-berlin.org [PDF; abgerufen am 31. Juli 2022]). 
    135. Joint Statement of the United States and Germany on Support for Ukraine, European Energy Security, and our Climate Goals. U.S.-Department of State, 21. Juli 2021, abgerufen am 31. Juli 2022: „As part of the U.S.-Germany Climate and Energy Partnership, we have decided to establish a pillar to support the energy transitions in emerging economies. This pillar will include a focus on supporting Ukraine and other countries in Central and Eastern Europe. These efforts will not only contribute to the fight against climate change but will support European energy security by reducing demand for Russian energy. In line with these efforts, Germany commits to establish and administer a Green Fund for Ukraine to support Ukraine’s energy transition, energy efficiency, and energy security. Germany and the United States will endeavor to promote and support investments of at least $1 billion in the Green Fund for Ukraine, including from third parties such as private-sector entities.“ 
    136. Joint Statement of the United States and Germany on Support for Ukraine, European Energy Security, and our Climate Goals. U.S.-Department of State, 21. Juli 2021, abgerufen am 31. Juli 2022: „In addition, Germany will continue to support bilateral energy projects with Ukraine, especially in the field of renewables and energy efficiency, as well as coal transition support, including the appointment of a special envoy with dedicated funding of $70 million. Germany is also ready to launch a Ukraine Resilience Package to support Ukraine’s energy security. This will include efforts to safeguard and increase the capacity for reverse flows of gas to Ukraine, with the aim of shielding Ukraine completely from potential future attempts by Russia to cut gas supplies to the country. It will also include technical assistance for Ukraine’s integration into the European electricity grid, building on and in coordination with the ongoing work by the EU and the U.S. Agency for International Development.“ 
    137. a b Lukas Feldhaus, Kirsten Westphal, Georg Zachmann: Die Anbindung der Ukraine an Europas Stromsystem. Zwischen technischen Details und harter Geopolitik. In: Ukraine-Analysen. Nr. 258, 26. November 2021, S. 7–12, hier S. 8 (laender-analysen.de [PDF; 1,4 MB; abgerufen am 31. Juli 2022]). 
    138. Lukas Feldhaus, Kirsten Westphal, Georg Zachmann: Die Anbindung der Ukraine an Europas Stromsystem. Zwischen technischen Details und harter Geopolitik. In: Ukraine-Analysen. Nr. 258, 26. November 2021, S. 7–12, hier S. 10 (laender-analysen.de [PDF; 1,4 MB; abgerufen am 31. Juli 2022]): „Der Anspruch der EU-Kommission, Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen, ist auch aus Sicht der EU ein starkes Argument für eine Synchronisierung und weitreichende Integration. Die Ukraine könnte eines der Schlüsselländer auch für die deutsche Wirtschaft werden, die von Energieimporten abhängig ist. Wind, Sonne, Biomasse, Wasser und ausgedehnte Flächen sind reichlich vorhanden, was die Ukraine zur attraktiven Quelle für grünen Strom und Wasserstoff macht.“ 
    139. a b Lukas Feldhaus, Kirsten Westphal, Georg Zachmann: Die Anbindung der Ukraine an Europas Stromsystem. Zwischen technischen Details und harter Geopolitik. In: Ukraine-Analysen. Nr. 258, 26. November 2021, S. 7–12, hier S. 10 (laender-analysen.de [PDF; 1,4 MB; abgerufen am 31. Juli 2022]). 
    140. a b Kirsten Westphal, Maria Pastukhova, Jacopo Maria Pepe: Geopolitik des Stroms – Netz, Raum und Macht. In: Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit (Hrsg.): SWP-Studie. Nr. 14. Berlin September 2021, DNB 025227939, S. 25, doi:10.18449/2021S14 (swp-berlin.org [PDF; abgerufen am 31. Juli 2022]): „Noch deutlicher sind die geopolitischen Auswirkungen in der Ostukraine und auf der Krim: Die Separatistengebiete sind vorübergehend von ukrainischer Seite abgekoppelt und werden durch Russland mit Strom versorgt. Vom russischen Kertsch aus wurden vier 220-kV Leitungen auf die Krim gebaut, und die Strombrücke wurde im Beisein Präsident Putins im Mai 2016 eröffnet.“ 
    141. a b Kirsten Westphal, Maria Pastukhova, Jacopo Maria Pepe: Geopolitik des Stroms – Netz, Raum und Macht. In: Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit (Hrsg.): SWP-Studie. Nr. 14. Berlin September 2021, DNB 025227939, S. 25–26, doi:10.18449/2021S14 (swp-berlin.org [PDF; abgerufen am 31. Juli 2022]). 
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    225. Gunter Deuber, Andreas Schwabe: Der wirtschaftspolitische Fortschritt bleibt aus. Weder Reformen noch nachhaltiges Wachstum sind in Sicht. In: Ukraine-Analysen. Nr. 94, 13. September 2011, S. 4 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 18. August 2022]). 
    226. a b c d e Nico Lange: Machtkämpfe: Auswirkungen der globalen Finanzkrise auf die Ukraine. In: Ukraine-Analysen. Nr. 46, 28. Oktober 2008, S. 4 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 18. August 2022]). 
    227. Nico Lange: Machtkämpfe: Auswirkungen der globalen Finanzkrise auf die Ukraine. In: Ukraine-Analysen. Nr. 46, 28. Oktober 2008, S. 4–5 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 18. August 2022]). 
    228. a b c Dokumentation: IWF-Kredit. In: Ukraine-Analysen. Nr. 78, 14. September 2010, S. 8 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 18. August 2022]). 
    229. a b Heiko Pleines: The framing of IMF and World Bank in political reform debates: The role of political orientation and policy fields in the cases of Russia and Ukraine. In: Global Social Policy. Band 21, Nr. 1, 2021, S. 38, doi:10.1177/1468018120929773 (englisch, sagepub.com [PDF; abgerufen am 19. August 2022]). 
    230. a b c Gunter Deuber, Andreas Schwabe: Zyklischer Abschwung, strukturelle Schwächen und Ereignisrisiken – droht eine erneute Wirtschaftskrise? In: Ukraine-Analysen. Nr. 123, 12. November 2013, S. 2 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 31. August 2022]). 
    231. Gunter Deuber, Andreas Schwabe: Zyklischer Abschwung, strukturelle Schwächen und Ereignisrisiken – droht eine erneute Wirtschaftskrise? In: Ukraine-Analysen. Nr. 123, 12. November 2013, S. 2–3 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 31. August 2022]). 
    232. a b Gunter Deuber, Andreas Schwabe: Zyklischer Abschwung, strukturelle Schwächen und Ereignisrisiken – droht eine erneute Wirtschaftskrise? In: Ukraine-Analysen. Nr. 123, 12. November 2013, S. 4 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 31. August 2022]). 
    233. a b Gunter Deuber, Andreas Schwabe: Zyklischer Abschwung, strukturelle Schwächen und Ereignisrisiken – droht eine erneute Wirtschaftskrise? In: Ukraine-Analysen. Nr. 123, 12. November 2013, S. 3 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 31. August 2022]). 
    234. Gunter Deuber, Andreas Schwabe: Zyklischer Abschwung, strukturelle Schwächen und Ereignisrisiken – droht eine erneute Wirtschaftskrise? In: Ukraine-Analysen. Nr. 123, 12. November 2013, S. 3–4 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 31. August 2022]). 
    235. Gunter Deuber, Andreas Schwabe: Finanzsituation der Ukraine: Schwierige Außenhandelsentwicklung und zögerliche internationale Investoren. In: Ukraine-Analysen. Nr. 166, 13. April 2016, S. 4 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 7. September 2022]): „Hinsichtlich der Auslandsverschuldung sind die Sektoren Staat, Banken und Unternehmen zu unterscheiden. Die Summe der Schulden dieser Sektoren hatte kurz vor der Maidan-Revolution (4. Quartal 2013) ihren Höhepunkt erreicht (142 Milliarden US Dollar), seitdem geht sie zurück. Bis Ende 2015 ist die Auslandsverschuldung nominell um circa 20 Milliarden US-Dollar oder 15 % gefallen (in Relation zum BIP hat sich der externe Schuldenstand durch die Währungsabwertung massiv von 80 % auf 130 % erhöht).“ 
    236. Gunter Deuber, Andreas Schwabe: Zyklischer Abschwung, strukturelle Schwächen und Ereignisrisiken – droht eine erneute Wirtschaftskrise? In: Ukraine-Analysen. Nr. 123, 12. November 2013, S. 4–5 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 31. August 2022]). 
    237. Aktuelle Finanz- und Wirtschaftsindikatoren. Tabelle 1: Ukraine: Wichtige Wirtschaftsindikatoren und -prognosen. In: Ukraine-Analysen. Nr. 166, 13. April 2016, S. 15 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 31. August 2022]). 
    238. a b c Julia Kusznir: Russische Infrastrukturprojekte für die Krim. Neues Sotschi oder Versorgungsengpässe? In: Ukraine-Analysen. Nr. 141, 13. November 2014, S. 9 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 31. August 2022]). 
    239. Krzysztof Nieczypor: Die russisch-ukrainischen Spannungen im Asowschen Meer. In: Ukraine-Analysen. Nr. 207, 26. Oktober 2018, S. 9–11 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 3. September 2022]). 
    240. Vlad Mykhnenko: Die ökonomische Bedeutung des ukrainischen Donbass. In: Ukraine-Analysen. Nr. 147, 11. März 2015, S. 3–4 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 31. August 2022]). 
    241. Vlad Mykhnenko: Die ökonomische Bedeutung des ukrainischen Donbass. In: Ukraine-Analysen. Nr. 147, 11. März 2015, S. 5 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 31. August 2022]). 
    242. a b c d Gunter Deuber, Andreas Schwabe: Finanzsituation der Ukraine: Schwierige Außenhandelsentwicklung und zögerliche internationale Investoren. In: Ukraine-Analysen. Nr. 166, 13. April 2016, S. 2 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 5. September 2022]). 
    243. Gunter Deuber, Andreas Schwabe: Finanzsituation der Ukraine: Schwierige Außenhandelsentwicklung und zögerliche internationale Investoren. In: Ukraine-Analysen. Nr. 166, 13. April 2016, S. 3 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 5. September 2022]). 
    244. Margarita Balmaceda, Andrian Prokip: The Development of Ukraine’s Energy Sector. In: Mykhailo Minakov, Georgiy Kasianov, Matthew Rojansky (Hrsg.): From “the Ukraine” to Ukraine. A contemporary history, 1991-2021. 1. Auflage. ibidem Verlag, Stuttgart 2021, S. 161. 
    245. a b Wirtschaftsindikatoren. Tabelle 1: Ukraine: Wichtige Wirtschaftsindikatoren 2011–2019. In: Ukraine-Analysen. Nr. 230, 27. Februar 2020, S. 13 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 5. September 2022]). 
    246. a b c d e Veronika Movchan: Strukturelle Veränderungen des ukrainischen Außenhandels. In: Ukraine-Analysen. Nr. 222, 27. September 2019, S. 9 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 5. September 2022]). 
    247. Gunter Deuber, Andreas Schwabe: Finanzsituation der Ukraine: Schwierige Außenhandelsentwicklung und zögerliche internationale Investoren. In: Ukraine-Analysen. Nr. 166, 13. April 2016, S. 3–4: „Dabei hat sich die Struktur des Warenimports weit weniger verändert, als die Exportstruktur. Weiterhin sind 30 % der Warenimporte Energieimporte, rund 20 % entfallen auf chemische Produkte und Maschinen (inklusive Fahr zeuge). Hinsichtlich der Importregionen gibt es jedoch Verschiebungen: Der direkte Gasimport aus Russland ist zuletzt stark durch Reimporte russischen Gases aus der EU (vor allem über die Slowakei) ersetzt worden. Dies hat den Anteil der Importe aus der EU gegenüber Russland erhöht.“ 
    248. a b Heiko Pleines: Das Ende des russischen Erdgastransits. Herausforderungen für die Ukraine. In: Ukraine-Analysen. Nr. 258, 26. November 2021, S. 3 (laender-analysen.de [PDF; 1,4 MB; abgerufen am 18. Juli 2022]): „Die EU hatte bereits in Reaktion auf die Lieferausfälle 2009 die von Ost nach West verlaufenden Erdgaspipelines auf ihrem Gebiet so aufgerüstet, dass die Fließrichtung umgekehrt werden kann. Dementsprechend kann bei einem erneuten Lieferausfall Erdgas von Deutschland oder Österreich nach Osten geliefert werden. Dies sollte die Versorgung der östlichen EU-Mitgliedstaaten sicherstellen. Tatsächlich wird die umgekehrte Fließrichtung vor allem genutzt, um die Ukraine mit Erdgas zu versorgen. Wie Grafik 2 auf Seite 6 zeigt, importiert die Ukraine seit 2016 kein Erdgas mehr direkt aus Russland. Stattdessen kommen zwei Drittel der ukrainischen Erdgasimporte aus der Slowakei, der Rest aus Ungarn und Polen.“ 
    249. Gunter Deuber: Privatbank-Verstaatlichung: Eine erste (polit-)ökonomische Einschätzung. In: Ukraine-Analysen. Nr. 180, 22. Februar 2017, S. 2–3 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 5. September 2022]): „Der ukrainische Bankensektor steht derzeit unter massivem Anpassungsdruck in Bezug auf die Geschäftspraktiken (v. a. das »related party lending«) und regulatorische Anforderungen (etwa in Bezug auf die Kapitalausstattung). Diesem Anpassungsdruck, ausgehend vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und der ukrainischen Notenbank (Nationalbank der Ukraine – NBU), war die Privatbank in Bezug auf mehrere Dimensionen – wie auch viele andere Marktakteure in den letzten Jahren – nicht gewachsen. In den letzten zwei bis drei Jahren wurden fast 100 Banken in der Ukraine geschlossen, 2015 mit der Delta Bank auch ein größeres Kreditinstitut und von Januar 2016 bis Mitte Februar 2017 wurden 16 Banken geschlossen und weitere vier haben sich selbst liquidiert.“ 
    250. Die Privatbank und der ukrainische Bankensektor. Grafik 1: Ukraine: Anzahl operierende Banken. In: Ukraine-Analysen. Nr. 180, 22. Februar 2017, S. 6 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 5. September 2022]). 
    251. Tymofiy Mylovanov, Ilona Sologoub: The Development of Ukraine’s Private Sector. In: Mykhailo Minakov, Georgiy Kasianov, Matthew Rojansky (Hrsg.): From “the Ukraine” to Ukraine. A Contemporary History, 1991-2021. 1. Auflage. ibidem Verlag, Stuttgart 2021, S. 86 und S. 88. 
    252. Gunter Deuber: Privatbank-Verstaatlichung: Eine erste (polit-)ökonomische Einschätzung. In: Ukraine-Analysen. Nr. 180, 22. Februar 2017, S. 4 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 5. September 2022]). 
    253. Gunter Deuber: Privatbank-Verstaatlichung: Eine erste (polit-)ökonomische Einschätzung. In: Ukraine-Analysen. Nr. 180, 22. Februar 2017, S. 2 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 5. September 2022]). 
    254. Gunter Deuber: Privatbank-Verstaatlichung: Eine erste (polit-)ökonomische Einschätzung. In: Ukraine-Analysen. Nr. 180, 22. Februar 2017, S. 2 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 7. September 2022]): „Angesichts dieser Ausrichtung verschlechterte sich die Qualität der Aktiva der Bank erheblich. Die Quote der notleidenden Kredite verdoppelte sich in den letzten Jahren, im Firmenkundengeschäft waren gemäß offiziellen Zahlen mindestens 30 % der Kreditengagements notleidend.“ 
    255. Gunter Deuber: Privatbank-Verstaatlichung: Eine erste (polit-)ökonomische Einschätzung. In: Ukraine-Analysen. Nr. 180, 22. Februar 2017, S. 3 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 5. September 2022]). 
    256. Gunter Deuber: Wahljahr 2019: Wirtschaftspolitische Kontroversen trotz gelungener Stabilisierung. In: Ukraine-Analysen. Nr. 212, 14. Februar 2019, S. 2 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 5. September 2022]). 
    257. Die Privatbank und der ukrainische Bankensektor. Grafik 2 und 3. In: Ukraine-Analysen. Nr. 180, 22. Februar 2017, S. 7 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 5. September 2022]). 
    258. Ricardo Gucci, Woldemar Walter: Die makroökonomische Stabilisierung der Ukraine. In: Ukraine-Analysen. Nr. 176, 23. November 2016, S. 2 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 5. September 2022]). 
    259. a b Gunter Deuber: Wahljahr 2019: Wirtschaftspolitische Kontroversen trotz gelungener Stabilisierung. In: Ukraine-Analysen. Nr. 212, 14. Februar 2019, S. 3 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 5. September 2022]). 
    260. World Bank Scales-up Support to Ukraine to Help Protect Low-Income Families. Weltbank, 11. Dezember 2020, abgerufen am 6. September 2022 (englisch). 
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    262. Coronakrise: Vereinbarung über Makrofinanzhilfe mit der Ukraine zur Eindämmung der Pandemie unterzeichnet. Europäische Kommission, 23. Juli 2020, abgerufen am 6. September 2022. 
    263. Pavlo Kovtoniuk, Tetiana Stepurko: Gerade noch rechtzeitig reformiert? Wie das ukrainische Gesundheitssystem mit der Covid-19-Pandemie zurechtkommt. In: Ukraine-Analysen. Nr. 249, 30. März 2021, S. 2–6, hier S. 4 oben links (laender-analysen.de [PDF; 1,4 MB; abgerufen am 6. September 2022]). 
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    266. David Saha: Der ukrainische Arbeitsmarkt während der Corona-Krise. In: Ukraine-Analysen. Nr. 253, 28. Juni 2021, S. 6–7, hier S. 6 unten, S. 7 oben, doi:10.31205/UA.253.02 (laender-analysen.de [PDF; 985 kB; abgerufen am 6. September 2022]). 
    267. a b David Saha: Der ukrainische Arbeitsmarkt während der Corona-Krise. In: Ukraine-Analysen. Nr. 253, 28. Juni 2021, S. 6–7, hier S. 7, doi:10.31205/UA.253.02 (laender-analysen.de [PDF; 985 kB; abgerufen am 6. September 2022]). 
    268. a b c d e Vlad Mykhnenko: Die räumliche Differenzierung der ukrainischen Wirtschaft. Die regionale Ebene. In: Ukraine-Analysen. Nr. 111, 22. Januar 2013, S. 3, rechte Spalte, doi:10.31205/UA.111.01 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 9. September 2022]). 
    269. a b c d e f g Vlad Mykhnenko,: Die räumliche Differenzierung der ukrainischen Wirtschaft. Die regionale Ebene. In: Ukraine-Analysen. Nr. 111, 22. Januar 2013, S. 4, linke Spalte, doi:10.31205/UA.111.01 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 9. September 2022]). 
    270. a b c d e f g h Vlad Mykhnenko: Die räumliche Differenzierung der ukrainischen Wirtschaft. Die regionale Ebene. In: Ukraine-Analysen. Nr. 111, 22. Januar 2013, S. 4, rechte Spalte, doi:10.31205/UA.111.01 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 9. September 2022]). 
    271. Vlad Mykhnenko: Die räumliche Differenzierung der ukrainischen Wirtschaft. Die regionale Ebene. In: Ukraine-Analysen. Nr. 111, 22. Januar 2013, S. 5, rechte Spalte, doi:10.31205/UA.111.01 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 9. September 2022]). 
    272. a b c Vlad Mykhnenko: Die räumliche Differenzierung der ukrainischen Wirtschaft. Die regionale Ebene. In: Ukraine-Analysen. Nr. 111, 22. Januar 2013, S. 5, linke Spalte, doi:10.31205/UA.111.01 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 9. September 2022]). 
    273. Vlad Mykhnenko: Die räumliche Differenzierung der ukrainischen Wirtschaft. Die regionale Ebene. In: Ukraine-Analysen. Nr. 111, 22. Januar 2013, S. 5, linke Spalte unten bis rechte Spalte oben, doi:10.31205/UA.111.01 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 9. September 2022]). 
    274. a b c Julia Kusznir: Russische Infrastrukturprojekte auf der Krim – Zwischenbilanz. In: Russland-Analysen. Nr. 369, 12. April 2019, S. 9 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 31. August 2022]). 
    275. Julia Kusznir: Russische Infrastrukturprojekte für die Krim. Neues Sotschi oder Versorgungsengpässe? In: Ukraine-Analysen. Nr. 141, 13. November 2014, S. 6 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 31. August 2022]). 
    276. Julia Kusznir: Russische Infrastrukturprojekte für die Krim. Neues Sotschi oder Versorgungsengpässe? In: Ukraine-Analysen. Nr. 141, 13. November 2014, S. 6–7 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 31. August 2022]). 
    277. Katerina Bosko: Post-Minsk-Realität: die Folgen der Donbas-Blockade durch ukrainische Rechtsradikale und der »Nationalisierung« von Unternehmen durch die »Volksrepubliken«. In: Ukraine-Analysen. Nr. 184, 10. Mai 2017, S. 2, doi:10.31205/UA.184.01 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 12. September 2022]). 
    278. a b Katerina Bosko: Post-Minsk-Realität: die Folgen der Donbas-Blockade durch ukrainische Rechtsradikale und der »Nationalisierung« von Unternehmen durch die »Volksrepubliken«. In: Ukraine-Analysen. Nr. 184, 10. Mai 2017, S. 5, doi:10.31205/UA.184.01 (laender-analysen.de [PDF; abgerufen am 12. September 2022]). 
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    293. a b Margarita Balmaceda, Andrian Prokip: The Development of Ukraine’s Energy Sector. In: Mykhailo Minakov, Georgiy Kasianov, Matthew Rojansky (Hrsg.): From “the Ukraine” to Ukraine. A Contemporary History, 1991-2021. ibidem-Verlag, Stuttgart 2021, S. 140 (englisch): “While Ukraine has traditionally depended on Russia for key elements of its nuclear supply chain, including nuclear fuel and spent fuel storage, in 2014 it started using non-Russian, Westinghouse fuel. In 2018, Westinghouse fuel accounted for 28.4 percent of the nuclear fuel consumed, with the remaining proportion supplied by Russia. Additionally, a new fuel depository, Chernobyl-1, was completed in 2019, adding to an existing storage facility at the Zaporizhzhia NPP.” 
    294. Energoatom, Westinghouse Electric sign memo on construction of power units at Khmelnytsky NPP for $30 bln. In: interfax-Ukraine. 31. August 2021, abgerufen am 27. Juli 2022 (englisch). 
    295. a b Clemens Stiewe: Die Förderung erneuerbarer Energien in der Ukraine. In: Ukraine-Analysen. Nr. 218, 29. Mai 2019, S. 8 (laender-analysen.de [PDF]). 
    296. Sergej Sumlenny: Eine Riesenverschuldung gegenüber den Erneuerbaren: Selenskyjs Energiepolitik könnte katastrophale Folgen für die Ukraine haben. In: Ukraine-Analysen. Nr. 246, 17. Februar 2021, S. 2–6, doi:10.31205/UA.246.01 (laender-analysen.de [PDF; 1,3 MB; abgerufen am 20. Juli 2022]). 
    297. Iryna Holovko: Ukraine and the European Green Deal. Guiding Principles for Effective Cooperation. Hrsg.: Heinrich-Böll-Stiftung. 2021, S. 10 (englisch, boell.de [PDF; 3,9 MB; abgerufen am 20. Juli 2022]): “Ukraine is recognised by the EU as a strategic partner in reaching its own decarbonisation targets. Owing to the country's high potential in renewables, proximity and existing transport infrastructure (gas transportation systems and energy grids), Ukraine has a potential to become an important supplier of low-carbon energy and feedstock for EU industry, such as renewable electricity and green hydrogen. This will strengthen the energy security of both Ukraine and the EU.” 
    298. Iryna Holovko: Ukraine and the European Green Deal. Guiding Principles for Effective Cooperation. Hrsg.: Heinrich-Böll-Stiftung. 2021, S. 6 (englisch, boell.de [PDF; 3,9 MB; abgerufen am 20. Juli 2022]). 
    299. Iryna Holovko: Ukraine and the European Green Deal. Guiding Principles for Effective Cooperation. Hrsg.: Heinrich-Böll-Stiftung. 2021, S. 10–11 (englisch, boell.de [PDF; 3,9 MB; abgerufen am 20. Juli 2022]). 
    300. a b Lukas Feldhaus, Kirsten Westphal, Georg Zachmann: Die Anbindung der Ukraine an Europas Stromsystem. Zwischen technischen Details und harter Geopolitik. In: Ukraine-Analysen. Nr. 258, 26. November 2021, S. 7–12, hier S. 7 (laender-analysen.de [PDF; 1,4 MB; abgerufen am 18. Juli 2022]). 
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    Mitgliedstaaten der Organisation GUAM

    Aserbaidschan | Georgien | Moldau | Ukraine

    Politische Gliederung Europas
    Mitgliedstaaten der
    Vereinte Nationen Vereinten Nationen
    und Vatikanstadt:

    Albanien | Andorra | Belarus | Belgien | Bosnien und Herzegowina | Bulgarien | Dänemark2 | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich2 | Griechenland | Irland | Island | Italien2 | Kasachstan1 | Kroatien | Lettland | Liechtenstein | Litauen | Luxemburg | Malta | Moldau | Monaco | Montenegro | Niederlande2 | Nordmazedonien | Norwegen2 | Österreich | Polen | Portugal2 | Rumänien | Russland1 | San Marino | Schweden | Schweiz | Serbien | Slowakei | Slowenien | Spanien2 | Tschechien | Türkei2 | Ukraine | Ungarn | Vatikanstadt | Vereinigtes Königreich2

    Abhängige Gebiete:

    Färöer | Gibraltar | Guernsey | Isle of Man | Jersey

    Umstrittene Gebiete:

    Kosovo | Transnistrien

    1 Liegt größtenteils in Asien.
    2 Hat zusätzliche Gebiete außerhalb Europas.

    Mitgliedstaaten:
    Belarus | Kasachstan | Kirgisistan | Russland | Tadschikistan | Usbekistan

    Ehemaliger Mitgliedstaat:
    Usbekistan

    Beobachterstaaten:
    Armenien | Moldau | Ukraine

    Teilnehmerstaaten der OSZE
    Teilnehmerstaaten:

    Albanien | Andorra | Armenien | Aserbaidschan | Belarus | Belgien | Bosnien und Herzegowina | Bulgarien | Dänemark | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich | Georgien | Griechenland | Irland | Island | Italien | Kanada | Kasachstan | Kirgisistan | Kroatien | Lettland | Liechtenstein | Litauen | Luxemburg | Malta | Moldau | Monaco | Mongolei | Montenegro | Niederlande | Nordmazedonien | Norwegen | Österreich | Polen | Portugal | Rumänien | Russland | San Marino | Schweden | Schweiz | Serbien | Slowakei | Slowenien | Spanien | Tadschikistan | Tschechien | Türkei | Turkmenistan | Ukraine | Ungarn | Usbekistan | Vatikanstadt | Vereinigtes Königreich | Vereinigte Staaten | Zypern

    Partnerstaaten:

    Afghanistan | Australien | Ägypten | Algerien | Israel | Japan | Jordanien | Marokko | Tunesien | Südkorea | Thailand

    49.830.833333333333Koordinaten: 50° N, 31° O

    Normdaten (Geografikum): GND: 4061496-7 (OGND, AKS) | LCCN: n81017756 | NDL: 00573982 | VIAF: 123791201